Indien ist eins der größten Länder der Welt und auch eins mit der größten Bevölkerung. Auch die Menschen dort lieben den Film und dort werden die erfolgreichsten Filme aller Zeiten produziert, jedenfalls für das Land. Denn weltweit sind es nur kleine Nischenproduktionen, obwohl man genauso viel Geld ausgibt wie Hollywood und auf der ganzen Welt dreht. Auch beim Actionfilm will man mit mischen und in den vergangenen Jahren kamen auch einige Highlights aus dem Land. Actionstars werden geboren und einer der Neuen ist Tiger Shroff, welcher in Baaghi zeigt warum er es auch verdient hat. Denn wir bekommen hier einen typischen indischen Film geboten, der aber Martial Arts Szenen hat die auf internationalen Niveau sind und man bedient sich etwas bei Ong Bak und The Raid, im Abspann gibt es auch Szenen von missglückten Stunts, wie bei Jackie Chan.

Die Handlung dreht sich um Ronny, dieser wird von P P Khurana beauftragt seine Tochter Sia zu befreien, diese wird von Raghav in Bangkok festgehalten. Für Ronny ist der Auftrag kein leichter, denn er ist in Sia verliebt und er lernte sie auf seiner Reise kennen, wo er Kampfkunst lernen sollte beim Vater von Raghav. Raghav ist aber auch in Sia verliebt und versucht alles, um Sia für sich zu gewinnen, die Entführung war sein letzter Plan. Vorher muss er aber Ronny los werden, denn dieser würde alles für seine große Liebe tun.

Alleine schon wegen dem Finale sollte Man Baaghi gesehen haben aber auch, wie man die filmische Kultur in einen Actionfilm bekommt und damit wohl auch einige Zuschauer überfordert. Denn es gibt die typischen Musical Einlagen und die Liebesgeschichte zwischen Ronny und Sia ist voller Kitsch und dennoch sind es Elemente, die man auch aus dem westlichen Actionfilm kennt. Denn im Grunde will der Held hier nur die Frau retten. Doch eine typische Jungfrau in Nöten ist Sia nicht immer. Obwohl sie es am Ende auch ist. Klingt widersprüchlich, ist es aber auch.

Helden, Böse und kaum etwas dazwischen in Baaghi

Auch wenn die Handlung von Baaghi versucht Ronny ein paar Ecken und Kanten zu geben, so ist er doch der Held und der dann auch alles macht, um seine Liebe zu retten. Dabei erfahren wir am Anfang nicht viel über ihn, denn erst mal baut man die Handlung auf, denn Sia wird von Raghav entführt und der Vater ist verzweifelt, weil man keine Hilfe von der Regierung bekommt. Doch es gibt da jemanden, der es tun könnte. Es koste den Vater auch etwas Überwindung, warum? Das erfahren wir erst viel später im Film. Er geht zu Ronny und bittet ihm um Hilfe. Dieser willigt auch ein. Als er im Flugzeug sitzt, erinnert er sich an seine Vergangenheit und wie er Sia kennengelernt hat. Nach und nach erffahren wir was alles passiert ist.

Dieser Teil der Handlung führt alle Charaktere ein und wir lernen sie kennen und erfahren eine Menge und am Ende doch nicht so viel wie man uns glauben lassen will. Alles ist sehr oberflächlich und voller Stereotypen. Man baut viel kitsch ein, so lernen sich Sia und Ronny bei Regen kennen und halten es für ein Zeichen, denn immer wenn sie sich treffen fängt es an zu regnen. Das zeigt uns Baaghi sehr deutlich und immer wieder. Es gehört zur indischen Kultur dazu. Liebe wird hier durch Bilder gezeigt und Dialoge. Denn nähe gibt es , auch wenn Ronny Sia sogar einen Kuss gibt. Was immer noch ein kleiner Tabubruch ist.

Raghav ist auch nur der Böse, der am Anfang ganz normal wirkt und immer wieder seinen Vater besucht, dabei verliebt er sich auch in Sia. Schnell wird aber deutlich, was für ein Mensch er ist. Wir bekommen es vor der langen Rückblende auch gezeigt, er ist der Böse der Handlung. Darum ist diese Charakterentwicklung auch keine Verwunderung. Interessant wird es im Finale, wenn man uns sein Versteck zeigt und hier gibt es viel Potenzial, auch wenn die Idee eindeutig von The Raid geklaut ist.

