Tsui Hark gehört zu den legendärsten Produzenten der 80er und 90er Jahre, dazu hat er auch als Regisseur gezeigt, wozu das neue Hongkong Action Kino fähig ist. Im Jahr 1995 war die Welt langsam im Wandel, die Welt wollte zwar noch Martial Arts Filme aber auch andere. Ein Jahr zu vor zeigte Wong Kar-Wai mit Ashes of Time der Filmwelt einen anderen Martial Arts Film, dieser war aber dann auch schnell verschollen. Remakes gab es immer wieder und schon ein paar Jahre zu vor, drehte Hark seine Version von King Hus Die Herberge zum Drachentor. Warum also nicht noch einen Klassiker des Wuxia Genre neu interpretieren? Das passierte mit The Blade – Das zerbrochene Schwert. Dieser Film ist das Remake von Chang Chehs Das goldene Schwert des Königstigers (The One-armed Swordsman). Man verfrachtet die Geschichte auch in eine andere Zeit und man sieht sehr deutlich, dass Tsui Hark hier von Wong Kar-Wais Ashes of Time inspiriert war.

Die Handlung spielt in der Vergangenheit, irgendwo in einem kleinen Dorf, dort lebt Ding On, er arbeitet für in einer Schwertschmiede. Sein Vater starb, als er noch Kind war, doch der Meister nahm ihn auf. Nach einem Streit will Li weg von diesem Ort. Als aber seine Kindheitsfreundin Siu Ling angegriffen wird, eilt er zurück. Doch für seine Hilfe zahlt er einen hohen Preis, er verliert seinen Arm und verschwindet spurlos. Die Waise schwarz Locke nimmt ihn bei sich auf. Er versucht hier ein normales Leben zu führen. Doch der tätowierte Killer Fei Lung taucht auf, er tötete damals den Vater von Ding. Aber Ding kann nicht mehr kämpfen, von schwarz Locke bekommt er aber ein verbranntes Buch was ihm Kampfkunst lehrt. Mit neuer Technik will Ding On nur noch eins: Rache!

Tsui Hark muss die Vorlage sehr gut studiert haben, denn man nimmt die wichtigsten Kernpunkte und verpackt sie in eine Handlung, die etwas anders ist, auch das Setting ist ein anderes. Dabei gibt es aber auch viele Elemente, die gleich sind. Auch die homoerotischen Elemente über Freundschaft und Bruderschaft. Hier noch mehr verdeutlicht, in der Form der Schwertschmiede.

The Blade – Das zerbrochene Schwert: Alt trifft auf Neu

Manche Geschichten sind zeitlos, das zeigt The Blade – Das zerbrochene Schwert. Man erzählt die Geschichte von Das goldene Schwert des Königtigers erneut und wandelt nur einige Elemente ab. Denn manches brauch man nicht mehr so heimlich zu zeigen und anderes funktioniert in den 90er Jahren nicht mehr. Das wird sehr deutlich bei den Charakteren. So ist Ding On zwar seinem Meister immer noch verpflichtet, aber die Rolle von Siu Ling ist eine andere. Sie erzählt uns die Geschichte und wir hören immer wieder ihre Gefühle. Dabei leidet sie und versucht alles um es besser zu machen. Siu liebt Ding On und Iorn Head, doch beide wollen nichts von ihr. Sie ist frustriert, noch schlimmer macht es Iron Head, als er eines Nachts eine Hure mit bringt aber Siu anlügt und sagt er hätte sie gerettet. Natürlich findet Siu Ling beide beim Sex und ist enttäuscht. Ding On scheint mit schwarz Locke ein einfaches Leben als Bauer zu führen und die Liebe der Beiden wird wie im Original nur angedeutet.

