American Assassin

Actionfilme aus Hollywood hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme, man konnte nicht mehr mit der restlichen Welt mithalten. Dazu wurde es durch unzählige Fortsetzungen immer weiter zerstört. Zwar gab es ein paar Highlights wie John Wick, doch oft sah man irgendwelche Hollywood Schauspieler, wie sie durch Stuntmänner ersetzt wurden oder alte Actionstars die zeigen wollten das sie nicht Alt sind und immer noch Action können. Am Ende versagten aber viel. Eine Hoffnung könnte American Assassin sein, nach dem Roman Vince Flynn, schickt man hier einen jungen Helden ins Rennen. Da Dylan O’Brien mit seiner Rolle in den Maze Runner Filmen schon zeigte, dass er auch bei den Actionszenen gut mit machen kann, wurde es Zeit, ihn in einem Film zu stecken der nicht auf ein Teeniepublikum zugeschnitten ist. Achja und Scott Adkins hat auch eine kleine Nebenrolle. Doch kann der Film überzeugen?

Die Handlung beginnt auf Ibiza. Hier verlobt sich Mitch Rapp gerade mit seiner Freundin, doch gibt es einen Anschlag und Terroristen töten seine Verlobte. 18 Monate später Mitch will die Verantwortlichen töten und versucht sich in die Terroristenzelle einzuschleichen. Die CIA lässt den Plan aber scheitern und verhaftet Rapp, doch man will etwas aus ihm machen, er zeigt viel Talent und so kommt er in ein geheimes Projekt. Dort wird er ausgebildet, schnell muss er auf seine erste Mission. Eine unbekannte Person hat Uran gestohlen und scheint mit dem Iran an einer Atombombe zu arbeiten.

Willkommen in der neuen Actionwelt von Hollywood, man fährt bei American Assassin einen sehr harten Stil, man macht keine Gefangenen und baut in der Handlung alles langsam auf. Schon am Anfang wird deutlich, dass das CGI Blut spritzen darf und Gewalt eine große Rolle in der Action spielen wird. Wer also keine weichgespülte PG-13 Action sehen will, wird hier fündig, doch der Film bietet noch mehr. Es könnte der Anfang einer neuen Reihe sein.

American Assassin: Vom Trauma zur Killermaschine

Mitch Rapp könnte der typische Actionheld sein, denn er hat seine Freundin verloren, und hat dadurch ein Trauma, doch anstatt zu Leiden und auf die helfende Hand zu warten, die ihn dazu bringt die Bösen zu töten. Fängt er an alles alleine zu machen, das ruft auch die CIA auf den Plan, er trainiert, um die Bösen zu erledigen, da die USA hier sehr hilfreich mit ihren viel zu laschen Waffengesetzen ist, zeigt der Film am Anfang deutlich. Auch schafft er es bei dem Feind anzukommen, doch seine Rache bekommt er nie. Er kann seinen Gegner nicht töten, die CIA und das Militär kommen ihn zu vor. Mit diesem Hass beginnt er als sein Training. Man bringt ihn bei, wie er noch besser töten kann. Das alles will er aber gar nicht wissen, er hat seinen eigenen Kopf und Befehle ignoriert er gern.

In American Assassin gibt es nicht das typische Scheitern, es zeigt dass die Regeln der alten Männer nicht immer einem ans Ziel bringen. So setzt er sich über das System hinweg und landet dabei auch in der Selbstjustiz, dennoch bringt er eine Lösung. Das alles wirkt immer wieder, so als ob man uns sagen will, das Selbstjustiz etwas Gutes ist aber wir sehen auch die Konsequenzen, sein Team wird verletzt oder stirbt. Auch die heldenhafte Aufopferung einer Figur, wirkt nicht heldenhaft, sondern zeigt deutlich, wie sinnlos das alles ist. Mitch Rapp hat am Ende auch immer noch sein Trauma aber er ist ein Killer, der alles für seinen Auftrag tut und ihn beenden will.

Mit Ghost haben wir einen Gegenspieler, der zeigt was passiert mit den Menschen dieser Ausbildung und zu was sie werden. Er ist der Verrückte, dem diese Ausbildung auch genützt hat. Er ist allen immer einen Schritt voraus. Nur Mitch nicht, denn dieser ist auch unberechenbar. Wir haben keine einfachen Helden und Bösen mehr. Alle sind Komplex und ihre Geschichte ist traumatisch, auch wenn wir über Ghost nicht viel erfahren, so ist es der Hass über das, was mit ihm passierte. Am Ende rettet zwar die USA wieder die Welt in American Assassin, aber es ist kein Happy End.

