Umberto Lenzi gehört zu den Kultregisseuren des italienischen Exploitationskinos der 70er und 80er Jahre, drehte er doch durch alle Genre seine Filme. Dabei hat er ein paar Filme geschaffen, die bei Fans immer noch beliebt sind. Ende der 80er Jahre ware der italenische Film am Ende, durch die Klagen der USA kommt man keine Rip Offs mehr drehen und das Geld wurde immer weiter gekürzt. So das die Qualität auch darunter gelitten hat. Als Lenzi nun 1988 den Film Nightmare Beach drehen sollte, lehnte er im Grunde ab, dennoch schreibt man ihn den Film in die Schuhe, laut Interviews aber führte James Justice Regie. Das unter dem Pseudonym Harry Kirkpatrick, welches Lenzi aber auch für das Drehbuch nahm. So klar wer hier nun auf dem Regiestuhl saß ist es dennoch nicht. Sagen wir einfach, es war Umberto Lenzi.

Die Handlung beginnt in einem Gefägnis, Diablo, Anführer einer Biker Gang, wird hingerichtet. Er soll eine Frau umgebracht haben, beteuert aber seine Unschuld. Dennoch landet er auf dem elektronischen Stuhl. Ein Jahr später zum Spring Break, Skip und Ronny kommen in die Stadt und wollen wie alle College Kids ihren Spaß haben. Sei es beim Trinken oder beim Wet T-Shirt Kontest. Doch ein Killer ist unterwegs, dieser bringt seine Opfer mit Strom um und fährt auf einem Motorrad durch die Gegend. Als Ronnie verschwindet, versucht Skip ihn zu finden, Hilfe bekommt er von Gail. Diese ist die Schwester von dem Mädchen was Diablo umgebracht hat, könnte sein Geist zurück gekommen sein und nun will er Rache nehmen?

Slasher oder Giallo? Das ist auch bei Nightmare Beach die Frage, da beide Genres fast gleich sind, so ist es immer die Frage, wenn man sich eine italienische Produktion anschauen. Auch Nightmare Beach ist hier keine Ausnahme. Man hat keine Ahnung wer am Ende der Killer ist, es gibt zwar hinweise aber die sind alle falsch. Wenn man aufpasst kann man es erahnen. Ansonsten ist es auch ein typischer Spring Break Film, der noch ein paar Biker dazu nimmt und einen fiesen Cop. Am Ende weiß der Film aber nicht immer was er sein will.

Spring Break, Morde und Rache in Nightmare Beach

Es ist ein interessanter Versuch den man bei Nightmare Beach wagt, zwar ist die Idee nicht neu. Das man hier versucht irgendwelche College Kids einen Killer zu opfern. Doch man versetzt das Ganze in den Spring Break, welche rin den 80er Jahren vor allem durch einige Filme bekannt wurde und seit auch ein kleines eigenes Genre ist. Vor allem bei den Teenie Sex Komödien. Hier bringt man dann den Horror mit in die Handlung. Dabei baut man aber auch auf die typischen Stereotypen beider Genre, die nicht weit auseinander liegen.

Da hätten wir Skip und Ronnie, welche begeistert in die Stadt kommen und versuchen Mädels an zu baggern. Bei der Barfrau Gail hat Skip scheinbar Chancen und so freunden sich beide an. Währendessen besuchen beide aber auch immer wieder den Strand und den Wet T-Shirt Kontest. Dazwischen lernen wir die Biker kennen und das sie Sauer sind, sie haben Diablo verloren und scheinbar das auch noch Grundlos. Sie geben Strycher die Schuld, denn er war der Cop der Diablo verhaftet hatte und scheinbar auch nur, weil er den Biker nicht mochte. So ist es kaum verwunderlich, dass man den Verdacht hat, dass Strycher hier der Böse ist und alle umbringt.

