Die Shaw Brothers haben viele Stars hervor gebracht und haben den Weg geebnet für viele weitere Legenden des Martial Arts und Action Kinos. Ohne Chang Cheh hätten wir kein John Woo. Man ging auch immer wieder andere Wege, was Fan Chu zeigte, wo man nach Thailand ging für ein paar Aufnahmen und der Welt das Kickboxen zeigte. Der Film war so Erfolgreich, dass man ein Jahr später eine direkte Fortsetzung drehte, wieder mit David Chiang und Ti Lung in der Hauptrolle, dazu Chang Cheh auf dem Regiestuhl. Dieses Mal geht man aber nach Japan und entwickelt die Handlung weiter, leider hat der Film aber auch viele Probleme. Dennoch ist es ein interessantes Projekt, vor allem da auch Bolo Yeung eine kleine Rolle hat. Dazu gibt es viele Aufnahmen von Tokyo und man führt die Yakuza in die Martial Arts Welt ein und Chang Cheh spielt den Oberboss. Klingt doch viel versprechend oder?

Die Handlung setzt direkt nach dem ersten Teil ein, Chiang Jen entflieht aus dem Gefängis und will nur noch eins Rache an den Brüdern Fan Ke und Wen Lieh. Doch er wird von seinem Boss aus Tokyo zurück gehalten, er soll mit Akito die Freundin von Wen Lieh entführen. Damit ruft er auch die beiden Brüder auf dem Plan, denn Chiang lässt nicht locker und macht nur Ärger. Als Akito auftaucht und die Brüder nach Tokyo holt, sollen sie für den Boss arbeiten um die Freundin wieder zu bekommen. Doch die Brüder haben einen anderen Plan.

Das Konzept von Fortsetzungen im Film gab es schon und dennoch scheint man damals noch keine richtige Formel gefunden zu haben. Das zeigt Zehn gelbe Fäuste für die Rache. Denn als Zuschauer bekommt man zwar eine neue Handlung geboten mit den bekannten Figuren aber diese entwickeln sich nicht weiter, sondern machen das was man schon aus dem ersten Teil kennt und hier davon sogar weniger. Viel mehr erfahren wir alles zu den Bösen und was sie wollen.

Neue Figuren und wenig neues in  Zehn gelbe Fäuste für die Rache

Das mit Sequels ist immer eine Sache, als Drehbuchautor steht man vor der Herausforderung, dem Zuschauer auch etwas neues zu bieten, sie wollen mehr von den Charakteren sehen. Es sollte aber auch keine Kopie des ersten Teil seins. Doch wie stellt man das an? Man könnte neue Figuren zeigen oder die alten Helden in einer neuen Umgebung und lässt sie auf neue Gegner treffen oder die Gleichen wie im ersten Teil, wenn noch eine Rechnung offen ist. So ähnlich passiert es auch bei Zehn gelbe Fäuste für die Rache, denn wir sehen nach einem Rückblick auf Fan Chu , wie Chiang aus dem Gefägnis ausbricht und dann seine Rache plant. Er bekommt aber Aufträge von Oben und so muss die Freundin Wen Lieh entführt werden und dann reißt Chiang nach Hongkong und versucht alles mögliche um die beiden Brüder zu töten.

Dieser Teil der Handlung nimmt die erste halbe Stunde des Films ein, danach geht es auf nach Tokyo, hier erfahren wir noch mehr über die Bösen und was passiert wenn man versagt. Dabei scheinen es so das, Wen Lieh und Fan Ke zu Nebencharakteren abdekradiert wurden. Sie schauen sich das alles an und lehnen ab und vermöbeln dann die Bösen. Die gibt es reichlich aber kaum einer Sticht heraus. Man scheint alles schnell abhandeln zu wollen und wir sind sehr bald wieder in Hongkong und dann ist das Finale schon da.

