Der legendäre Regisseur und Produzent Tsui Hark hat sich im Jahr 1992 einen Traum erfüllt. Er wollte das Buch Wicked City von Hideyuki Kikuchi verfilmen. Doch als Regisseur trat er am Ende nicht in Erscheinung, auch wenn man bei dem Film merkt, dass er sehr stark in der Produktion verwickelt ist. So entstand der Film Mutant City. Ein schweres unterfangen, denn es gibt schon eine Anime Version aus dem Jahr 1987, welche auch als optische Vorlage für diesen Film genommen wurde. Dazu haben wir es mit einem Effektfilm zu tun, denn hier müssen viele Spezial Effekte gezeigt werden, die Monster und auch anders. Hier merkt man dann die grenzenlose Kreativität von Tsui Hark und seinem Team. Manches sollte man dann auch später in Hollywood wieder finden, vor allem bei Matrix. Einige Effekte und Einstellungen wurden bei diesem Film entliehen.

Die Handlung beginnt in Tokyo, dort versucht Taki einen netten Abend mit einer Frau zu haben, bevor er zurück nach Hongkong fliegt. Doch etwas stimmt nicht, schon im Bad bereitet er eine Waffe vor. Denn die Frau ist ein Reptiod und sie will Taki töten, doch dieser bekommt Hilfe von seinem Partner Ken. Beide arbeiten für eine Organisation, welche sich zur Aufgabe gemacht hat, die Reptiode zu vernichten. Es gibt aber viele Probleme, so hatte Taki eine Beziehung zu der Reptiodin Gaye. Sie arbeitet für einen Reptiode, welche die Menschen und die Wesen zusammenbringen will. Es gibt aber böse Mächte im Hintergrund, welche das verhindern wollen.

Tsui Hark und seine Vision. Dies wird auch bei Mutant City deutlich. Man bekommt hier sehr typische Fantasy Action aus Hongkong geboten. Dieses mal nur in einem etwas anderen Setting aber sonst merkt man schnell, das man hier den grenzenlosen visuellen Stil geboten bekommt. Auch wenn Peter Mak Tai-Kit hier auf dem Regiestuhl saß, so ist es das typische Hongkong Kino.

Auch bei Mutant City geht es um Freundschaft, Liebe und Verrat

Falls jemand die Buchvorlage nicht kennen sollte, wahrscheinlich geht es vielen so. Es ist nicht schlimm, denn Mutant City ist eher am Anime als am Buch. Das stört aber weniger, man merkt aber eins sehr deutlich. Der Film wirkt sehr episodenhaft, wie Kapitel. So führt man am Anfang zwar Taki und Ken ein, schon in der nächsten Szenen aber wird Ken erst mal suspendiert und wir müssen Grübeln warum. Das erfahren dann kurze Zeit später und das soll auch der rote Faden der Geschichte werden. Es geht um die Beziehung zwischen Menschen und Reptoids. Das was unwahrscheinlich klingt wollen einige. Es gibt auch die Bösen und so entsteht der Kampf zwischen Gut und Böse inmitten von Tokyo.

Dabei zeichnet man das typische Bild von Freundschaft und Liebe, auch kommt der Verrat nicht zu kurz. Man versucht hier eine Liebesgeschichte zwischen Taki und Gaye zu erzählen, dabei spielt das in der Vergangenheit und wir erleben die Trümmer dieser Liebe, etwas was zum scheitern geboren war und das scheitern geht weiter. In diesen melancholischen Tönen, zeigt Mutant City seine ruhigen Momente und man merkt, dass man im Hongkong Kino ist. Dabei bekommen wir auch die Freundschaft von Taki und Ken zu sehen. Die sich gegen alle widersetzen und ihr Ding durchziehen. Dabei erfahren wir auch mehr über Ken, er ist ist halb Mensch und halb Reptoid und er kämpfft gegen die Vorurteile, etwas was man auch auf die Probleme von Menschen in Asien beschreiben könnte.

