Lady Snowblood gehört zu den Klassikern des japanischen Kinos und auch zu den legendären Mangas. Es ist eine Geschichte die immer noch funktioniert und Quentin Tarantino auch eine Inspiration für Kill Bill war. Doch irgendwann im Jahr 2001 war das japanische Kino im Wandel. Versus wurde langsam zum Erfolg und das auch International und Matrix hat die Actionfilm für immer verändert. Warum also nicht ein Remake drehen oder besser gesagt eine Neuinterpretation. Denn The Princess Blade hat nicht mehr viel gemeinsam mit der klassischen Geschichte von Lady Snowblood. Man verfrachte die Handlung in die Zukunft und aus dem klassischen Chambara wird etwas anders. Denn für die Actionchoreografie holte man sich Donnie Yen ins Boot. So hat man schnelleres Tempo und längere Kämpfe. So bekommt der Zuschauer etwas was sehr typisch für die damalige Zeit war und heute doch etwas merkwürdig wirken kann.

Die Handlung spielt in der Zukunft. Japan hatte sich für 500 Jahre von der Welt abgekapselt und das Land tut es immer noch. Nach einem verheerenden Krieg, ist alles anders. Es gibt Auftragskiller und die Regierung will, das Menschen verschwinden. Eine dieser Auftragskiller ist Yuki, sie hat in jungen Jahren schon ihre Mutter verloren und als sie erfährt, das die Gruppe für die sie Arbeit dafür verantwortlich ist, will sie weg und denkt nicht an Rache, das ist es was ihre Mutter nicht gewollt hätte. Auf ihre flucht lernt sie einen jungen Mann und dessen Schwester kennen, er zeigt ihr ein neues Leben. Doch die Vergangenheit holt langsam beide wieder ein.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl mit dem man sich The Princess Blade anschaut, denn irgendwie hat man das Gefühl. Dass man hier auf der einen Seite einen sehr ruhigen Film zeigen will, wo man Menschen zeigt, die das Menschliche wieder erlenen und freude an einem normalen Leben haben. Dazu gibt es aber auch viele Szenen wo man über alles mögliche Redet und irgendwie gibt es auch eine Verschwörung gegen Yuki. Das alles endet in sehr gut gemachten Actionszenen, die den Film am Ende aber auch nicht retten.

The Princess Blade: In der Ruhe liegt die Kraft

Man scheint sich bei The Princess Blade wohl gedacht zu haben, wenn wir hier schon eine Version von Lady Snowblood drehen. Dann lassen wir alles weg, was den Charakter interessant macht und warum sie existiert und drehen alles auf 180 Grad. Was für eine Neuinterpretation keine schlechte Idee ist. Nur bei der Umsetzung hapert es. Wir lernen Yuki kennen und sie ist uns dem Zuschauer nicht sehr sympathisch oder gar interessant. Wir erfahren, dass sie sogar eine Prinzessin ist. Auch die anderen Charaktere haben zwar Motiv aber diese haben sie einfach nur, es gibt keinen wirklichen Antrieb warum sie etwas tun.

Am deutlichsten wird dieses Problem, wenn es um die Nebencharaktere geht, wir erfahren zwar immer wieder vom Krieg aber der war auch nur da und dass das Land nun anders ist. Man versucht immer wieder auf die Vergangenheit anzuspielen und so den Menschen tiefe zu verleihen und auch der Handlung. Es ist aber auch alles sehr flach und der Inhalt fehlt. Die letzte Szene soll dem Zuschauer nah gehen aber es funktioniert nicht. Es zeigt nur, dass Yuki keinen Frieden finden wird.

So stolpert man durch die Handlung und baut die Konfrontation auf und die Nebenhandlung, die man als Zuschauer auch immer wieder vergisst, die aber nichts mit der Haupthandlung zu tun hat, sie verläuft immer dann, wenn Yuki nicht da ist und kann hier auch nichts machen. Zwar wirkt das etwas realistischer aber ist für The Princess Blade nicht die beste Wahl, denn es zeigt auch das Yuki hier kaum Emotionen hat und nicht aus ihrer Ausbildung ausbrechen kann.

