H.P. Lovecraft hat das moderne Horrorgenre geprägt wie kaum ein anderer Autor und so ist verwunderlich, dass seine Werke immer wieder verfilmt werden, aber nicht direkt von großen Hollywood Studios, sondern von kleinen Produktionen. Es sind aber auch Geschichten, die immer etwas schwer verfilmbar sind. Dennoch trauten sich einige Macher daran. Vor allem in den 80ern und 90ern, gab es einen Boom an Lovecraft Verfilmungen. Eine davon ist The Resurrected, welcher in Deutschland auch als Evil Dead – Die Saat des Bösen bekannt ist. Basieren tut der Film auf der Geschichte Der Fall des Charles Dexter Ward. Eine typische Kurzgeschichte von Lovecraft um Tote, die wieder zum Leben erweckt werden, dem Okkulten. Dabei gibt es auch einen Twist am Ende, welcher dem Leser aber schnell klar wird, aber das stört nicht. Auch sind es wieder Erzählungen einer Person, hier die vom Hausarzt von Charles Dexter Ward. Doch wie läuft das in der Filmversion ab?

Aber kommen wir erst mal zur Handlung. Es geht los mit dem Verschwinden von Charles Dexter Ward aus der Psychiatrie. Dann sehen wir den Privatdetektiv John March der seine Erlebnisse der vergangenen Woche aufzeichnet. Dann geht die Handlung los. In das Büro von March kommt Claire Ward, die Ehefrau von Charles Dexter Ward, sie will heraus finden, was mit ihrem Ehemann los ist. Er benimmt sich seit Wochen seltsam und hat mit Dr. Ash einen neuen Freund, beide forschen an etwas unheimliche. So macht sich John March los, um heraus zu finden was los ist.

Auch wenn es etwas dauert, The Resurrected schafft es die Atmosphäre der Geschichte von H.P. Lovecraft einzufangen, dabei ändert man zwar Teile der Handlung ab und versetzt es in die Moderne aber vieles ist fast eins zu eins wie im Buch. So bekommt man eine Geschichte geboten, die zwar am Anfang etwas lange braucht aber sich dann schnell entfaltet.

Verschachtlung ala Lovercraft in The Resurrected

Wer schon mal eine Geschichte von H.P. Lovecraft gelesen hat, wird feststellen, das alles immer auf Erzählungen basiert, man hat hier die Rückblende in Textform. Das gibt dem Leser auch etwas sicherheit, aber es ist gut für ein paar Wendungen. Das passiert auch bei Der Fall von Charles Dexter Ward. Bei The Ressurreced macht man das auch wie im Buch. Hier wird der Hausarzt aber zum Privatdetektiv, wir fangen aber wo anders an, denn wir sehen das Ende. Dann erst erfahren was Passierte und wir arbeiten uns zu dem, Vor was wir sahen. Dabei wird es immer wieder verschachtelt, denn es gibt weitere Rückblendungen und Erzählungen, was früher passiert ist. Dabei ist das alles aber niemals komplex, sondern immer überschaubar und passend in die Handlung eingebunden. So fesselt uns der Film, wer die Kurzgeschichte noch nicht kennt, wird hier mehr überrascht werden von der Wendung, als wenn man sie kennt, aber es gibt auch viele Hinweise auf diesen Twist.

Als Zuschauer muss man sich bei The Resurrected aber auch auf den Film einlassen. Denn am Anfang baut man die Handlung langsam auf und tanzt um die Handlung herum, wir erfahren mehr zu Charles Dexter Ward und was alles passiert ist. John March stellt Nachforschungen an, das zieht sich aber alles und dann geht es los. Wir erfahren mehr zu der Vergangenheit und dann begibt sich die Gruppe in die Gewölbe unterhalb des Hauses und die Handlung nimmt fahrt auf und ist dann fast wieder vorbei. Das langsam aufbauen sorgt aber auch für die tolle Atmosphäre des Films und man will wissen, wie es weiter geht. Dabei erfahren wir aber vor allem viel über Charles Dexter Ward. John march ist zwar die Hauptfigur, aber über ihn wissen wir nur, dass er ein Privatdetektiv ist.