Action

Actionfilme gibt es wie Sand am Meer und seit dem Videoboom in den 80er Jahren gibt es auch viele B-Ware und Hollywood hing damals schon hinter her, wenn man bedenkt, was Hongkong für Actionfilme zeigte. Dann Jahre später holte man sich die Topleute aus Hongkong und nun nach Matrix war die Actionfilmwelt eine andere. Dann wurde es aber wieder ruhig in Hollywood und viele Filmfans waren durch die schnellen Schnitte genervt, auf der restlichen Welt entwickeltet sich bei dem Actionfilm etwas neues. Erst kam Tony Jaa, dann erlebte Donnie Yen seinen Durchbruch und The Raid veränderte wieder alles. In Hollywood versuchte man das auch, nur hat man hier immer die alten Stars auf der Leinwand, was vielleicht ein paar nostalgische Fans überzeugt aber es fehlte das frische Blut. Filme wie Maze Runner zeigten das es auch geht und Dylan O’Brien könnte glänzen. Das tut er auch in American Assassin, die Action sitzt und wir bekommen alles geboten, von Shootouts bis Nahkämpfe.

Es gibt aber auch aus den USA einige gute Actionfilme und in vielen spielt Scott Adkins die Hauptrolle, er hat hier eine kleine Nebenrolle und wie immer in Mainstream Hollywood Kino, darf er nicht so glänzen wie sonst auch. Dennoch bekommt er mehr zu tun als bei The Expendables 2 zum Beispiel.

Die Action in American Assassin ist kompromisslos und man geht immer hart zur Sache. Da ist die FSK 16 doch etwas verwunderlich, sie ist sehr Grenzwertig und bei der ganzen Gewalt im Film auch sehr fragwürdig. Auch wenn die Moral hier zeigt, dass alles nicht unbeding gut ist. So zeigt man auch, dass Selbstjustiz zum Ziel führen kann. Zwar zeigt man auch den Preis aber irgendwie, sind manche Szenen sehr hart. Alleine wenn Mitch einen Gegner den Arm bricht und ihn dann mit Messer und Knochen ersticht, man spart mit nicht grafischer Gewalt im Film und die Folterszene tut weh beim Zuschauen.

Stan Hurley (Michael Keaton), einer der härtesten Ausbilder der CIA

Optik

Da wir es mit einem modernen Hollywood Film zu tun haben, wirkt alles sehr routiniert im Film. Jede Aufnahme sitzt, außer ein paar wo die Figuren nicht immer zentriert stehen aber das würde nur Wes Anderson stören. Jedenfalls, bekommen wir einen Film, der gut in Szene gesetzt wurde. Dazu wurde er im Cinemascope Format gedreht, was ihm noch mehr Größe verleiht, durch das Bildformat. Der Anfang wirkt dabei aber etwas befremdlich, mit den Aufnahmen des Handys, was aber auch einen Huch von Realität in American Assassin bringt. Der Anschlag kommt aus dem Nichts und als Zuschauer ist man mitten drin und das ist auch bei der Action so.

Die Action ist gut gefilmt, der Schnitt ist schnell, aber so bekommt man hier viel Tempo, man sieht aber auch die Nahkämpfe sehr deutlich und jede Bewegung, es gibt keine Wackelkamera, sondern alles ist ruhiger gefilmt mit viel Tempo. Ansonsten merkt man immer wieder, dass American Assassin nicht an den Orten gedreht wurde, wo er spielen sollte. Das stört aber weniger.

Agent im Training – Mitch Rapp (Dylan O’Brien) hängt alle ab.

Fazit:

American Assassin ist ein guter, harter moderner Actionfilm, der zeigt, dass man mit einem jungen Hauptdarsteller einen überzeugenden Helden hat. Den man auch abnimmt, dass er seine Gegner erledigen kann, die nicht viel älter sind als Er und nicht Jahrzehnte Jünger.

American Assassin

Movie title: American Assassin

Director(s): Michael Cuesta

Actor(s): Dylan O'Brien, Michael Keaton, Sanaa Lathan, Shiva Negar, Taylor Kitsch, David Suchet, Navid Negahban, Scott Adkins, Charlotte Vega, Christopher Bomford, Chris Webster, Shahid Ahmed

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.2/10

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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