Nach dem Prachya Pinkaew schon die Karriere von Tony Jaa startete, war es an der Zeit auch einen weiblichen Martial Arts Star zu finden. Denn machen wir uns nicht vor, es gibt viel mehr Männer in der Kampfkunst Welt als Frauen, die Heldinnen der Filme sind überschaubar. Doch die Fans wollten auch die weibliche Seite des Martial Arts sehen. Denn Michelle Yeoh machte es vor und ist immer noch die Königin des Genres, auch man braucht eine Prinzessin oder Nachfolgerinnen. In Thailand fand man eine Frau, sie heißt JeeJa Yanin und sollte mit ihrem ersten Film für mächtig Eindruck sorgen. Denn Chocolate war heiß diskutiert damals und ein neuer Boom ging los und es folgten aus anderen Ländern auch einige Damen die im Martial Arts Film auftauchten. Los ging die neue Welle aber mit Chocolate, ein Film der auch wieder eine Hommage an Bruce Lee und Jackie Chan ist.

Die Handlung dreht sich um Zen, sie ist autistisch und mag Martial Arts Filme, sie schaut den ganzen Tag nichts anderes und beobachtet ihre Nachbarn die Muay Thai betreiben. Ihre Mutter braucht Medikament, doch das Geld ist knapp. Was Zen nicht weiß, ihre Mutter Zin hatte eine Beziehung mit dem Yakuza Masashi, welcher auch ihr Vater ist. Zin und Masashi haben zusammen Geld eingetrieben, doch wurden aus dem Geschäft getrieben. Als der einzige Freund von Zen ein Buch findet, wo Namen und Geldsummen drin stehen, machen sich beide auf um dieses Geld einzutreiben. Doch das führt zu weiteren Probleme und ruft den Gangster No. 8 auf den Plan.

Eins ist klar, die Handlung von Chocolate ist etwas anders als der typische Martial Arts Film, man presst Jeeja Yanin nicht einfach in eine männliche Rolle. Obwohl die Sache mit dem Autismus etwas befremdlich wirkt, erklärt aber auch ihr können. Dazu bekommt man ein paar tolle Hommagen an Jackie Chan und Bruce Lee zu sehen.

Familiendrama im Martial Arts Genre bei Chocolate

Am Anfang von Chocolate liegt der Fokus stark auf Zen und wie sie ihre Umwelt wahrnimmt. Denn sie funktioniert anders und redet nicht viel. Mag aber ihre Mutter und ihren Freund. Der sie auch immer wieder versucht zu beschützen. Was sie nicht weiss, ihre Mutter Zin hat Krebs und hat auch bekommt eine Chemotherapie. Doch Zen verkraftet keine Veränderungen, alles wird uns sehr deutlich gezeigt. Die Bildsprache reicht hier immer wieder aus, da brauchen wir die Dialoge auch nicht. Denn viel sagt Zen nicht. Man erzählt viel mit den Bildern und manche Wörter werden hier wichtig. Denn Zen mag bestimmte Dinge nicht, wie fliegen.

Wir lernen am Anfang auch, dass sie Martial Arts Filme mag und ihre Nachbarn beim Muay Thai zu schaut. So kann man auch perfekt ihren Kampfstil erklären. Denn sie hat einen ganz anderen als man ihn vorher sah. Dabei macht man auch nochmal Werbung für Ong Bak und Tom Yum Goong. leider konnte man wegen Lizenzprobleme keine Szenen von Bruce Lee und Jackie Chan einbauen. Man erkennt es dennoch wieder, welche Martial Arts Helden hier Pate standen und dem Charakter Zen ihr können beibrachte. Auch wie sehr sie bestimmte Dinge braucht, das sieht man kurz vor dem Finale, wo man zu No. 8 geht und Zen hat ihren Schaukelstuhl dabei und ihren Teddy.

Die Bösen sind zwar auch nur sehr ein Dimensional, doch am Anfang merkt man auch, dass Zin von dieser Welt weg will und Masashi fliehen musste zurück nach Japan. Zen dringt in diese Welt wieder ein, ohne zu wissen was das alles ist. In ihrer naiven Art will sie nur ihre Mutter helfen, weil die Medikamente teuer sind. Dazu gibt es einen Grund warum Zen immer wieder kämpft.