Action

Die Action ist die Stärke von Baaghi. Denn hier bekommt man einiges geboten. Auch wenn man am Anfang das typische Klischee des Martial Arts Training zeigt und Ronny lernen muss, dass alles was er für seinen Meister tun musste schon teil seines Trainings war. Danach lernt er dann die richtige Kampfkunst und wir Zuschauer dann, dass diese indische Kampfkunst wohl durch Buddha nach China kam und so der Shaolin Kung Fu Stil entstand. Wenn es Shifuhi Shaurya Bharadwaj sagt, wird es wohl stimmen. Denn er ist Stunman und hat Tiger Shroff ausgebildet. Einen kleinen Einblick in sein können bekommen wir im Film auch. Doch dann darf Tiger Shroff als Ronny ran.

Während wir in der ersten hälfte von Baaghi kaum Action sehen, so gibt man in der zweiten Hälfte Vollgas. Zwar gibt es vor der Intermission schon eine Szenen, doch was danach folgt, ist unglaublich. Ronny flieht durch Bangkok wie Tony Jaa in Ong Bak und vorher besiegt er in einem Fight Club auch noch einen Gegner ähnlich wie Jaa. Danach baut man das Finale auf und hier wird deutlich, dass The Raid wirklich als Vorbild diente. Was nicht schlimm ist. Denn wir bekommen gut 20 Minuten an Martial Arts Action geboten und hier ist alles dabei. Man steigert jeden Kampf und auch Shraddha Kapoor darf als Sia einen kurzen Kampf haben, man will sie nicht als typische Jungfrau in Nöten stehen lassen. Bei ihrer Szene merkt man aber auch deutlich, dass der Schnitt anders ist und vieles sehen wir nicht. So wird sehr geschickt kaschiert, dass sie nicht in Kampfkunst ausgebildet ist.

Optik

Das indische Kino hat einen ganz eigenen Stil, das sieht man auch bei Baaghi. Man setzt alles sehr dramatisch in Szene und nutzt sehr viel Zeitlupe und Gefühle werden überdeutlich ausgespielt, so das jeder im Saal es auch sehen und verstehen kann. Dabei geht man aber nicht subtil vor und schon bei der ersten Szene mit Ronny und Sia weiß jeder, dass die Zwei zusammen gehören. Man sieht aber auch, dass es eine große Produktion war. Man nutzt alle möglichen Kameras und manchmal hat man für ein paar Sekunden eine Kamerafahrt, welche die Größe des Films zeigt und uns ein paar Luftaufnahmen von einer Szene liefert.

Wie schon erwähnt, sieht man bei den Actionszenen auch einen Unterschied, wer gerade vor der Kamera steht. Tiger Shroff macht viele seiner Stunts selbst und das ist immer wieder beeindruckend, das zeigt alleine die Verfolgungsjagd, auch wenn man hier sehr viele Ideen von Ong Bak übernommen hat oder dem ein oder anderen Jackie Chan Film, welche der Szene in Ong Bak Pate standen. Alles ist sehr dynamisch und mit viel Tempo geschnitten. Das Finale erinnert dann auch optisch stark an The Raid, obwohl der finale Kampf dann mit Röntgenbildern auffährt, welche Knochen gerade gebrochen werden.

Fazit:

Baaghi hat zwar einen merkwürdigen Handlung Mix für uns westliche Menschen, doch die Action kann überzeugen. Man bekommt sehr gute Martial Arts Szenen, wo man die Vorlagen sehr deutlich erkennt, dafür ist alles aber auch sehr stylisch.

Baaghi

Movie title: Baaghi

Director(s): Sabir Khan

Actor(s): Tiger Shroff, Shraddha Kapoor, Sudheer Babu Posani, Sunil Grover, Shifuji Shaurya Bharadwaj, Sanjay Mishra, Sourav Chakraborty, Paras Arora, Sumit Gulati, Jagdish Kansara, Buddya Sunari Magar, Prashant Singh

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.2/10