Japan, wie oft fing wohl mit diesem Land hier eine Review an? Egal man braucht eine Einleitung und hier ist. Denn es geht mal wieder um einen Film aus Nippon. Das Land der aufgehenden Sonne bietet für Films immer wieder etwas zu entdecken. Auch wenn das Kino nach dem zweiten Weltkrieg von Hollywood beeinflusst wurde, wie die ganze Welt, so will man auch sehr eigenständig sein und da hat man sehr viele eigene Genres geschaffen und Themen die nur in Japan funktionieren. Vor allem im Horrorbereich gibt es große kulturelle Unterschiede. Man geht das Genre ganz anders an. Dies tat auch Regisseur Kenta Fukasaku bei X-Cross, obwohl hier einiges sicherlich der Buchvorlage von Nobuyuki Jôkô geschuldet ist. Dazu hat Shokotan auch eine kleine Nebenrolle. Willkommen im Jahr 2007. Was kann man also von diesem Film erwarten. In dem auch eine Gothic Lolita auftaucht mit einer übergroßen Schere?

Die Handlung dreht sich um die Freundinnen Shiyori und Aiko, sie wollen ein Wochenende in dem kleinen Bergdorf Ashikari verbringen und die heißen Quellen genießen. Denn Shiyori hat sich von ihrem ersten Freund getrennt, weil dieser fremdging und Aiko will ihr helfen. Doch diese benimmt sich merkwürdig, nur merkwürdiger benehmen sich die Dorfbewohner und als dann schnell klar wird, sie wollen das Bein von Shiyori und ihre Freundin Aiko hat sie verraten, muss sie fliehen. Doch Aiko hat ganz andere Probleme, eine Gothic Lolita ist hinter ihr her und will für etwas Rache. Shiyori bekommt von jemanden am Telefon Hilfe, der sie retten will. Doch wie soll sie aus Ashikari nur entkommen?

Toller unterhaltsamer Wahnsinn wir einem in X-Cross geboten. Von Anfang an gibt der Film Gas und kommt mit einigen Wendungen daher. Interessant ist auch, dass ein Hauch Lovecraft mit durchkommt. Das kleine Bergdorf und der Kult der dort herrscht. Nur sind es keine Fischwesen, sondern Menschen die das linke Bein einer jungen schönen Frau opfern.

Ein verrückter Kult in X-Cross + Freundschaft und Wendungen

Bei X-Cross versucht man nicht den Grund geheim zu halten warum Shiyori und Aiko in dem Bergdorf sind. Schon in der ersten Szenen erfahren wir, was passieren wird und das Shiyori in Gefahr ist. Dann springt die Zeit zurück und wir lernen beide Hauptcharaktere kennen und erfahren, dass Aiko gern mit Männer flirtet und nichts festes will und wohl gerade mit vier oder mehren Männern spaß hat. Während Shiyori leidet, weil sie ihre erste Beziehung beendet hat. Dann spielt der Film mit uns, denn immer wieder wirkt es so, dass Aiko es war die Shiyori in das Dorf gelockt hat um sie zu opfern. Zwar sieht man die echt Wendung sehr schnell kommen, dennoch macht dieser Punkt sehr viel Spaß.

Man unterteilt die Handlung von X-Cross in Kapitel und so springt man immer wieder in der Zeit hin und her und wenn es um Aiko geht. Dann bekommt man noch mehr Wahnsinn geboten, als Dorfbewohner, die Frau opfern um ihr linkes Bein zu bekommen. Denn eine Gothic Lolita taucht auf und will Rache an Aiko, warum sie das will? Erfahren wir erst etwas später. Am Anfang könnte man noch meinen, sie gehört einfach zu dem Dorf und will auch nur ein Bein haben. Diese Gothic Lolita taucht immer wieder auf im Film und ist auch einer der Gründe, warum Shiyori glaubt das Aiko sie betrogen hat, weil beide immer wieder getrennt werden und die Kommunikation mit dem Handy ist einem abgelegenen Bergdorf schwer, dennoch hat man besseren Empfang als in einer deutschen Großstadt.

