Charles Band ist heute bekannt für seine Full Moon Filme, einer der Independent Film Produktionsfirmen, doch schon davor hatte er Filmfirmen, eine war Empire Pictures, doch als diese Firma pleite ging, hörte er nicht auf, sondern machte weiter. Aus dieser Zeit stammen einige Filme und Reihen die dann auch unter dem Full Moon Banner weiter produziert wurden. Eins seiner eigenen Projekte auch. Dieses ist Trancers, ein Scifi Action Film, der mitte der 80er noch sehr frisch und neu gewirkt haben mag. Denn es gibt einige Ideen, die für so einen kleinen Film ungewöhnlich sind. Alleine das Thema der Zeitreise und wie sie funktioniert. Dazu war der Film auch fürs Kino produziert und nicht direkt für den Heimkinomarkt. Kann man sich heute auch kaum noch vorstellen. Am Anfang bekommen wir auch einen kleinen Blick auf eine Welt die Stark an Blade Runner erinnert, bevor der Film in die jetzt Zeit springt und Helen Hunt ihre erste Filmrolle bekommt.

Die Handlung beginnt im Jahr 2247, der Polizist Jack Deth ist auf der Suche nach einem Trancer. Als er diesen erledigt hat, wirft er hin. Er hat keine Lust mehr auf die Arbeit. Doch etwas später kommt er zurück, denn der Macher der Trancers, Whistler ist zurück und ist ins Jahr 1985 geflohen und versteckt sich dort. Jack Deth ist der Einzige der ihn aufhalten kann und will. So reist er auch in der Zeit zurück und landet im Körper eines seiner Vorfahren. Dort trifft er auf Leena, sie glaubt ihm am Anfang nicht aber schnell wird Ihr klar, dass Jack Deth die Wahrheit sagt. Können beide Whistler aufhalten?

Es ist immer wieder toll, kleine Perlen wie Trancers zu entdecken, auch wenn sie keine Meisterwerke sind, so sind es Produktion, die heute fehlen. Menschen mit Kreativität und den Mitteln dazu, drehen ihre Vision und erzählen dabei auch eine interessante Geschichte. Wie es Charles Band es hier macht.

Scifi Krimi Handlung in Trancers

Am Anfang des Films könnte man auch das Gefühl haben, wir befinden uns in Blade Runner und Jack Deth ist hier um einen Replikant zu fangen. Dieser Zufall ist gewollt, hat man doch versucht den Stil des Films zu kopieren, nur nimmt Trancers schnell eine andere Wendung. Man baut Jack Deth aber als typischen Cop auf, der sich gegen das System stellt und das macht was er will. Er tötet den Körper von Whistler, um ihn so in der Vergangenheit zu erledigen. Denn die Zeitreise funktioniert her nur mit dem Geist, der Körper bleibt im Jahr 2247. Das führt auch zu einigen Problemen. Diese sind aber schnell abgehandelt, da der Film gerade einmal 75 Minuten lang ist.

Jack Deth ist ein cooler Charakter, auch wenn er etwas wirkt, als wär er immer noch im falschen Jahrzehnt. Er ist ein grimmiger Mann, der auch in einem Film noir spielen könnte. Leena ist genau das Gegenteil, junge und lebt im Hier und Jetzt und ihr Ex-Freund ist ein Punk, den wir auch kurz sehen. Denn Jack und Leena gehen auch in einen Punkklub. Was für das Jahr 1985 und Los Angeles zwar normal war, aber ein Metal Laden hätte etwas besser gepasst. Das ungleiche Duo kommt sich auch schnell näher und beide verlieben sich.

Whistler dagegen lernen wir kennen, dafür ist auch keine Zeit in Trancers, man erzählt die Geschichte schnell und man erfährt nur das nötigste. Tiefe bei den Bösen braucht man nicht, wir alles Zuschauer wissen das er der Böse ist. Mehr wird uns nicht erklärt, nur das Whistler die Ehefrau von Jack Deth getötet hat und dieser deswegen auch seine persönliche Rache haben will. Das passt aber auch sehr gut zu seinem Charakter.

Zeitreisen und andere Ideen

Die Zeitreise Thematik wird in jedem Film anders erzähl, in den meisten Version aber reisen die Menschen immer mit ihrem Körper durch die Zeit. Bei Trancers ist es nur der Geist und man landet im Körper eines Vorfahren. Das führt zu einem kleinen Gag in Trancers, denn jemand soll Jack Deth zurückholen. Doch sein einziger Vorfahre ist ein zehn jähriges Mädchen, was Jack und Leena dabei stört als sie gerade intim werden wollen. Ansonsten gibt es noch ein Serum was die Menschen wieder zurückschickt. Sonst hält man sich bedeckt, wie das alles funktioniert und das ist immer der beste Weg, es klingt glaubwürdig und wir der Zuschauer hinterfragt das nicht.

Jack Deth bekommt in Trancers auch ein tolles Gimmick, er bekommt eine Uhr, mit der er die Zeit verlangsamen kann, aber er kann sich normal weiter bewegen. So eine Idee ist ein teurer Effekt aber man nutzt es gleich zwei Mal und beides Mal funktioniert es. Man muss bedenken das der Film im Jahr 1984 entstand und es keine CGI Effekte oder Bullet TIme gab. Man hat alles mit echten Zeitlupen Kamera gedreht und das ist beeindruckend für so eine kleine Produktion. Denn das Budget war gerade mal 400.000 Dollar hoch.

Optik

Wie schon erwähnt, das Highlight des Films sind die beiden Zeitlupen Aufnahmen, die sehen gut aus und sind gut choreografiert. Man zeigt sogar eine Kugel die in Zeitlupe fliegt, man merkt die Ursprünge der Ideen, welche später Matrix weltberühmt machten. Auch sonst sieht man Trancers an, dass Charles Band Ahnung vom Filmemachen hat und so drehte er zwar Kosten günstig aber auch immer so, dass Trancers noch wie ein Kinofilm aussieht und alleine der Anfang in der Zukunft. Die Hommage an Blade Runner funktioniert gut und man würde auch gern mehr von der Welt sehen.

Jack Deth sieht aus wie in Cop oder Privatdetektiv aus einem 50 Jahre Film, dazu gibt es auch einen kleinen Gag bei Trancers, er schaut sich Peter Gunn an und bemerkt das ihm diese Show gefällt. Leena soll ein punkiges Mainstream Mädel sein, mit einer Haarsträhne die gefärbt ist und das auch immer wieder anders, ein kleines Detail im Film, was man auch schnell übersehen kann.

Fazit:

Trancers ist ein kleiner feiner Scifi Film. Man bekommt ein paar interessante Ideen geboten. Als Zuschauer wird man gut unterhalten. Aufgrund der kurzen Laufzeit lässt die Handlung zwar einige Charakterdetails vermissen, aber das stört weniger. Denn man wird gut unterhalten und Jack Deth ist ein cooler Charakter.

Trancers

Movie title: Trancers

Director(s): Charles Band

Actor(s): Tim Thomerson, Helen Hunt, Michael Stefani, Art LaFleur, Telma Hopkins, Richard Herd, Anne Seymour, Miguel Fernandes, Biff Manard, Peter Schrum, Barbara Perry, Brad Logan

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.8/10

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