Die 80er Jahre, die Welt war im Umbruch, es bahnte sich langsam der Frieden an, der kalte Krieg zwischen den USA und der UDSSR war zwar auf dem Höhepunkt aber die Wende sollte bald kommen und in der Film und Fernsehwelt ging man immer wieder andere Richtungen. Waren die 70er Jahre noch mutig und voller Experimente, vor allem voller Sex und Gewalt. Fuhr man das in den 80ern etwas zurück und neue Helden waren geboren. Auch in Japan. Dort eroberte eine TV-Serie die Herzen vieler Fans, die Hauptrolle übernahmen Idols und es sollte zum Kult werden, über dem man in der westlichen Welt kaum spricht. Dennoch immer wieder Referenzen in der Popkultur hat, wie im aktuellen Musikvideo von Momoiro Clover Z (Siehe weiter unten dafür). Die Rede ist von Sukeban Deka. Eine Serie über Schülerinnen die für die Regierung arbeiten und das Böse bekämpfen. Als Waffe haben sie ein Jo-jo. Das führte auch zu zwei Kinofilmen, dies ist der erste.

Die Handlung beginnt damit, dass Yôko in den Ruhestand geht und ihre Aufgabe als Saki Asamiya II an den Nagel hängt, sie will das Leben als Schülerin genießen. Doch die Ruhe bleibt nicht lange bestehen. Denn sie trifft einen jungen Mann der auf der Flucht ist. Beide werden von fremden Männern gefangen genommen und gefoltert, doch sie können entkommen. Es steckt ein böser Schuldirektor dahinter, der auf einer Insel vor Tokyo eine Privatschule leitet und die Schüler und Schülerinnen in paramilitärischen Methoden ausbildet, er will einen Staatsstreich verursachen. Yôko holt ihr altes Team zurück, bekommt aber auch Unterstützung von Yui Kazama, welche ihre Nachfolgerin ist und nun Saki Asamiya III ist.

Man hat schon viel erlebt im Actionfilm, man kann alles als Waffe nutzen, manches geht besser als anderes. Eine Peitsche klappt nicht, das zeigte Lo Wei sehr eindrucksvoll. Aber bei Sukeban Deka funktioniert das mit dem Jo-Jo sehr gut, weil es ein Gadget ist und wir davon noch mehr zu sehen bekommen. Dafür nimmt sich der Film aber zeit und baut alles langsam auf.

Freundschaft, Verrat und Böse die sich über das System stellen in Sukeban Deka

Wenn man sich Sukeban Deka anschaut, fällt einem etwas sehr deutlich auf. Der Film nimmt sich am Anfang sehr viel Zeit um uns die Beziehung der Mädels zu zeigen und wie viel Überzeugung es braucht damit sie gegen das Böse kämpfen. Dabei sieht man am Anfang von Sukeban Deka einen kurzen Rückblick auf die TV-Serie, welche schon zwei Staffeln hatte und für den japanischen Zuschauer war es 1987 wohl auch noch aktuell und sie kannten schon Saki II und wie sie sich benimmt. Für den westlichen Zuschauer ist das anders. Da hat man beim Dreh vom Film wohl auch nicht mit gedacht, wir bekommen hier viele Figuren zu sehen, die man aus der Serie kennt oder man sollte sie kennen. Für uns ist es ein neuer Charakter, welcher hier ihren Job schon an den Nagel gehängt hat aber für diese Mission zurück kommt.

Wir lernen auch den Bösen kennen und wie er versucht eine elitäre Einheit zu bilden, er will das japanische System stürzen. Er will etwas neues schaffen, ein typischer Bösewicht aus einem typischen 80er Jahre Actionfilm. Das wird sehr stark im Finale verdeutlicht, die Wendung sieht man definitiv kommen was wir hier über Hattori lernen. Ansonsten ist er halt der Böse, welche die Schüler auf seiner Insel benutzt um Soldaten zu erschaffen, die alles machen was sie sagen.

Man führt auch Saki III ein aber sie ist hier nur ein Nebencharakter. Der Film spielt zwischen Staffel zwei und drei der TV-Serie und sollte wohl die Brücke schlagen. Da die dritte Staffel aber schon ein Jahr vor dem Film lief, vielleicht auch der Abschluß des ganzen. Ansonsten bekommen wir die typischen Nebenfiguren präsentiert, inklusiver Verräterin, welche aber doch noch das Gute entdeckt.

Action

Im Film war schon immer alles möglich und das zeigt Sukeban Deka sehr deutlich. Man verkauft uns hier sehr glaubhaft, dass die Hauptdarstellerin mit ihrem Jo-Jo Gegner erledigt. Dabei nutzt sie auch ihre Karate und Judo Skills um sich im Finale durch die Horde von Bösen zu prügeln. Das Jo-Jo ist hier mehr Gimmick und wird immer wieder eingesetzt, weil man auch sagt, dass es ihr schaden kann wenn sie es zu oft nutzt. Das wird uns auch sehr deutlich gezeigt im Film.

Wer aber hier auf einen abgefahrenen Actionfilm aus den 80er Jahren erwartet, wird enttäuscht. Man baut das alles sehr langsam auf und nutzt die Actionszenen sehr spärlich. Eins der Highlight ist der Angriff eines Hubschraubers. Das passiert aber schon nach 30 Minuten und ist der Anfang der Handlung und der Überzeugung der Mädels, das man hier Handeln muss. Dann geht es erst im Finale zur Sache aber dann auch richtig.

Optik

Willkommen in japanischen 80er Jahren. Man sieht bei der Mode sehr deutlich, in welchem Jahrzehnt wir uns befinden. Auch sonst erkennt man es sehr deutlich. Einzige was wohl schon eher IN war und immer wieder genutzt wird und wurde sind die Sailor Suit Uniformen der Mädels, ihr Kampfoutfit. Das ist so japanisch, wie es nur geht. Es symbolisiert aber auch ihre Unschuld und die Heldenhaft der Schülerinnen, die hier für ihr Land kämpfen. Denn das System muss beschützt werden auch wenn sie sehr sentimental werden und in den Sonnenuntergang schauen in Anbetracht ihrer Mission.

Ansonsten bietet man gute Kameraeinstellungen und bei den Actionszenen sieht man auch immer wieder, dass die Schauspielerinnen hier vieles selbst gemacht haben. Da man vieles in längeren Einstellungen drehte und so auch das Gesicht zeigt. Man nutzt auch Kamerafahrten und zeigt uns die Insel. Davor sehen wir etwas die Stadt, es dürfte wohl Tokyo sein. Interessant sind die Kamera und Schnitttricks, welche man einsetzt wenn das Jo-Jo fliegt. Da bleibt das Bild für eine Sekunde stehen oder man verfremdet es etwas, so als ob man durch ein Kaleidoskope schauen würde.

Fazit:

Sukeban Deka ist ein unterhaltsamer japanischer Action Film, über Schulmädchen die als Geheimagentinnen, versuchen Japan zu retten. Das ganze mit einem Jo-Jo, es klingt abgefahrener als der Film in wirklich ist. Man bekommt einen spannenden Spielfilm zu einer TV-Serie geboten.

Sukeban Deka

Movie title: Sukeban Deka

Director(s): Hideo Tanaka

Actor(s): Yôko Minamino, Haruko Sagara, Akie Yoshizawa, Yui Asaka, Masatô Ibu, Keizô Kanie, Goro Kataoka, Ayako Kobayashi, Katsumi Muramatsu, Hiroyuki Nagato, Taketoshi Naitô, Yuma Nakamura

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
6.8/10