Im Grunde bietet Mutant City die typische Handlung eines Hongkong Action Films, der von Tsui Hark produziert wurde. Was hier auch der Fall ist. Man bekommt genau das was man erwartet. Auch wenn die Geschichte durch das Episodenhafte, auch ab und an sich etwas zieht, so bekommt man eine interessante Story erzählt. Die auch schon zu der Zeit spielt, wo Hongkong an China übergeben wird. Man zeichnet eine düstere Zukunft, welche nicht so gekommen ist aber auch die Filme doch stark beeinflusst hat.

Action

Falls man sich wirklich fragt ob Tsui Hark hier nur, als Produzent tätig war, der wird bei der Action merken, dass es hier ein Hark Film ist. Auch wenn Mutant City in der jetzt Zeit spielt, so bekommt man die volle Ladung an Fantasy Action geboten, die alles bietet was die Tricktechnik damals her gab. Das spiegelt auch die Action wieder, von Kugeln, die durch die Luft fliegen und Uhren, die zum Leben erweckt werden. Reptoids die sich in Maschinen verwandeln können. Unterschiedliche Fähigkeiten und dazu immer wieder Shootouts aber Kugeln richten nicht immer etwas aus. Hier zeigt der Film seine Stärke und man sieht es ihm an, dass er aus Hongkong kommt und das man unbedingt alles zeigen wollte was nur ging.

Im Finale von Mutant City kommt dann alles zusammen, doch schon vorher erlebt man einiges. Man muss sich aber auch auf den Film einlassen. Die Fantasy Elemente und das Wirefu wirken etwas ungewohnt für einen Film, der in der moderne spielt. Dennoch bekommt so viel Action geboten, wie die Handlung hergibt und wie es passt. Schon die erste Szene vereint Tricktechnik mit etwas Action, hier gibt es sicherlich auch eine Szene, welche jeder kennt, sei es aus dem Film oder Anime. Das zieht sich dann durch bis zum Finale. An manchen Stellen sieht man Effekte, die Jahre später auch bei Matrix zu sehen waren.

Optik

Auch wenn hier Peter Mak Tai-Kit Regie geführt har, so sieht Mutant City aus wie ein Tsui Hark Film. Abgefahrene Kameraeinstellungen und Winkel die dem Zuschauer auch immer wieder fordern. Man sieht hier den Stil, den der Produzent prägt und das zieht sich durch den Film. Es ist auch der Look, der die 90er Jahre geprägt haben. Es ist schwer, zu sagen, ob und wie viele Ideen von Peter Mak Tai-Kit gekommen sind und wie viel er für Tsui Hark nur gedreht hat. Es ist dieser Stil, den man erkennt, auch wenn man nicht alles Aufzählen kann, was diesen Stil aus macht. So ist er sehr prägend für das Hongkong Kino und dem Einfluss von Tsui Hark.

Ansonsten, die Action und spezial Effekte sind gut gefilmt und mit viel Tempo versehen. Manche Tricks sehen immer noch sehr gut aus und man merkt die Kreativität die in den Film geflossen sind. Mutant City ist aber auch ein Film der 90er Jahre und das sieht man ihn auch an, vor allem bei der Kleidung. Interessant ist, dass man sich bei der Nacktheit zurückhält und immer wieder Schatten auf bestimmte Körperstellen wirft. Ansonsten gibt es auch einige härtere Effekte in dem Spielfilm.

Fazit:

Mutant City ist pure Kreativität und zeigt, wie man auch einen Anime in einen Realfilm bringen kann. Tsui Hark als Produzent zeigt hier deutlich was sein Stil ist. Man wird sehr gut unterhalten und bekommt einen abgefahren Hongkong Fantasy Action Film geboten.

Mutant City

Movie title: Mutant City

Director(s): Peter Mak Tai-Kit

Actor(s): Jacky Cheung, Leon Lai, Michelle Reis, Roy Cheung, Tatsuya Nakadai, Yuen Woo-Ping, Carman Lee, Reiko Hayama, Kent Chow

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
  • 8/10
    Effekte - 8/10
7.5/10

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