Lurking Fear

H.P. Lovecraft gehört zu den bekanntesten Autoren für Horrorliteratur, auch wenn seine Werke langsam etwas in Vergessenheit geraten. So war er auch Inspiration für Stephen King. Interessant wird es immer wieder, wenn man schaut, welche Lovecraft Werke so verfilmt wurden. Dabei merkt man aber auch, dass der Stoff zwar zeitlos ist, aber die Filmemacher müssen kreativ sein. Denn die Beschreibung der alten Götter und anderen Wesen sind etwas, wofür man viel Geld für Effekte braucht. Das hat aber Charles Band und seine Produktionsfirma Full Moon nicht davon abgehalten ein paar Filme zu produzieren die auf Geschichten von H.P. Lovecraft basieren. Einer davon ist Lurking Fear, welcher auf der gleichnamigen Kurzgeschichte beruht und diese wurde in kurzer Zeit gleich drei Mal verfilmt. Neben dieser ist Hemoglobin am bekanntesten aus Videothekentagen. Mit dabei ist auch Jeffrey Combs, welcher einige Erfahrung in Lovecraft Verfilmungen hat.

Die Handlung spielt in der kleinen Stadt Leffert’s Corners, welche seit 20 Jahren von unheimlichen Wesen aus dem Untergrund bedroht werden. In einer stürmischen Nacht plant Cathryn Farrall zusammen mit dem Art Dr. Haggis und dem Priester Poole die Wesen für immer zu vernichten. Doch sie werden unterbrochen erst von John Martense, welche nach fünf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und es ihn in diese Stadt zieht. Danach kommt noch eine Bande von Verbrechern, welche Geld wollen, das der Vater von John auf dem Friedhof versteckt hat. Doch die wirkliche Bedrohung lauert unter der Erde.

Man merkt sehr deutlich die Einflüsse von Lovecraft aber auch viel, was Full Moon ausmacht. Denn Lurking Fear wurde direkt für den Videomarkt produziert und so hat man eine kleine Produktion und drehte in Rumänien. Das spart Geld. Dabei fällt auch auf, dass vieles hinter dem Bleibt was hätte sein können und dann spürt man auch, dass die Lovecraft Werke nicht immer gut umsetzbar sind für einen Film.

Die Genrehandlung in Lurking Fear

Bei einer Laufzeit von knapp 74 Minuten gibt es nicht viel Zeit für den Aufbau der Charaktere, was auch an der Vorlage liegen mag. Denn wie viel kann man aus einer Kurzgeschichte von Lovecraft heraus holen und wie viel will man zeigen? Diese Fragen werden zwar bei Lurking Fear nicht beantwortet, doch man versucht uns alle wichtigen Charaktere zu zeigen. Die Toughte Cathryn, welche am Anfang ihre Schwester durch die Monster verliert und auf der anderen Seite wär da noch John Martense, welcher irgend eine Verbindung zu der Stadt hat und seine Vergangenheit holt ihn langsam ein. Dieses Mysterium wird am Ende auch aufgelöst und klingt nach Lovecraft, auch die unheimliche Bedrohung von unten und das wir die Wesen nicht oft sehen.

Wenn alle wichtigen Figuren in der Kirche zusammentreffen, gehen die Konflikte auch Los. Denn die Vergangenheit von John ist hier ein Thema, wo ist das Geld, was sein Vater gestohlen hat. Die Gangster wissen nicht, in welcher Gefahr sie sind. Die Guten sind hier von zwei Seiten bedroht und der Storm wird immer stärker. Man spielt damit und dann wär da noch der Priester der mit den Wesen redet und scheinbar etwas plant und mehr über John weiß.

