Der Werwolf ist neben dem Vampir einer der legendärsten Horrorfiguren der Welt und in fast jeder Kultur gibt es ein Mythos über Wolfmenschen. Auch im Film wurde er oft benutzt, zwar nicht so stark wie der Vampir aber es gibt auch einige Werwolf Filme und das Genre bietet hier auch viel Spielraum für Interpretationen, wenn es gut gemacht ist, stört die Schwäche des Mythos nicht, das sich ein Werwolf nur an Vollmond verwandeln kann, wie bei An American Werwolf in London. Es gibt aber auch hier so viel kreative Ideen, dass es alles mögliche ist. Wie in dem Manga Wolf Guy aus dem Jahr 1970 von Kazumasa Hirai. Diese wurde schon im Jahr 1973 von Toho offizell Verfilmt und zwei Jahre später wollte auch Toei ein Stück vom Kuchen und gab leider dafür auch nicht viel Geld aus, sondern schickt Regisseur Kazuhiko Yamaguchi los um mit Sonny Chiba einen Film zu drehen, der wenig kosten sollte aber viel Einspielen. Am Ende entstand ein wilder Mix, der bis vor kurzem nur in Japan erhältlich war.

Die Handlung dreht sich um Akira Inugami, welcher auf den Straßen von Tokyo zeuge von einem bizarren Mordfall wird. Ein Mann stirbt einfach und hat dabei Wunden wie von einem Tigerangriff, nur niemand sah den Angreifer, nur Akira konnte ihn sehen, es war der Geist eines Tigers. Er macht sich auf die Suche nach dem Ursprung und stößt dabei auf Miki, welche von einer Gang vergewaltigt wurde und mit Syphilis angesteckt wurde. Könnte sie hinter den Morden an der Band stehen, was haben die Yakuza damit zu tun? Immer weiter dringt Inugami in den Fall vor und stößt auf viel mehr, als er und Miki von der JCIA entführt werden, ist klar. Dass es hier um mehr geht als nur Rache.

Klingt Wolf Guy auf dem Papier noch nach einer abgefahrenen Handlung, sieht man den Film sehr schnell an. Man hatte hier zwar Ideen und ein Drehbuch, doch Toei wollte kein Geld für Spezial Effekte ausgeben und das ist bei dieser Art von Geschichte nicht förderlich. Zwar gibt es ein paar Effekte im Film aber Akira wird niemals zu einem Werwolf.

Rache, Werwolfclans und eine geheime Organisation in Wolf Guy

Man merkt der Handlung von Wolf Guy an, dass sie auf einen Manga basiert. Denn man baut am Anfang zwar Akira Inugami etwas auf, doch er scheint schon ein fester Charakter zu sein, das was wir erfahren sollen gibt es in Rückblenden. So macht der Film auch sehr schnell deutlich, dass er kein normaler Mensch ist. Als er von einer Frau auf einem Motorrad gerettet wird, sagt sie auch deutlich, dass er sehr animalisch ist und deswegen mit ihm Sex haben will. Was die Beiden dann auch haben. Man zeigt uns Akira hier als sehr männlichen Charakter, er ist ein Alphatier und bekommt was er will oder was ihm angeboten wird. Sehr deutlich wird das bei der Szene wo er ein Steak ist, die Beilagen schmeißt er vom Teller und verzehrt genüsslich das Fleisch. Er ist ein Wolf und kein Mensch. Das erklärt dann auch die Offkommentare von ihm.

Die Sache mit Miki wird dann zwar etwas länge behandelt aber wie genau sie ihre Fähigkeiten einsetzen kann wird erst später erklärt aber woher sie kommen, das bleibt im Dunklen. Auch was die JCIA ist, wird uns nicht gesagt, sie sind einfach da und sind dann auch die Bösen. Das andere Böse hat man schnell noch abgehandelt, man muss Experimente mit Miki und Akira machen. Hier zeigt sich dann die Schwäche der Handlung von Wolf Guy. Denn alles wirkt sehr schnell abgehandelt und so als ob man eine weitere Folge eine TV-Serie schaut, man geht einfach gleich zum nächsten Thema über und zeigt ein paar Charaktere die Zusammenhänge.

