Eins der bekanntesten japanischen Genre ist der Yakuza Film, es ist zwar im Grunde nichts anders als ein Gangster Genre aber es ist halt sehr japanisch. Dazu hat es sich auch sehr gewandelt, in den 60er Jahren waren es alles ehrbare Männer, die für das Gute gekämpft haben und in den 70er Jahren hat sich das geändert, weil auch in der restlichen Welt der Gangster anders dargestellt wurde, bevor in den 90er Jahren durch das V-Cinema und vor allem durch Takashi Kintano. Es gibt dabei sehr viele verschiedene Ansätze. In Blind Woman’s Curse, von dem legendären japanischen Regisseur Teruo Ishii, geht es um Rache und alles geht etwas grotesker zu und etwas Humor ist auch dabei. Dazu auch das Thema des Geruchs tauchen immer wieder in Szenen auf. Der Kern der Geschichte dreht sich aber um zwei Yakuza Clans die verfeindet sind und um ihr Territorium kämpfen.

Die Handlung dreht sich um Akemi die Anführerin des Tachibana Clans, sie saß drei Jahre im Gefängnis, weil sie bei einem Kampf mit einem verfeindeten Clan erwischt wurde, dabei hat sie eine junge Frau geblendet. Danach hat sie immer wieder Albträume von einer Katze, als sie zurückkommt, muss sie los legen. Denn ein verfeindeter Clan will ihr Gebiet übernehmen. Doch eine blinde Frau taucht immer wieder auf und bringt Mitglieder des Tachibana Clans um, dazu taucht auch eine Katze auf. Akemi ist überzeugt, dass sie verflucht ist.

Dieser Film hat Meiko Kaji in der Hauptrolle. An dieser Stelle könnte man also die Review beenden, weil mehr braucht es nicht. OK, OK, ihr wollt mehr über Blind Woman’s Curse wissen. Es ist einer der wenigen Filme die Teruo Ishii für Nikatasu gedreht hat und dabei mehr in die Mainstreamrichtung ging, als andere seiner Werke aber er beherrschte beides. Wir bekommen hier eine Yakuza Geschichte erzählt die sehr typisch für das Jahrzehnt ist, dazu kommen aber auch sehr Groteske Szenen, welche nur aus dem Kopf von Ishii kommen können.

Blind Woman’s Curse erzählt auf den ersten Blick eine typische Yakuza Geschichte

Das Yakuza Genre änderte sich in den 70er Jahren und wir haben es mit weniger noblen Gestalten zu tun, die für das Gute kämpfen. Das merkt man auch schon bei Blind Woman’s Curse, wir haben es hier zwar noch mit guten Yakuza gegen böse Yakuza zu tun aber alle müssen sich für ihre Taten büßen. Akemi saß fünf Jahre im Gefängnis, für eine Tat sie begann. Als sie zurück kommt, kontrolliert ihr Clan ein kleines Gebiet und einen Markt. Wir befinden uns auch im Umbruch. Man kann die Zeit nicht wirklich feststellen, es könnte auch eine alternative Zeit sein. Denn hier trifft Moderne immer wieder auf klassische Elemente. Die Outfits und wie die Yakuza Handeln, doch dann gibt es Telefone und Autos und Waffen.

Mit der blinden Frau führt man eine dritte Partei in die Handlung von Blind Woman’s Curse ein, sie ist der Fluch den Akemi heimsucht, denn sie hat auch Teile ihre Tat verdrängt und kann sich schlecht an das was passierte erinnern, nur der Albtraum den sie immer wieder hat, zeug von ihrer Tat. Diese blinde Frau hat viel Talent und scheint immer den richtigen Riecher zu haben. Das ist ein Teil der Handlung, sie riecht ob ein Mensch gut ist oder böse und wie er aussieht. Man spielt immer wieder den Geruch an, Ein Nebenchrakter scheint shr streng zu riechen und darauf spielt man auch immer wieder an. Doch an anderen Stellen kommt der Geruch immer wieder hervor. Selbst in kurzen Szenen scheint es Thema zu sein.

