Japan ist ein Land das viele fasziniert und auch die Filmkultur ist eine ganz eigene und so schwappen immer wieder Filme zu uns. Doch es geht auch anders herum, denn vier französische Filmemacher haben sich auf den Weg nach Japan gemacht, um dort einen Episodenfilm zu drehen. Dabei fröhnt man dem Horror in all seinen Formen, denn Japan ist im Westen vor allem für die Horrorfilme bekannt, sei es der subtile Grusel wie bei Ring oder extrem blutig wie Ichi the Killer. Schon der Titel Tokyo Grand Guignol zeigt wohin die Reise gehen wird. Denn man spielt hier an das Theater Grand Guignol, welches eins der ersten Horrortheater der Welt war und auch den Splatterfilm beeinflusste, zeigte man auf der Bühne, Sex, Morde und viel Blut, dazu auch bizarre Stücke.

Von den vier Regisseuren ist François Gaillard der bekannteste, denn drehte er Blackaria und Last Caress, zwei Filme die dem italienischen Genrefilm huldigten. Die anderen drei Namen müssen euch nichts sagen, haben sie auch nicht wirklich viel gedreht. Das stört aber weniger bei Tokyo Grand Guignol. Denn vieles haben sie wohl gelernt und auch umgesetzt. Denn eins wird schon bei den ersten Bildern deutlich, man zeigt Tokyo gern von oben, man hatte eine Drohne für einen Tag und filmte, das trennte dann auch die Geschichten von einander. Dazu hat jeder Regisseur seinen eigenen Stil und zeigt auch eine ganz andere Form des Genrekinos.

Wunder euch nicht, dass diese Review auch etwas anders aufgebaut ist. Denn jede Folge bekommt seine eigene Besprechung, anders ist es auch nicht machbar. Das auch die Frage beantworten sollte, welche Episode sollte man gesehen haben und ist die dritte wirklich so schlecht wie die aktuelle Meinung zu Tokyo Grand Guignol tendiert. Wir werden es schnell genug erfahren. Auf in das blutige Treiben von Japans größter Stadt.

Episode 1: Endless Love

Den Anfang von Tokyo Grand Guignol macht die Episode Endless Love. Hier geht es um einen Mann, der seine Frau bei einem Autounfall verloren hat. Es waren die Yakuza, dennen er Geld schuldet. Das ist aber aktuell nicht das Schlimmste in seinem Leben. Denn scheinbar erlebt er denselben Tag immer wieder. Er sucht Hilfe bei der Agentur Styx und bekommt sie auch. Er kann durch die Zeitreisen, wenn er einen Menschen tötet. So macht er den Versuch und er reißt einen Tag in die Vergangenheit. So beschließt er seine tote Frau wieder zu treffen und zu retten. Doch dafür muss er noch mehr Menschen töten.

Es ist ein interessanter Ansatz, den die Geschichte zeigt, doch man macht nicht viel daraus. Wir sehen nicht wie der Mann den Tag immer wieder erlebt, er erzählt es nur. Auch die Sache mit den Morden, führt zwar zu einem kleinen Bösen Twist am Ende. Doch ist hier auch nur Mittel zum Zweck und funktioniert nicht immer so gut. Man nutzt es nicht wirklich, was bei der Kürze der Episode auch nicht verwunderlich ist, aber etwas mehr hätte es sein können. So bekommen wir einen Charaktere der von Trauer getrieben wird und so in einer extremen Situation landet.

Optisch ist die Episode Ok, man bekommt eine gute Kameraarbeit, aber bei den kurzen Kampfszenen merkt man, dass der Regisseur hier nicht das Können dafür hat und dazu gibt es einige schlechte CGI Blut Effekte, vor allem bei der Szene mit dem Kasten mit Flaschen. Hier merkt man dann, dass die Produktion kaum Geld hatte und man wohl alles schnell gefilmt hat. Es ist auch die einzige Szene in der Episode und Spannung kommt auf. Was schade ist, denn die Idee ist gut und interessant.

Episode 2: Trahison

Auch wenn es noch nicht wüsste, man hört schon am Soundtrack von der zweiten Episode von Tokyo Grand Guignol wer hier die Regie führte. Denn es sind die typischen Synthieklänge von Double Dragon und da kann nur François Gaillard dahinter stecken. Das sieht man dann auch. Denn es gibt wieder Neonfarben und Kameraeinstellungen, welche eher an das italienische Genrekino erinnern als ein Film aus Japan. Das ist auch der größte Schwachpunkt des Films. Denn man versucht dem Zuschauer hier zu blenden mit der Geschichte.

Die Handlung rund um eine junge Frau, die einen mysteriösen Anruf bekommt und sich dann im Spiegel als Monster sieht und die nächsten Tage zum Albtraum werden, sieht zwar schick aus aber hat keinen Inhalt. Man sieht den Twist am Ende schon von so schnell kommen, dass man sich fragt ob hier nicht was anderes passiert. Dies ist leider nicht der Fall. Auch fehlt einem als Zuschauer das Wissen, was mit der Hauptfigur los ist, die wenigen Informationen die man bekommt in den wenigen Dialogen führen auch nirgendwo hin. Man könnte es zwar als surrealen Traum ab tun und meinen man will nur einen Albtraum zeigen. So fehlt hier aber auch das Wesentliche, denn auch im Surrealen muss es irgendwo etwas Logisches geben, etwas Überspitztes. Das fehlt hier.

