Johnnie To gehört zwar zu den bekanntesten Regisseuren des neuen Hongkong Films und viele seiner Filme sind bekannt, doch hat der Regisseur auch einige dreht, welche weniger bekannt sind und auch erst wiederentdeckt werden müssen. Im Jahr 1995 war er zwar schon bekannt aber immer noch am Anfang und es sollte noch etwas dauern bis er 1999 mit The Mission wirklich international anerkannt wurde. Aber zurück ins Jahr 95 dort drehte er den Film City on Fire, welcher nichts mit dem Ringo Lam Film zu tun hat. Viel mehr kennt ihr die Handlung, wenn ihr den 2007 Spielfilm Until Death mit Jean-Claude Van Damme gesehen hat, dieser ist das Remake von diesem Hongkong Film. Johhnie To zeigt hier wohin seine Reise als Regisseur gehen wird und was er später für Filme drehen wird. Interessant ist auch, das bei neuen Masters das Shaw Brother Logo am Anfang des Films erscheint aber wohl nicht von dem Studio produziert wurde.

Die Handlung dreht sich um dem Cop Lau, welcher seit einiger Zeit einen Gangster verfolgt. Bei einer Undercover Mission geht alles schief und eine Polizistin und ein Informant sterben. Lau will aber nicht aufgeben. Er hat aber größere Probleme, denn seine Frau ist schwanger und das Kind ist nicht von ihm. Er tut aber auch nicht viel für seine Ehe und hat lieber mit fremden Frauen aus einer Bar etwas Spaß. Als er eines Nachts aber von dem Gangster in den Kopf Geschoßen wird, ändert sich sein Leben für immer. Seine Frau kümmert sich um ihn, denn er muss vieles neu lernen und versucht sich in seine Leben zurück zu kämpfen. Doch der Feind wartet nur auf eine neue Chance.

Johnnie To zeigt mit City on Fire wohin die Reise gehen wird. Er verpackt hier ein Drama in einer Thrillerhandlung und dabei rutscht er zwar immer wieder auch in seiner kitschige Bilder ab. Doch erzählt er die Handlung mit viel Gefühl und mit 79 Minuten Laufzeit, bietet man der Handlung zwar auch Raum aber man zieht nichts in die Länge.

Das Drama in City on Fire

Am Anfang von City on Fire hat man noch das Gefühl einen typischen Hongkong Thriller zu schauen, wir bekommen eine Szene geboten in dem wir den Hauptcharakter kennenlernen und seinen Gegner, welcher Skrupellos ist und keine Gefangenen macht und die Undercoverpolizistin einfach erschießt. Die Situation läuft eh schief und viele Polizisten vergessen ihren Einsatz und der Böse kann entkommen. Lau vergisst auch sein Date mit seiner Ehefrau und betrinkt sich wieder in einer Bar. Am nächsten Tag erfährt er, dass seine Frau Schwanger ist und das Kind ist nicht von ihm. Hier schwingt langsam die Handlung in eine andere Richtung. Alles wirkt Hoffnngslos und Lau scheint keine Zukunft mehr zu haben. Als der Gangster ihm eine Falle stellt und ihn in den Kopf schießt, scheint alles vorbei zu sein. Doch  er überlebt und liegt im Koma.

Ab diesem Zeitpunkt lernen wir einen neuen Lau kennen, der damit kämpft sich wieder ins Leben zurück zu kämpfen. Seine Frau fühlt sich auch schuldig und bleibt bei ihm und hilft ihn. Doch ihre Affäre will sie Heiraten und sie ist hin und hergrissen. Alles wird uns immer wieder in Montage erzählt, man baut hier zwar das Drama aus und spielt es auch immer wieder kurz auf. Doch alles wird so schnell erzählt, das die Gefühle auch ab und an auf der Strecke bleiben. Dennoch funktioniert alles gut, wir verstehen wie Lau sich fühlt und mit ihm passiert. Es ist ein harter Schicksalsschlag und ein Wunder das er noch lebt. Fürs Finale hat man sich auch noch eine Wendung ausgedacht, als Zuschauer merkt man förmlich wie dadurch die Spannung ansteigt.

Es ist die klassische Erzähformel, wir erleben höhen und tiefen des Hauptcharakters und man baut so Spannung auf und man verleiht ihm auch so Tiefe, wir merken wie sehr er sich geändert hat. Von einem unsympathischen Cop zu einem Mann der für seine Frau alles tun würde. Es ist eine einfache Wandlung, doch für die Geschichte von City on Fire sehr dienlich und effektiv.

Action

Es gibt zwar nur wenig Action in City on Fire aber die zeigt was Johnnie To drauf hat, man denke nur an die Filme davor wie Heroic Trio, welcher aber viel mehr Fantasyelemente hatte. Hier haben wir es mit schneller und hektischer Action zu tun, vor allem am Anfang, wenn man das Versteck stürmt und den Gangster verfolgt. Die Kamera ist immer nah dran und wir erleben viel Spannung und hoffen das man den Bösen erwischt aber es kommt alles anders. Es endet in einer kurzen Schießerei. Man hat hier auch spuren von Heroic Bloodshet vor sich.

Das Finale bietet auch etwas Aciton und sehr viel Spannung, das Katz und Maus Spiel zwischen Lau und dem Gangster, funktioniert so gut, weil wir bestimmte Dinge gibt die wir wissen. Lau könnte sterben aber tut alles um seine Frau zu retten. Er hat also ein Ziel und tut dafür alles. Der Böse will Rache und so kommt es zu einem Duell. Dazu gibt es auch eine Explosion. Man wird also belohnt. Hier zeigt sich dann das Talent von To.

Optik

Rein optisch sieht man City on Fire auch an, dass es ein Johnnie To Film ist. Er versucht alles schon stylish wirken zu lassen, wie seine späteren Filme. Dabei nutzt er auch öfters den Kamerakran und Kamerafahrten. Vor allem bei den kurzen Actionszenen, setzt er auch schnell Schnitt, damit alles mehr Tempo hat, das aber nur am Anfang. Im Finale wird alles ruhiger und langsamer erzählt. Man baut die Spannung auf und deutet immer wieder auf kleine Details hin, welche wir vorher schon gesehen haben und so wissen was damit gemeint ist, warum wir genau das sehen. To lässt es sich auch nicht nehmen und fährt etwas Wind auf, wenn Lau in das Gebäude geht und es liegt viel Papier rum, etwas Dramatik muss auch bei der Bildsprache sein.

Modisch sind wir in den 90ern gefangen und auch im typischen Look des Hongkong Films, man sieht den Charakteren an, wo man sich befindet, dabei verzichtet man auch auf helle Farben, alles ist düster gehalten. Hier gibt es nichts helles oder fröhliches zu sehen. Alles ist Grau und Braun. Eine düstere Welt in der wir uns befinden. Das passt perfekt zur Handlung und zeigt dann im Finale seine volle Wirkung.

Fazit:

City on Fire ist ein schnell erzähltes intensives Drama, mit ein paar kurzen Actionmomente. Johnnie To zeigt deutlich wohin die Reise gehen wird bei seinen späteren Filmen.

City on Fire

Movie title: City on Fire

Director(s): Johnnie To

Actor(s): Lau Ching-Wan, Carman Lee, Tou Chung-Hua, Shin Kam-Fong, Ruby Wong, Yuen Bun, Yip Chui-Mei, Wong Chun-Fai, Chiu Yuet-Ming, Lee Chung-Wai, Alan Mak, Wong Wah-Yu

  • 8/10
    Handlung - 8/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
7.6/10