Am Ende ist es aber eine geradlinige Handlung um Verrat und Kampf in der Yakuza Welt. Man zeichnet deutlich wir Gut ist und wer Böse. Dabei kommt der Akemi auch etwas zu kurz, obwohl sie die Hauptfigur ist, vieles dreht sich um alle anderen Charaktere, nur nicht um sie. Dennoch bekommt man ein gutes Bild von ihr und die Welt in der sie lebt.

Action und Grotesk

Die Action in Blind Woman’s Curse ist rar gesät, man bekommt am Anfang etwas gezeigt und im Finale, viel mehr setzt man auf die Geschichte und baut diese langsam auf. Teruo Ishii weiß dennoch sein Publikum zu unterhalten, denn selbst wenn es kaum Action gibt, der Film unterhält mit sehr vielen Einfällen. Da wär der Humor, alleine der Running Gag mit dem Geruch und andere Szenen, zeigen deutlich, dass man hier nicht alles ernst meint. Auf der anderen Seite gibt es eine sehr düstere Handlung über Rache und Yakuza die ein Territorium übernehmen wollen. Alles wird schnell und straff erzählt. Alles aber auch mit einer Ruhe und in sehr klaren Bildern.

Auf der anderen Seite bietet der Film einige Groteske Szenen, welche auch typisch für Teruo Ishii sind. Er zeigt uns eine Welt in der alles möglich ist. Wir bekommen jemanden zu sehen der verrückt geworden ist und aussieht wie ein Dämon. Eine Katze taucht immer wieder auf und verschleppt schon mal auch ein Stück haut. Ein buckliger, taucht immer wieder auf und stiehlt Leichen. Auch das Benehmen mancher Charaktere. Immer wieder driftet Blind Woman’s Curse leicht ins Ero Guro ab. Alleine die Szene im Kellerverlies, wenn die Frauen am Boden liegen und high vom Opium sind. Alles wirkt sehr absurd und das verdeutlicht dann auch die Atmosphäre der Szene.

Optik

Blind Woman’s Curse ist ein Studiofilm und das sieht man. Teruo Ishii spielt auch mit diesem und liefert immer wieder surreale Bilder. Vor allem bei den Hintergründen. Hier ist alles möglich, alleine die Szene mit dem Theater wir werden in diese groteske Welt hineingezogen und sehen einen Hauch von dem was Regisseur Ishii sonst so noch gedreht hat. Er liebte dies und auch wenn wir es hier mit einem Mainstream Film zu tun haben, bei den Bildern tobt er sich dennoch immer wieder auf. So auch im Finale, ein Gegner spritzt nicht nur Blut, er wird komplett Rot vom Lebenssaft.

Wie schon erwähnt, die Optik des Films lässt dem Zuschauer grübeln, in welcher Zeit man sich nun befindet. Es gibt vieles was auf ein klassisches Japan hindeutet, in anderen Szenen ist es dann die Moderne, wenn Figuren sogar erwähnen das eine Person wie ein Schauspieler aussieht. Man hat keine Ahnung wann der Spielfilm spielt. Man vergisst es aber auch immer wieder, weil man so gefesselt von den tollen Bildern ist und von dem was passiert.

Fazit:

Blind Woman’s Curse hat Meiko Kaji in der Hauptrolle, welche immer wieder etwas zu kurz kommt. Alleine wegen ihr lohnt der Film schon. Doch Regisseur Teruo Ishii erschuf hier einen tollen Yakuza Film, der einen prächtig unterhält und man merkt auch immer wieder die Ausflüge in das Groteske, was Ishii auch ausmachte.

Blind Woman's Curse

Movie title: Blind Woman's Curse

Director(s): Teruo Ishii

Actor(s): Meiko Kaji, Yûzô Harumi, Tatsumi Hikijata, Tôru Abe, Yoshi Katô, Shirô Ôtsuji, Makoto Satô, Hideo Sunazuka, Yôko Takagi, Akira Takahashi, Hoki Tokuda, Ryôhei Uchida

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 5/10
    Action - 5/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
7.3/10