Am Ende hat die Handlung aber einige Probleme, denn wie viel Zeit vom Anfang bis hin zum Ende vergangen sind, wissen wir nicht. Es spielt zwar zum größten Teil alles in einer Nacht. Doch am Anfang die Handlung rund um Cathryn und ihre Schwester spielt davor, wie lange brauchte sie, um so zu werden. Auch fragt man sich: Was Maria da macht als Schwangere in dem Ort, der wie ausgestorben ist. Hier hätte man auch mehr machen können. Man braucht aber eine Jungfrau in Nöten, weil mit Cathryn schon eine starke und unabhängige Frau hatte und irgendwer muss auch am Ende gerettet werden.

Atmosphäre, Spannung und Effekte

Wie bei vielen Full Moon Produktionen hat auch Lurking Fear seine einige besondere Atmosphäre, irgendwo zwischen Horror- und Actionfilm. Denn es wirkt wie eine Belagerung. Doch was dem Film genau ausmacht, kann man auch nicht so einfach beschreiben. Er hat seinen eigenen Reiz, erinnert auch an andere Produktion dieser Zeit, die an einem Ort spielen und die Bedrohung kommt von draußen. Man wird entweder in seinen Bann gezogen oder es lässt einem kalt. Dennoch merkt man, warum dieser Film damals in der Videothek seine Zuschauer fand.

Auch bietet der Film immer wieder Spannung, auch wenn es nicht die Stärke der Handlung ist. Man will wissen, wie es weiter geht und warum die Wesen da sind, doch eine Erklärung bekommt man nicht, viel mehr gibt es eine Wendung und dann ist der Film vorbei. Mit 74 Minuten erzählt man das alles mit viel Tempo und so, baut sich auch immer wieder Spannung auf, doch die verschwindet auch immer wieder.

Die Effekte im Film sind zwar nicht viele aber die Monster sind gelungen und man merkt auch, was man mit ihnen erreichen wollte. So gibt es ein paar kleine blutige Effekte im Verlauf von Lurking Fear, viel mehr hat man sich aber auf die Masken der Monster konzentriert und die sehen gut aus. So bekommt man einen kleinen Film mit netten Effekten geboten, was auch sehr typisch für Full Moon war.

Optik

Auch wenn Lurking Fear für den Heimkinomarkt produziert wurde, dreht man ihn dennoch auf 35 MM und das sieht man ihn auch an. Dank einer Abtastung in HD, so bekommt man den Film in seiner vollen Pracht geboten und nicht mehr in 4:3. Das man hier mehr machen wollte, als nur eine schnelle Produktion sieht man Lurking Fear an, auch wenn alles billig und schnell produziert wurde bei Full Moon, so gab man sich mühe und versuchte auch viele Details in die wenigen Sets zu bringen, es gibt den Friedhof und die Kirche, beides sieht gut aus und wirkt auch. Dann sind da noch die Monster, welche die Menschen beobachten und wir auch im Finale in Großaufnahme sehen und man uns zeigt, dass es mehr ist als das übliche Filmmonster.

Wenn John in Leffert’s Corners bekommt man ein paar sehr tolle atmosphärische Aufnahmen der verlassen Stadt geboten. Hier von hätte man sich etwas mehr gewünscht aber mehr war nicht drin. Man zeigt hier den Grusel der Geschichte perfekt. Ein Ort von dem Bösen bedroht und fast vernichtet, auch ein unheimliches Kind mit Maske taucht auf. Diese Szene werte den Film auf und gehört zu den Highlights von Lurking Fear.

Fazit:

Lurking Fear ist eine kleine feine Produktion von Full Moon. Man versucht den Stoff von H.P. Lovecraft gerecht zu werden, macht aber auch etwas eigenständiges draus. Man wird in den 74 Minuten gut unterhalten und bekommt ein paar tolle Szenen geboten die eine unheimliche Atmosphäre bieten.

Lurking Fear

Movie title: Lurking Fear

Director(s): C. Courtney Joyner

Actor(s): Jon Finch, Blake Bailey, Ashley Laurence, Jeffrey Combs, Allison Mackie, Paul Mantee, Vincent Schiavelli, Joseph Leavengood, Michael Todd, Cristina Stoica, Luana Stoica, Adrian Pintea

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.2/10