Immer mehr nimmt die Handlung fahrt auf und als Zuschauer fragt man sich, was kommt noch. Dabei nutzt X-Cross auch und erfüllt bewusst nicht jede Erwartung. Man lässt bewusst einiges anders ablaufen und mancher Charakter ist am Ende nur ein Nebencharakter und nicht jede Fährte die gelegt wird, führt dahin wohin man sie haben will. Man spielt mit uns und das nicht nur sehr offentsichtlich, es sind auch die kleinen Details in der Geschichte.

Horror, Humor und Action

X-Cross ist ein reinrassiger Horrorfilm, viel mehr springt er durch die Genres, immer wenn wir Shiyori sehen sind wir im Horrorgenre, hier baut man die Bedrohung auf und die Angst, die sie hat und wie sie versucht zu entkommen. Dazu auch die Paranoidität, wenn sie nun vertrauen kann. Selbst die Freundin am Handy, kann man als Zuschauer nicht trauen. Hier kommt der Horror immer wieder zur geltung, vor allem am Anfang. Das wechselt zwar am Ende zu etwas sehr abgefahrenes aber immer noch sehr passend für einen japanischen Horrorfilm.

Auf der anderen Seite haben wir Aiko, hier gibt es mehr Humor und Action, ihre kämpfe mit der Gothic Lolita sind gut gemacht und irgendwann schafft man es sogar den Zuschauer zu überraschen mit einem Duell. Denn hier kommt eine übergroße Schere zum Einsatz und eine Kettensäge. Im Finale kommen dann alle zusammen und die Flucht bietet viel Spannung aber auch sehr viel Chaos und das alles wirkt dadurch sehr unterhaltsam.

Optik

Die Herbststimmung in X-Cross kommt sehr gut rüber, alles wirkt verregnet und etwas Grau, dazu auch der leichte Nebel der durch das Bergdorf zieht. Ansonsten ist es halt ein typisches japanisches Bergdorf, was perfekt ist für einen Horrorfilm. Es wird auch immer wieder dafür genutzt, sogar im Anime. Es ist immer etwas unheimlich und nicht nur in Nippon. Die Schauplätze bieten viel Raum für die Figuren oder zeigen die Enge sehr deutlich. Die Kamera ist dabei immer nah dran und der Effekt, dass etwas zurück gepsult wird und wir dann die Stelle aus einem anderen Blickwinkel sehen, funktioniert hier auch sehr gut.

ansonsten sieht X-Cross halt wirklich wie ein Film aus dem Jahr 2007, auch wenn die Technik bei Handys in Japan etwas moderner war, mit Live Video. Dennoch sind es Produkte die nach elf Jahren veraltet wirken aber für den Film dennoch sehr zweckhaft. Die Gothic Lolita ist auch ein optisches Highlight mit ihrem schicken Outfit. Ansonsten bekommen wir sehr merkwürdige Dorfbewohner zu sehen und haben auch sehr wenig Farbe. Das Finale ist dann eine wilde Mischung, aus einem Ritual mit traditioneller Kleidung und modernen Einschlag durch ein paar Charaktere.

Fazit:

X-Cross ist ein sehr unterhaltsamer Horror Action Film mit Humor. Als Zuschauer bekommen wir einen abgedrehten Kult geboten und eine Gothic Lolita die Rache will. Man wird knapp 90 minuten prächtig unterhalten.

X-Cross

Movie title: X-Cross

Director(s): Kenta Fukasaku

Actor(s): Nao Matsushita, Ami Suzuki, Shôko Nakagawa, Hiroyuki Ikeuchi, Ayuko Iwane, Nozomu Iwao, Kyôji Kamui, Rikiya Koyama, Yoshiyuki Morishita, Takashi Nishina, Maju Ozawa

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
7.6/10

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