Die toll gefilmten Szenen können das alles auch nicht retten, als Zuschauer wird man damit allein gelassen und der Grusel und Horror funktioniert nicht, weil auch die Bilder dann zu typisch sind und die Geschichte nicht in Japan spielen müsste. Es fehlt das Subtile des Horrors, das Schleichende, hätte man das alles langsamer aufgebaut und ruhiger erzählt. Würde Treason viel besser Funktionieren.

Episode 3: Shadow Hunter

Was für ein toller Kontrast zu den Geschichten davor. Die dritte Episode von Tokyo Grand Guignol zeigt, wie man es richtig macht. Wir bekommen eine interessante Handlung geboten, die auch perfekt für einen Episoden Film ist, man möchte am Ende sogar mehr davon haben. Denn das Universum von Shadow Hunter schein sehr interessant zu sein. Vor allem baut man auch Charaktere auf und man spielt hier mit den Fantasyaspekt und nicht mit Horror.

Die Handlung dreht sich um eine junge Frau, welche Schattenwesen jagt und tötet, diese verfolgen Menschen und scheinen eine Bedrohung zu sein. Doch auch sie wird von so einem Wesen verfolgt, das bemerkt sie aber nicht. Ihre letzte Aktion sorgte aber für aufsehen, denn ein Hentai, welcher eine Frau heimlich fotografierte, hat das alles beobachtet und ging zur Polizei. So werden Untersuchungen angestellt. Dabei zeigt man ihren Alltag und wie das Wesen mit ihr agiert und handelt. Es stellt nie eine Bedrohung für sie da. Es stellt uns als Zuschauer auch vor die Frage, sind die anderen Wesen auch harmlos? Eine Szene zeigt, dass diese Schattenkreaturen eifersüchtig werden und deswegen die Menschen verletzen.

Das ganze Mysterium was hier aufgebaut wird und die Fragen nach dem Warum, lassen diese Episode wirklich glänzen. Man wird unterhalten und kann abtauchen in die Welt, auch weil man eine vernünftige Handlung erzählt, welche nicht den Wert auf die Effekte legt, sondern an die Charaktere denkt. Das ist der größte Pluspunkt.

Episode 4: Good Boy

Viele von Euch kennen die Geschichte von Hachiko, dem treuen Hund, der auf sein Herrchen wartet, wurde verfilmt in Japan und es gab sogar ein Hollywood Remake. Diese Geschichte nimmt man hier und macht daraus eine Art Werwolf Story. Denn ein Mann regt sich über seine Freundin auf, er wird so sauer, dass er in die Figur von Hachiko etwas rein ritzt und dann von dieser Statur gebissen wird. Langsam fängt er an sich zu verändern. Er irrt im Rotlichtviertel von Tokyo um her und trifft dort auf Momo, die ihn mit zu sich nimmt. Momo ist ein leichtes Mädel und verlangt für ihre Dienste Geld. Der Mann will nur noch bei ihr bleiben und fängt an durch zudrehen.

Wieder haben wir eine gute Idee und dieses Mal auch halbwegs vernünftig umgesetzt. Es wirkt wie ein typischer japanischer Film, mit einer abgefahrenen Idee. Es endet zwar nicht wie Horney House of Horror aber man bemüht sich. Hat auch ein paar Darstellerin die in dem ein oder anderen Pinku Eiga mitspielen und das sieht man der letzten Episode von Tokyo Grand Guignol auch deutlich an. Sie wissen wie Sex vor der Kamera vortäuscht.

Auch optisch hat man wieder einen etwas anderen Stil, mit ein paar netten Animationen und schlechten CGI Effekten, die sehr deutlich zu erkennen sind. Auch das Werhund Make-up sieht zwar für ein paar Sekunden gut aus aber danach wirkt es etwas zu lieblos gemacht. Das ist auch das Problem dieser Episode, die Idee ist da und auch das Können aber alle wirken so, als ob sie keine Lust hätten.

Fazit:

Tokyo Grand Guignol bietet zwar viele nette Ideen in die vier Episoden aber viele davon wirken sehr lieblos. Dazu funktioniert kaum eine Episode richtig, man vergisst die Handlung oder hat die Länge nicht beadacht. Als einzelene Filme mit mehr Handlung wär bei einigen Episoden mehr drin gewesen. Einzig die dritte Episode sticht hervor und ist das Highlight des Films.

Tokyo Grand Guignol

Movie title: Tokyo Grand Guignol

Director(s): Nicolas Alberny, François Gaillard, Gilles Landucci, Yann Moreau,

Actor(s): Megumi Nasuno, Haruka Yamamoto, Naoki Ishida, Takaharu Kurihara, Nobuhiro Ohkawauchi, Takeshi Tanaka, Jigoroh, Ayumi Tomiyama, Kanami Ikoi, Mina Chung, Makoto Takagi, Masaki Kurusu

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 4/10
    Spannung - 4/10
  • 4/10
    Unterhaltung - 4/10
5.2/10

 

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