Die Homosexualität die man den Chang Cheh Filmen immer nach sagt, wird hier auch sehr deutlich gezeigt. Der ganze Anfang in der Schwerschmiede deutet dies an und wir sehen viele halb nackte Männerkörper, dabei beobachte Siu Ling dies auch immer wieder. Man bekommt also auch eine sehr weibliche erotische Sicht auf das alles. Die Freundschaft von Ding On und Iron Head ist hier aber nicht so groß und spielt auch kaum eine Rolle. Noch sinnloser wirkt die Treue und Loyalität die Ding hier an den Tag legt. Er kommt zurück für seine Rache, die anderen Menschen sind ihm Egal. Dennoch endet es an dem Ort, wo alles anfing.

Action

Da wir uns in den 90er Jahren befinden und Tsui Hark die Regie von The Blade – Das zerbrochene Schwert übernahm, bekommen wir seine typische Action geboten. Dabei versucht man aber der Vorlage gerecht zu werden und man hält sich mit den Kämpfen etwas zurück, so baut man die Geschichte langsam auf und steigert die Kämpfe immer mehr. So sehen wir Ding On wie er lernen muss mit nur einen Arm zu kämpfen. Da schwarze Locke hier nicht dieselbe Rolle hat wie die Frau im Original, ist sie auch nicht die Stimme der Moral. Sie mag zwar die Kampfkunst nicht aber sie ist nicht so dagegen wie Ding, sie will eher wissen, was in dem Buch steht, ist es das Letzte, was sie von ihren Eltern hat.

Wenn es aber zur Sache geht bei The Blade – Das zerbrochene Schwert, dann bekommt man als Zuschauer sehr viel Action geboten. Tsui Hark schafft es immer wieder neue Einstellungen aus seinen Hut hervorzuzaubern, die uns die Action noch näher erleben lässt. Hier ist der größte der Unterschied zu dem Original. Denn man hat hier nicht den Peking Opern Stil, sondern einen modern und schnelleren. Alleine das Finale zeigt sie deutlich. Hier ist man wie gefesselt und schaut gespannt zu was als Nächstes passiert. Vincent Zhao zeigt hier sein können und wie akrobatisch er mit nur einen Arm sein kann.

Optik

Der Stil von Tsui Hark ist unverkennbar bei der Kamera, der Film steht nie still und selbst in den ruhigen Momente gibt es immer noch Bewegung im Bild. So vergisst man auch die Zeit und merkt gar nicht, wie schnell die Handlung vorangeht. Selbst wenn sie etwas langsamer erzählt wird und The Blade – Das zerbrochene Schwert braucht etwas, bis die Handlung fahrt aufnimmt. Denn dann ist schon eine Stunde vorbei und wir sind auf dem Weg zum Finale. Tsui Hark bindet auch schon mal die Kamera auf ein Objekt und lässt es mit ziehen, das erinnert immer etwas an den Stil von Sam Raimi, nur das hier bei den Actionszenen auch gut funktioniert.

Das Original wurde in einem Studio gedreht und wirkte sauber und alles hatte diese typische Shaw Brothers Produktion Atmosphäre. Bei dem Remake von Tsui Hark sieht das anders aus, man drehte an echten Locations und alles wirkt schmutzig und dreckig, zum Teil hat man das Gefühl man ist in einem Italo Western und nicht in einem Martial Arts Film. Auch sind viele Bilder düster gehalten, das passt perfekt zur Handlung von The Blade – Das zerbrochene Schwert.

Fazit:

The Blade – Das zerbrochene Schwert ist eine sehr gelungene neu Interpretation des Stoffes. Tsui Hark nimmt alle wichtigen Elemente der Vorlage und verbaut sie neu. Dabei kann man viele Ähnlichkeiten entdecken aber auch sehr viel Neues. Vor allem bei der Action und Kameraarbeit kann der Film punkten und hebt sich deutlich von der Vorlage ab. Man bekommt hier pures 90er Jahre Hongkong Action Kino geboten.

The Blade - Das zerbrochene Schwert

Movie title: The Blade - Das zerbrochene Schwert

Director(s): Tsui Hark

Actor(s): Vincent Zhao, Xiong Xin-Xin, Song Lei, Austin Wai, Moses Chan, Chung Bik-Ha, Che Hing Wa, Jason Chu, Valerie Chow, Michael Tse, Chin Tsi-Ang, Chan Chi-Fai

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.0/10

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