Auch die restlichen Charaktere bleiben stark im Hintergrund. Claire Ward wurde für den Film erfunden, im Buch sind es die Eltern von Charles Dexter Ward, welche wissen wollen, was mit ihrem Sohn los ist und hier erfahren wir auch mehr darüber, das er sich lange mit seiner Vergangenheit befasste und das Okkulte studierte, bevor es zu dem kommt wo Film und Buch dann gleich sind. Diese Fakten hätten auch The Resurrected gutgetan, vor allem am Anfang, es würde besser passen. Auch die Figur von Dr. Ash hätte man besser einführen können.

Horror, Atmosphäre und Effekte

Man sollte bei The Resurrected nicht einen Filmen voller Splattereffekte erwarten, wie bei Reanimator, es ist nicht Teil der Geschichte, zwar gibt es ein paar gelungene Effekte aber das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Es geht viel mehr um die Atmosphäre und die Dinge die Charles Dexter Ward hervorgeholt hat. Auch wenn es hier nicht um die alten Götter geht, so geht es um das Wiedererwecken von Toten. Das alles ist aber subtiler und langsamer aufgebaut als in anderen Lovecraft Verfilmungen. Man entlädt alles erst im Finale.

Das Unheimliche zeigt man im Film immer wieder gut, wir erfahren wie sich Charles Dexter Ward verändert hat und sich merkwürdig verhält. Das sorgt für einen schaurig schönen Grusel, es ist kein Horrorfilm, der auf große Schockmomente setzt, obwohl wenn die Gruppe im Keller ist, gibt es solche Momente. Man kann sie vorsehen, aber da es nur ein kleiner Momente ist, kann man dies noch verzeihen. Damals war das nicht so ausgelutscht wie heute. Die wenigen Effekte im Film sind sehr gelungen, das ganze Finale bietet gut gemachte Effekte.

Optik

Regisseur Dan O’Bannon hat nur zwei Filme gedreht und einer davon ist ein Kultfilm, denn bevor er The Resurrected drehte, führte er bei Return of the Living Dead Regie und der Film ist heute immer nocht Kult. Sein zweiter Film The Resurrected ist da der unbekanntere von zweien und das auch zu Unrecht. Denn man sieht sein Talent für Horrorfilme. Sein Stil ist anders als der von Stuart Gordan und so erschafft er eine ganz andere Lovecraft Welt. Es wirkt realistischer wo der Horror langsam eindringt, wie in der Geschichte. So gibt es immer wieder Andeutungen und in der ersten Szenen können wir nur erahnen, was im Finale passieren wird. Dabei ist der Film in erdigen Farben gehalten und alles wirkt immer düster, selbst am Tag. Das passt perfekt zur Handlung des Films.

Sonst sieht man, wann der Film gedreht wurde, wir befinden uns in den 90ern und das schreit der Film. Dafür bekommen wir aber ein paar tolle Orte gezeigt, die sehr gut zur Handlung und zur Vorlage passen. Das Haus und die Katakomben darunter passen sehr gut zu Lovecraft. Auch die ländliche abgelegene Gegend wo das Haus liegt.

Fazit:

The Resurreced ist ein toller atmosphärischer Horrorfilm, der seine Vorlage gut nutzt und die Neuerungen passen gut in die Handlung. Auch wenn man den Twist sehr schnell erahnen kann, so wird man mit einem tollen Finale voller guter Effekte belohnt.

The Resurrected

Movie title: The Resurrected

Director(s): Dan O'Bannon

Actor(s): John Terry, Jane Sibbett, Chris Sarandon, Robert Romanus, Laurie Briscoe, Ken Camroux, Patrick P. Pon, Bernard Cuffling, J.B. Bivens, Robert Sidley, Des Smiley, Eric Newton

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.4/10