Als Takeshi Kitano im Jahr 2010 mit Outrage das Yakuza Film Genre eine Frischzellenkur verpasste, konnte man nicht erahnen welchen Erfolg der Film haben würde. Zwei Jahre später folgte mit Outrage Beyond der zweite Teil und man merkte da Steck noch mehr in der Handlung. Es dauerte aber fünf Jahre bis der dritte und letzte Teil der Trilogie erscheinen sollte. Im Jahr 2017 war es dann soweit, Outrage Coda erblickte das Licht der Welt und der Film sollte die Geschichte beendet, die 2010 Anfing. Denn es hat sich viel getan in der Welt der Yakuza. Natürlich ist Takeshi Kitano wieder in der Hauptrolle zu sehen, auch ein paar Charaktere die noch Leben gibt es wieder zu sehen. doch die Formel der Geschichte hat sich kaum geändert. Es geht immer noch um Rache und die Yakuza.

Die Handlung setzt fünf Jahre nach dem Krieg der Sanno Familie mit dem Hanabishi Clan ein. Otomo lebt nun in Südkorea und arbeitet für den sehr erfolgreichen Gangster Boss Mr. Chang, der nicht nur die Sexindustrie in Korea leitet, sondern auch Einfluss in Japan hat und in Tokyo aktiv ist, dazu auch in weiteren Ländern von Asien. Als einer des Hanabishi CLans jemanden von Otomos Gefolgsleuten tötet, hat das größere Konsequenzen als erwartet. Denn einige im Hanabishi Clan mögen ihren neuen Anfürher nicht, das ganze wie eine Firma leitet und das ist immer noch ungewohnt. Sie wollen die alten Strukturen zurück. Doch sie haben die Rechnung ohne Otomo gemacht, der will nur eins Rache und hält am alten Kodex  der Yakuza fest.

Takeshi Kitano hat es immer noch drauf. Auch Outrage Coda zeigt uns eine düstere, raue und brutale Welt in der die Yakuza leben. Hier wird nichts romantisiert. Man wird in diese Welt geworfen. Auch muss man nicht die Vorgänger kennen, dafür sollte man aber die Regeln der Yakuza kennen und wie sehr sich das alles geändert hat.

Machtspiele in Outrage Coda

Die Welt von Outrage Coda wurde in den ersten zwei Filmen schon erklärt. Im ersten Film ging es noch darum, dass die Yakuza mit der Zeit gehen müssen und mehr Geschäftsmänner werden sollen und es entstanden Probleme zwischen den Clans. Das ging in den zweiten Film über und der dritte Film spielt danach. Es gibt neue Anführer und alles hat sich geändert. Otomo hat mit seiner Vergangenheit abgeschlossen und arbeitet nun in Südkorea, von dem wir aber nicht viel mit bekommen, was dort passiert. Es ist nur ein weiterer Ort wo man uns Gangster zeigt und eine neue Figur einführt. Mr. Chang, welcher aber immer im Hintergrund bleibt. Dabei braucht es nicht lange bis es zu Problemen kommt.

Der Hanabishi Clan hat sich neu aufgestellt und versucht immer noch mehr Macht zu bekommen. Dabei gibt es aber neue Probleme, der neue Anfürher wird nicht als Yakuza ernst genommen und seine zweite Hand regelt alles und will die Geschäfte übernehmen. Das führt Intern auch zu einigen Problemen und während man versucht alles friedlich mit Mr. Chang zu Regeln, macht sich Otomo auf den Weg und will nur eins: Rach! Das wird uns sehr ruhig und nüchtern erzählt. Wir sind bei den Gesprächen dabei und wer die Vorgänger nicht kennt oder andere Yakuza Filme von Kitano, der wird sich sicher fragen, warum die Männer zwar Laut werden aber selten handeln. Man spricht sich aus und wir sehen auch die Rangfolge der Personen sehr deutlich.

Interessant ist es, wenn wir Mr. Chang sehen. Der regelt alles anders als die Yakuza und macht sich auch über sie immer wieder lustig, weil sich die Zeiten geändert haben. Für Otomo steht die Zeit aber immer noch still und er will das auf den alten Weg regeln und das merkt man auch sehr deutlich. Am Ende ist aber auch alles gesagt und es wird gehandelt, dabei nimmt der Film ein paar heftige Wendungen. Ein paar sieht man kommen und andere kommen einfach aus dem Nichts.

Düstere, raue und brutale Yakuza Welt

Die Welt von Outrage Coda ist wie bei den Vorgängern, es ist alles sehr düster, rau und brutal. So wird alles in sehr nüchtern und ruhigen Bildern erzählt. Wir lernen viele Figuren kennen und müssen Lesen und schauen wer sie sind. Denn viel wird uns nicht erklärt. Man erfährt nur wer der Bose ist und wer dazu gehört aber was die Figuren wirklich wollen, damit hält man sich bedeckt. Auch sehen wir immer wieder Charaktere, die da sind und dann handeln und so am Anfang auch nicht so wichtig wirken. Es ist eine komplexe Struktur die uns Takeshi Kitano hier zeigt und erzählt und sein Charakter Otomo ist mitten drin.

Die Gewalt im Film kommt durch die ruhigen Bildern auch wieder sehr schockierend und brutal rüber. Wie schon bei den Vorgängern, gibt es hier keine Unterhaltung dabei, vielleicht mal kurze Freude für den Zuschauer wenn ein Charakter stirbt der es verdient hat. Aber wenn Otomo und ein Partner ein Treffen stürmen und stoisch auf alles schießen was da ist, da kommt nicht das Gefühl von Action auf, sondern man schaut einem Massaker zu das hier gerade passiert. So steht Outrage Coda hier seinen Vorgängern im nichts nach.

Optik

Wie schon erwähnt, ist auch Outrage Coda ein typischer Takeshi Kitano Film. In vielen ruhigen und nüchteren Bildern wird der Film erzählt. Hier gibt es keine Hektik oder Tempo, man hat seine eigene Geschwindigkeit und die ist ruhig. Als Zuschauer wird man aber auch so in den Film hinein gezogen, diese ruhigen Bildern bauen auch sehr viel Spannung auf. Alles wirkt auch sehr stylisch und man merkt die Erfahrung von Kitano und das er in dem Yakuza Genre zu Hause ist. Dabei bleibt er aber auch der Reihe treu.

Die Welt hat sich kaum verändert in Outrage Coda, alles wirkt sehr edel, wenn wir die Räume der Yakuza sehen. Einen kurzen Einblick in die Welt von Mr. Chang bietet der Anfang mit einer Bar und Frauen die man kaufen kann. Doch sonst sehen wir Büros und abgelegene Plätze, wo man schnell einen Menschen verschwinden lässt. Alles hat seinen eigen Flair und glaubt der Welt.

Fazit:

Outrage Coda beendet die Trilogie und schließt die Reihe würdevoll ab. Man bekommt einen erneuten Einblick in die Welt der modernen Yakuza und dieser ist wie immer rau, düster und brutal.

Outrage Coda

Movie title: Outrage Coda

Director(s): Takeshi Kitano

Actor(s): Takeshi Kitano, Toshiyuki Nishida, Tatsuo Nadaka, Ken Mitsuishi, Hakuryû, Ikuji Nakamura, Sansei Shiomi, Yutaka Matsushige, Hiroyuki Ikeuchi, Nao Ohmori, Ren Ôsugi, Pierre Taki

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 9/10
    Schauspiel - 9/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
8.5/10