Eine wirkliche Bedrohung gibt es bei Zehn gelbe Fäuste für die Rache nie, alles wird schnell und ohne Mühe abgehandelt, dass hier auch immer wieder Spannung drunter leidet. Man will zwar wissen wie es ausgeht, hofft aber mehr das es reichlich Action gibt und eine Lösung für das Problem. Auf der einen Seite will man im Film zwar etwas Sex und Gewalt zeigen aber so harmlos wie dieser Film geht kaum ein anderer Chang Cheh Film mit seinen Hauptcharakteren um.

Action

Ein Sequel sollte immer genauso gute Action wie sein Vorgänger bieten oder sogar, denn bei Actionfilmen kann mehr nur gut sein. Doch bei Zehn gelbe Fäuste für die Rache fährt man die Action zurück. Weder Ti Lung noch David Chiang bekommen eine Szene wo sie alleine Kämpfen dürfen. Es gibt immer wieder Massenschlägereien und wo dann die Gegner nur so abgefertigt werden, wie am Fließband. Hier zeigt sich dann auch die größte Schwäche des Films. Konnte man im ersten Teil noch das Kickboxen zeigen, so vergeudet man Japan doch sehr, zeigt weder viel Karate oder Judo. Man lässt die Charaktere zwar erklären was sie können aber sie zeigen es nur selten.

Auch der kurze Auftritt von Bolo Yeung kann dem Film nicht helfen. Zwar ist der muskulöse Typ immer ein Highlight in dem jedem Film wo er auftritt, was an seinem Körper liegt. Auch er wird schnell abgefertigt. Die Massenschlägereien sind OK in Zehn gelbe Fäuste für die Rache. Alles wirkt nicht so gut Choreografiert. Es fehlt halt immer etwas. Es gibt viel Gewalt und die ist auch Blutig aber auch hier hat man das Gefühl, dass es mehr gezwungen ist als passend in dem Film eingebaut.

Optik

Das Shawscop macht wie immer viel her und man sieht auch, dass die Crew viele Aufnahmen von Tokyo gedreht hat. So bekommen wir viele Szenen der Hauptstadt Japans geboten in Zehn gelbe Fäuste für die Rache. Auch sonst ist die Kameraführung wie immer gut. Chang Cheh zeigt sein Talent und auch hier vor der Kamera, er fängt alles gut ein und bietet Kamerafahrten, manchmal hat man das Gefühl er hätte noch mehr gemacht, wär es nur möglich gewesen. Auch bei den Martial Arts Szenen ist wie immer alles gut gefilmt, auch wenn die langen Takes, die Action gut zeigen, wirkt es an vielen Stellen auch etwas zu langsam und man sieht an einigen Stellen, dass die Stuntmänner daneben getreten haben.

Neben den Aufnahmen in Tokyo, wurde vieles in den Shaw Brother Studios gedreht und das sieht man sehr deutlich. Zwar verleiht das den Film seinen Charm aber man nutzt die Idee nicht so wirklich, vielleicht wär es auch zu aufwendig gewesen oder das Budget gab es nicht her. Dennoch ist es etwas schade. Zwar findet das Finale auf einer Baustelle statt und man nutzt auch die Umgebung die man uns zeigt aber es wirkt auch etwas billig. Vor allem bei den restlichen Sets die wir sehen.

Fazit:

Zehn gelbe Fäuste für die Rache ist eine nette Fortsetzung, mit einem schlimmen deutschen Titel. Leider macht man aus der Idee nicht viel und nutzt die Darsteller in den Martial Arts Szenen nicht so richtig. So bekommt man zwar eine nette Handlung geboten aber sonst bleibt der Film weit hinter seinem Potenzial zurück.

Zehn gelbe Fäuste für die Rache

Movie title: Zehn gelbe Fäuste für die Rache

Director(s): Chang Cheh

Actor(s): David Chiang, Ti Lung, Chang Cheh, Ching Li, Yasuaki Kurata, Bang In-ja, Chen Sing, Ku Chiu-Chin, Bolo Yeung, Law Lok-Lam, Woo Wai, Gai Yuen

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 4/10
    Action - 4/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
6.2/10