Action

Man merkt sehr deutlich, wie sehr man hier Jeeja Yanin aufbauen will als neue Martial Arts Heldin. Dennoch lässt man sich Zeit um ihr können zu zeigen. Man baut auch jede Actionszene auf und jede wirkt Spektakulärer als die davor. Dazu zeigt man ein langes Finale und hier geht es dann richtig ab, mit unglaublichen Stunts. Doch vorher merkt man auch die Idee hinter dem Film und dem Charakter von Zen. Denn die erste Kampfszene findet in einer Eisfabrik statt. Hier hat man die Hommage an den Bruce Lee Film Die Todesfaust den Cheng Li, wo Lee auch Gegner erledigt. Man sieht sogar immer noch sehr viele Ähnlichkeiten und Zen macht auch seine bekannten Moves und Geräusche nach. Dennoch gab es auch hier Lizenzprobleme. So musste man einiges entfernen.

Inder zweiten großen Martial Arts Szene von Chocolate ist die Hommage an Jackie Chan dran und auch hier erkennt man die typischen Elemente von Chan wieder. Auch isst Zen im Film Süßigkeiten immer wieder so, wie Chan es auch in einigen Filmen macht. Die weiteren Szenen steigern sich und benutzen Elemente von Jackie Chan, Bruce Lee und auch viel Muay Thai. Vieles wirkt auch wie ein Tanz. Im Abspann sieht man dann auch viele Unfälle am Set und man merkt, das man hier sehr nah kämpft und einige Tritte und Schläge auch immer wirklich den Stuntman getroffen hat.

Das Finale hat dann noch eine Hommage an Bruce Lee in Todesgrüße aus Shanghai und Kill Bill. Hier fährt man viele Gegner auf und prügelt sich durch eine Etage nach draußen und dann am Haus entlang. Hier kommt dann wieder Jackie Chan drin vor und wir sehen sehr spektakuläre Stunts, die echt gefährlich sind und einige Stuntmänner fallen ein paar Etagen tief auf den harten Boden.

Optik

Wie schon erwähnt, erzählt Chocolate viel über die Bilder, denn wir haben einen Hauptcharakter, der nicht viel redet und sich durch ihren Körper und Reaktionen ausdrückt und das sieht man hier deutlich, wie andere auf sie reagieren und mit ihr reden. Als Zuschauer kann man so sehr gut herauslesen worum es gerade geht. So erkennt man auch die Bindung zwischen Zin und Zen. Am Anfang sieht man auch ihr können, wie sie Gegenstände fängt und man mit ihr da auch Auftritt. Dabei sieht man die Bälle oder andere Gegenstände in Nahaufnahme fliegen und wie sie dann von Zen gefangen werden. Bei den Actionszenen hat man längere Einstellungen und der Schnitt passt sich dem Tempo der Kämpfe an und auch an die Hommagen die man hier unterbringt, soweit es möglich war.

Man sieht Chocolate auch sein alter etwas an, auch wenn es gerade einmal 10 Jahre ist. Doch manche Technik wirkt nun veraltet und Zen schaut auf VHS noch die Filme. Ansonsten hat jede Martial Arts Szene eine andere Farbe und man kann auch so den Stil unterscheiden. Im Finale wechselt die Farbe sogar ab und an.

Fazit:

Chocolate ist ein guter Martial Arts Film, mit einer etwas anderen Handlung. Das verleiht dem Film einen neuen Anstrich und JeeJa Yanin macht ihre Sache sehr gut. Die Martial Arts Szenen sind sehr gut und sehr abwechslungsreich und im Finale bekommt man sehr spektakuläre und gefährliche Stunts zu sehen.

Chocolate

Movie title: Chocolate

Director(s): Prachya Pinkaew

Actor(s): JeeJa Yanin, Hiroshi Abe, Pongpat Wachirabunjong, Taphon Phopwandee, Ammara Siripong, Dechawut Chuntakaro, Hiro Sano, Aroon Wanatsabadeewong, Anusuk Jangajit, Nattakit Teachachevapong, Kittitat Kowahagul, Thanyathon Seekhiaw

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.8/10

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