Am deutlichsten wird das in den letzten 20-30 Minuten, wenn Akira aus Tokyo flüchtet und dann zu seinem Geburtsort zurückkehrt. Hier trifft er dann auf einen weiteren Charakter, der wichtig für die Handlung wird. Der aber so spät eingeführt wird und alles wirkt auch so, als ob es der Anfang des Films sein könnte. Man erklärt hier mehr die Inugami Familie und was das Dorf gemacht hat, also das was wir schon aus den Rückblenden kennen.

Horror, Action und Effekte

Der Werwolf ist eine Figur des Horrors aber viel Horror gibt es in Wolf Guy nicht, das liegt auch mehr an der Handlung, zwar ist der Geist des Tigers, der hier ein paar Morde verübt eine interessante Idee aber am Ende ist es mehr übernatürliches und Akira wird halt auch nie als Werwolf gezeigt. Das lag an Toei. Regisseur Kazuhiko Yamaguchi wollte mehr Effekte haben, auch der Mond sollte besser aussehen aber Toei wollte alles das man es günstig im Studio drehen kann. So nutzt man halt andere Ideen und so gibt es eine Szene wo man echte Aufnahmen einer Operation zeigt, diese Bilder wurden aber man verfremdet es, so das man hier die negative Ansicht hat. Sollte wohl doch nicht so schockierend werden.

Ansonsten bietet Wolf Guy auch etwas Action, aber Sonny Chiba hält sich auch zurück, was auch an der Rolle liegt. Zwar geht es im Finale dann doch etwas heftiger zu aber der Film bleibt merkwürdige Mix aus verschiedenen Genres, welche nicht immer so recht funktionieren wollen. Man baut zwar sehr viele Elemente ein, die das Publikum unterhalten sollen, von Sex bis Gewalt gibt es alles aber am Ende überzeugt das weniger als man euch glauben machen will.

Optik

Wolf Guy wurde im Cinemascope Format gedreht, wie viele Filme von Toei zur damaligen Zeit und das macht sie bemerkbar. Vor allem am Anfang, wenn wir die Straßen von Tokyo sehen und die Neonlichter. Alles wirkt lebendig und die großen Bilder machen eindruck. Später nutzt man dies aber kaum noch. Zwar gibt es ein paar nette Symbole im Film, vor allem der Schmetterling an der Wand und mancher Kameratrick funktioniert auch noch. Dennoch sieht man deutlich die Effekte und das der Mond nicht echt ist. Was schade ist, aber wieder gesagt Toei wollte nicht viel Geld ausgeben für den Film. Die Actionszenen sind nett gefilmt und mancher Charakter darf auch den Todestanz aufführen in Zeitlupe.

Man sieht Wolf Guy an, dass er in den 70er Jahren entstanden ist. Alles schreit danach. Die Farben, die Outfits und die Orte. Man wird in eine Zeit zurück katapultiert, wo man manches noch etwas anders sah. Das sieht man bei diesem Film auch immer wieder deutlich. Auch ist es etwas schade, das man nicht mehr versucht hat Sonny Chiba ähnlicher der Manga Vorlage aussehen zu lassen aber seine Männlichkeit muss hier reichen um den Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten zu spielen. Die immer stärker werden je näher der Vollmond kommt.

Fazit:

Wolf Guy verspricht viel, kann aber wenig davon halten. Zwar sind die Ansätze nett und der Film kann auch unterhalten. Dadurch, dass die Handlung ein paar mal die Richtung wechselt und nie wirklich abschliesst und einiges nur anreist, bleiben viele Fragen zurück und man hat das Gefühl, dass man eher zusammengeschnitten Episoden einer TV-Serie schaut, als einen Kinofilm.

Wolf Guy

Movie title: Wolf Guy

Director(s): Kazuhiko Yamaguchi

Actor(s): Sonny Chiba, Kyôsuke Machida , Yuriko Azuma , Saburô Date , Kôji Fujiyama , Tooru Hanada , Takeshige Hatanaka , Ryuji Hayami , Jiro Ibuki , Keiko Itô , Fukunosuke Izumi , Naoko Izumi , Haruki Jô , Osamu Kaneda , Shunsuke Kariya, Etsuko Nami

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 4/10
    Action - 4/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
5.8/10

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