Es gibt auch noch de Pfarrer und dessen Tochter, diese will einfach Spaß haben, was Papa aber nicht gefällt. Er betet immer wieder für die armen Seelen, die vorehelichen Sex haben und sich betrinken. Dazu noch eine Blondine, welche notgeilen alten Männern irgendwelche Geschichten erzählt und so Geld bekommt, ein Typ der dauernd Streiche spielt. Das alles wirft man in Nightmare Beach in den Mixer und man kann sich denken, wer hier alles sterben muss und wer am Ende der Held ist. Gail ist das Finale Girl und ob Strycher wirklich der Killer ist, stellt sich erst am Ende heraus.

Horror, Spannung und Effekte

Wie am Anfang schon erwähnt, im Jahr 1989 war das Geld für den italenischen Film knapp und das sieht man Nightmare Beach auch deutlich an. Denn für Effekte war kaum Geld da. Darum mordet der Killer auch immer wieder mit Strom, außer bei einer Frau, das wirkt etwas verwunderlich, passt aber zur Aufklärung und beim zweiten Mal schauen macht dass dann auch mehr Sinn. Jedenfalls, man bekommt hier sehr harmlose Morde zu seinen, nichts ist wirklich blutig oder brutal. Dabei ist es aber eine Interessante Idee mit dem Motorrad, was auch gleich als elektrischen Stuhl fungiert.

Spannung kommt aber auch kaum auf bei dem Film, man plätschert so vor sich hin und sieht immer wieder den Killer Leute umbringen. Dabei rätselt man zwar als Zuschauer mit aber nicht immer gelingt es einem so richtig zu unterhalten oder das man jetzt wissen will, wer der Mörder ist. Das liegt auch daran, dass manche Spuren so offensichtlich falsch gelegt wurden, das man sich fragt ob Strycher nicht wirklich der Killer ist. Dann kommt die Auflösung und man denkt, ja ob das passt aber irgendwie überraschend ist es nicht. Es funktioniert zwar aber auch nur bedingt.

Optik

Dass das Produktionsbudget nicht groß war, sieht man Nightmare Beach auch bei den Bildern an. Denn man dreht viel an verlassen orten oder nutzt Strandszenen immer wieder. Dazu spielt vieles in Gebäuden ab. Hier verschenkt man Chancen. Es wär cooler gewesen, würde der Killer. Der wirklich Cool aussieht auch am Strand sich austoben hätte können. Man bekommt zwar viele dieser Aufnahmen geboten und sieht überall schöne Körper aber es passt nicht zum restlichen Film, es fühlt sich immer wieder nach Füllmaterial an. Dennoch hat der Film auch seine guten Momenten, vor allem wenn sich im Helm des Killers das Opfer spiegelt.

Ansonsten kann man sagen, das man es mit einer typischen italienischen Produktion hat, die in den USA spielen soll, Man hat einige Aufnahmen in den USA gemacht und hat mit John Saxon und Michael Parks, auch zwei bekannte Name des Genrekinos dabei. Ansonsten ist es halt immer noch ein Film der 80er und das sieht und hört man überall im Film.

Fazit:

Nightmare Beach ist ein kleiner Slasherfilm, der aber auch ein Giallo sein könnte. Er bietet eine nette Idee, man merkt aber sehr deutlich, dass man hier nicht viel Geld hatte. So zieht sich der Film auch immer wieder, man wird zwar noch unterhalten aber die Langeweile macht sich dennoch schon breit. Dafür gibt es viel Hairmetal und tollen Score von Claudio Simonetti.

Nightmare Beach

Movie title: Nightmare Beach

Director(s): Umberto Lenzi

Actor(s): Nicolas De Toth, Tony Bolano, Sarah Buxton, Paul Gleason, Yamilet Hidalgo, Lance LeGault, Michael Parks, John Saxon, Ben Stotes, Rawley Valverde, Kristy Lachance, Gregg Todd Davis

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 5/10
    Unterhaltung - 5/10
5.8/10

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