Das Kollektiv Astron-6 hat in den vergangenen Jahren den Retrofans immer wieder ein Highlight geschenkt. Doch ein paar der Macher, wagten sich auch Solo an einem Film. So taten sich Jeremy Gillespie und Steven Kostanski zusammen, um den Horrorfilm The Void zu drehen. Der unterschied zu den Astron-6 Filmen ist, dass man hier keine direkte Hommage an ein Jahrzehnt oder Genre hat. Obwohl man eindeutig einen Lovecraft Film gedreht hat, ohne dabei eine Lovecraft Geschichte zu verfilmen. Auch kommt etwas John Carpenter durch und am Ende auch kurze Fulci. Dazwischen sieht man aber die kreativen Ideen der beiden Regisseure und das Steven Kostanski auch für viele Spezial Effekte in Hollywood zuständig war. Der ganze Spielfilm ist auch ein Crowdfundingprojekt, das bedeutet ohne die Hilfe von Spendern aus dem Internet wär er nie gedreht worden.

Die Handlung spielt in einem kleinen Krankenhaus. Dort landet Sheriff Carter, als er an der Straße einen verletzten Mann findet. Doch irgendwas scheint nicht zu Stimmen. Denn das Krankenhaus sollte geschlossen werden, und ist nur noch Not besetzt. Ein schwangeres Mädchen wartet mit ihrem Opa. Als eine Schwester durchdreht und den einen Patienten tötet, bricht die Hölle auf Erden los. Draußen steht ein Kult und wartet auf etwas und im Krankenhaus tauchen Monster auf. Dazu kommen noch zwei Fremde dazu, die eine Rechnung offen haben mit dem Typ den Sheriff Carter gefunden hat.

Willkommen in der Hölle! The Void ist ein eiskalter und harter Horrorfilm, ohne Humor und sehr vergeudet auch keine Zeit mit irgendwas zu erklären, sondern lässt dem Zuschauer Freiraum über alles nach zudenken. Erklärt aber immer etwas ohne dabei den Mythos zu ruinieren und huldigt Lovecraft so deutlich, wie es nur geht. Dazu kommt John Carpenter dazu, hier trifft Das Ding aus einer anderen Welt auf Die Fürsten der Dunkelheit. Ohne dabei aber ein auf Retro zu machen.

Die Hölle ist ein kleines Krankenhaus in The Void

Bei dem Tempo was The Void vorlegt, um uns die Handlung zu erzählen, ist es fast ein Wunder, dass er dennoch 90 Minuten geht. Denn man vergeudet am Anfang keine Zeit, sondern wirft uns gleich in den Film. Wir sind schnell in dem Krankenhaus und hier bleiben wir dann auch. In dieser Location spielt sich dann alles ab und hier kommt John Carpenter wieder durch. Während draußen der merkwürdige Kult wartet, brodelt auch innen alles langsam über. Denn man nimmt eine priese Assault – Anschlag bei Nacht und wirft dazu Das Ding aus einer anderen Welt hinzu. Denn die Bedrohung ist auch im Krankenhaus und keiner weiß, wer Gut oder Böse ist. Immer mehr kommt auch der andere übernatürliche Fakt hinzu, der Die Fürsten der Dunkelheit ausmachte. Dabei machen Jeremy Gillespie und Steven Kostanski aber etwas sehr eigenes aus dem Ganzen.

Dazu führt man die Charaktere auch ein und baut die Beziehung auf, das ist aber auch etwas hinterhältig. Denn The Void macht sehr schnell deutlich, dass keiner sicher ist und jeder sterben kann. So hat man zwar eine Ahnung, was die Charaktere verbindet und warum sie handeln wie sie es tun aber man hat keine Ahnung, wer am Ende überleben wird. Damit spielt man auch, man baut die Helden auf und dann kommen ein paar Wendungen. Man verzichtet aber auch auf ein paar Klischees. Andere gibt es immer, so hat der Sheriff und seine Frau einen Verlust gehabt, welche die Frau dazu bringt hier so zu handeln. Das führt aber auch zu einer Wendung, wer der Böse ist.