Action

Die Action in The Princess Blade ist es, was dem Film rettet. Denn hier bekommt man wirklich gut gemachte Schwertkampfszenen präsentiert. Was an Donnie Yen liegt und seine Erfahrung, die er auch schon 2001 hatte. Drehte er schon seit den 80ern Filme und war dort auch für die Stunts und Martial Arts Choreografie mit zuständig. Es ist sehr interessant, dass man sich einen erfahren Schauspieler aus Hongkong holt um einen Film in Japan in die Moderne zu bringen. Das liegt an der Zeit, zwei Jahre nach Matrix und auch Versus haben das Chambara und die Action verändert. So muss man auch hier mit der Zeit gehen. Das bedeutet aber auch, man nimmt dem japanischen Film etwas von seiner Eigenständigkeit.

Wir haben es bei The Princess Blade also mit modernen Schwertkampf zu tun, unsere Heldin ist ihren Gegnern nicht mehr überlegen, sondern muss Kämpfen und meist reicht nicht eine Schwertbewegung aus, um ihre Gegner zu erledigen. Sie muss kämpfen um zu gewinnen. Zwar ist sie eine der besten und das zeigt man uns auch immer wieder im Film, aber ihre Gegner sind auch sehr talentiert. Als Zuschauer bekommt man so ein paar spannende und lange Schwertkampfszenen geboten. Die funktionieren auch sehr gut, der Hongkong Actionfilm kommt aber vor allem im Finale sehr deutlich durch.

Optik

2001 muss die Zeit gewesen sein, wo man anfing Filme in unnatürlichen Farben zu färben, zwar tat man das auch schon vorher, mit Neonfarben aber da war es die Beleuchtung. Hier hat man den Film aber an vielen Stellen digital verändert. Man hat es wieder mit einem Film zu tun, der in vielen Szenen vor allem Blau Grau ist. Das soll uns die Zukunft suggerieren, was auch funktioniert. Es ist aber auch ein Look einer düsteren Welt, wir wissen zwar nicht viel über sie aber sehen es an den Farben. Es gibt ein paar stellen, da ist die Farbe natürlich und menschlicher. Das gehört zu den Charakteren und der Handlung.

Die Kamera ist auch gut gemacht, bei den Actionszenen merkt man, dass Donnie Yen geholfen hat. Alles sieht stark nach einem Hongkong Actionfilm aus und ist auch so gefilmt. Es gibt längere Einstellungen und Schwerter werden geschwungen. Es ist ein andere Stil als man ihn aus Japan gewohnt ist. Ansonsten versucht man uns in ein paar Szenen mit Hintergrunddetails uns die Zukunft zu zeigen und wie sehr sich die Welt verändert hat. Dabei wirkt diese Welt in The Princess Blade aber auch sehr leer.

Fazit:

The Princess Blade ist ein merkwürdiges Remake von Lady Snowblood. Die Idee ist interessant aber man setzt den Film vor allem bei der Handlung sehr schwach um. Dafür bekommt man sehr gute Actionszenen, die aber nicht an einen japanischen Film erinnern, sondern aussehen als kämen sie aus Hongkong, was an der Choreografie von Donnie Yen liegt. So ist der japanische Spielfilm eine nett gemeinte Idee, die aber auch viele schwächen hat.

The Princess Blade

Movie title: The Princess Blade

Director(s): Shinsuke Satô

Actor(s): Yumiko Shaku, Hideaki Itô, Yôko Chôsokabe, Shunta Fuchino, Teppei Hiromichi, Yûji Kido, Keita Kimura, Yôko Maki, Masako, Yutaka Matsushige, Naomasa Musaka, Yôichi Numata

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
6.2/10

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