Da das Böse etwas Unaussprechliches ist, etwas Altes, etwas was einfach auftaucht. Muss man auch keinen bösen Charakter einführen. Denn wir haben es hier mit einer übernatürlichen Macht zu tun. Zwar entfaltet sich hier noch viel mehr bei The Void und das erinnert sehr stark an Lovecraft und die Überwindung des Todes. Dennoch funktioniert es so gut, weil wir keine Ahnung haben, was es wirklich ist. Die Handlung spielt mit unseren Urängsten.

Horror und Effekte

Der großteil des Horrors in The Void entsteht durch das Unaussprechliche was passiert. Man fängt gar nicht einfach an. Sondern schon der erste Momente zeigt, dass es hier zur Sache geht. Man lässt eine Welle des Unheimlichen auf den Zuschauer los und wenn die Monster los brechen, wird der Film nicht zu einem Schlachtfest, sondern zeigt die Bedrohlichkeit der Wesen und wie Hoffnungslos der Kampf gegen sie ist. Das steigert sich immer mehr. Wenn eine Gruppe in den verbrannten Keller geht und hier noch mehr unaussprechliches findet. Wesen die nicht von der Erde stammen können. Dazu der Kult der vor der Tür einfach wartet und jeden angreift wer abhauen will.

Das bedrohliche der Wesen funktioniert auch so gut, wegen der Effekte. Wir bekommen viele handgemachte Monster zu sehen. Hier sieht man das Können der Macher hinter der Kamera besonders gut. Man zeigt eine Welt mit Wesen, die nichts mehr Menschliches haben. Auch hier merkt man die Bezüge zu Lovecraft und John Carpenter sehr deutlich. Es wirkt so als wären wir in eine Horrorwelt der Beiden und dennoch ist alles sehr eigenständig. Man bekommt viele harte und blutige Effekte geboten, die aber nicht unterhalten sollen, sondern schocken und das funktioniert sehr gut.

Optik

Der Style des Films ist sehr einprägend, man nutzt viele unnatürliche Farben und beleuchtet so die Sets. Wir haben viele Neonfarben, vor allem Rot und das lässt viele Szenen bedrohlicher wirken und es sieht unnatürlicher aus und unheimlicher. Die Kamera bewegt sich immer wieder langsam durch die Gänge und steigert so die Spannung und man baut so auch die Atmosphäre auf. Immer wieder gibt es auch Momente, wo wir eine andere Welt sehen, ein Universum. Diese Momente werden auch länger und deuten auf das Finale hin.

Auch sonst wirkt The Void sehr Zeitlos, wir wissen als Zuschauer nicht mal genau wann er spielt. Man verzichtet auf Technik und so kann man den Film auch auf keine bestimmte Zeit datieren, es könnte 2016 sein aber auch gut 1986. Das lässt den Film so zeitlos wirken und darum wird er auch die nächsten Jahre gut überstehen, denn der Look und die Aufmachung zeigen auch sehr gut, dass man aus wenig sehr viel machen kann.

Fazit:

The Void ist ein sehr guter Horrorfilm, voller Spannung und Atmosphäre. Nutzt viele Lovecraft Elemente und bietet eine kleine Hommage an John Carpenter und Lucio Fulci. Sollte in den nächsten Jahren zu einem Kultfilm werden, verdient hat er es auf jeden Fall.

The Void

Movie title: The Void

Director(s): Jeremy Gillespie, Steven Kostanski

Actor(s): Ellen Wong, Kathleen Munroe, Aaron Poole, Kenneth Welsh, Art Hindle, Daniel Fathers, Stephanie Belding, Amy Groening, Trish Rainone, Evan Stern, Mik Byskov, James Millington

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
  • 9/10
    Effekte - 9/10
8.0/10