Die 80er Jahre waren ein wildes Jahrzehnt, auch wenn sich politisch in der Welt viel getan hat, was sich auch in den Filmen widerspiegelt, vor allem bei den modernen Actionfilmen aus den USA. So waren die Exploitationsfilme langsam vorbei und der Horrorfilm übernahm den Markt. Dazu kam der Heimkinomarkt, mit der VHS und der Boom war da, es war noch nie einfacher gewesen, einen Film zu produzieren und zu veröffentlichen. Er musste nicht mehr im Kino laufen, sondern war direkt für die Videotheken produziert. Charles Band hatte 1986 noch seine Produktionsfirma Empire Pictures und brachte manchen Film, der nie fürs Kino gedacht war, dennoch in diese. So auch Necropolis – Die Blutsauger von Manhattan, dabei ist es schwer zu erfahren, was der Film im Kino einnahm. Auf VHS haben ihn sicherlich mehr Menschen gesehen. In Deutschland gibt es den Spielfilm nur auf VHS und eine Veröffentlichung fürs Heimkino gibt es noch nicht. Dafür kann man sich ihn bei der Full Moon Streaming Seite anschauen (Also wenn ihr ein Abo habt, was sich hier echt lohnt).

Die Handlung beginnt vor 300 Jahren in New Amsterdam, die Hexe Eva will mehr macht haben und betreibt ihre satanischen Rituale. Als sie bei einer Hochzeit die Braut entführt und diese opfern will, wird sie von einem mutigen Mann aufgehalten. 300 Jahre später in New York, Eva ist zurück und will ihren Ring haben. Doch dieser ist bei Reverend Henry James. So hat die satanische Hexe ein neues Ziel, doch der Weg ist kein leichter und sie braucht viele Opfer und sie muss noch eine Jungfrau finden, was im New York der 80er Jahre schwer wird.

Achja, diese Zeiten der Filme den man ansieht, dass die Macher Lust haben etwas zu drehen. Das merkt man auch bei Necropolis, auch wenn Regisseur Bruce Hickey danach nie wieder einen Film drehte, merkt man immer wieder das man hier etwas erschaffen wollte, aber man nicht die Mittel dafür hatte. Das Thema des Films ist dennoch sehr interessant und funktioniert. Dazu hat Glenn Danzig, damals noch Sänger bei Misfist und später auch bei Danzig (Ihr alle kennt den Song Mother), eine kleine Nebenrolle und spielt ein Opfer von Eva.

Wiedergeburt, Hexen und Satanismus in Necropolis

Die Themen in Necropolis sind klar, man widmet sich dem Themen der Hexen und dem Satanismus, was hier ein und dasselbe ist. Dabei nimmt man Eva als Hexe, die immer wieder kommt und ihre Macht vergrößeren. Im Großteil des Films verfolgen wir sie, wie sie dies versucht. Sie ist uns sogar sympathisch, denn die Guten im Film sind langweilig und die typischen Charaktere, aber mit diesen müssen wir als Zuschauer leben. Eva ist interessanter und funktionier erstaunlich gut. Wir sehen ihre Vergangenheit und was sie tut. Diese Ritual ist mit einer Hochzeit verbunden und wir sehen beide Versionen, die göttliche und die satanische. Die Unterschiede werden uns sehr schnell gezeigt, am Ende siegt hier aber das Gute.

Dann sind wir schon in New York und Eva ist einfach wieder da und ist auf der Suche nach ihrem Ring. Hier nimmt der Film fahrt auf und stellt uns auch die anderen Charaktere vor, die wichtig sind. Da wär Dawn die Radio Reporterin, welche Reverend Henry James und einem seiner Schützlinge interviewt. Doch hier passieren merkwürdige Dinge. Eva kann die Gedanken von Menschen manipulieren und ihre wünsche sehen und sie so lange bequatschen bis sie es wirklich tun. Das zieht man dann durch den ganzen Film und ist eine coole Idee. Das ruft aber auch die Polizei auf den Plan, denn was hier wir ein Selbstmord aussieht war Eva, doch niemand will James glauben, auch wenn er es besser weiß.

Am Ende ist aber alles egal, denn es steht die Finale Konfrontation mit Eva an, sie will ihren Plan endlich beenden und an den Ring kommen. Davor sehen wir als Zuschauer immer wieder wie Eva in Necropolis sich neue Opfer sucht und diese tötet, das sind mitunter die besten Momente im Film. Denn hier dreht die Handlung völlig ab und man sieht die Kräfte der satanischen Hexe und wie mit ihren Gedanken Menschen kontrollieren kann.

Der Horror in Necropolis

Die typischen Genremuster des Horrorfilms folgt Necropolis nicht. Man nutzt eine typische Horrorgeschichte rund um eine Hexe. Man nutzt auch das Thema des Satanismus, welches damals in den USA großes Thema war und auch zu einer Massenhysterie in einer kleinen Stadt führte. Das beides verbindet man zu einer Figur. Eva ist das Böse im Film. Uns als Zuschauer ist das aber auch egal. Sie wirkt sympathisch und benimmt sich eher, als ob sie gerade in einem Heavy Metal Musikvideo auf MTV ist. So ist Necropolis nie wirklich gruselig. Denn man versucht hier auch keinen Horror zu verbreiten.

Wenn Eva auf Opferjagd ist, wird der Film auch immer wieder spannend. Denn man weiß nie was als nächstes passiert. Sie spielt mit den gelüsten der Menschen und versucht sie so zu verführen. Sie ist als mehr Teufel als Hexe in diesen Momenten. Eva braucht immer neue Opfer und da wär noch ihr Versteck, wo die Ghoule sind. Hier gibt es einer der absurdesten Szenen von Necropolis. Eva wchsen noch zwei weitere Paar Brüste und so füttert sie ihre Ghoule. Das ist auch der größte Spezial Effekt im Film. Dazu ist Glenn Danzig eins der Opfer von Eva, was ein Pluspunkt ist. Hier nutzt sie ihre Mentalfähigkeit und redet ihm ein, dass seine weibliche Bekleidung nicht die beste Wahl für ihn wär und er doch besser Eva nehmen sollte.

Optik

Auch wenn man dem aktuellen Master von Necropolis nicht ansieht, man hat den Film auf 35mm gedreht und man drehte auch alles on Location in New Jersey und New York. So sieht man viele Orte, die für die Stadt sprechen und das Jahrzehnt wiedergeben. Das macht den Film auch so charmant. New York war damals noch gefährlicher und bedrohlicher als heute. Dazu nutzt man viele Punks und Metal Fans als Opfer von Eva, was wieder zum Thema des Films passt. So bekommt man ein paar nette Aufnahmen geboten und man nutzt auch das 4:3 Format. Interessant ist die Kleidungswahl, die guten sehen alle sehr brav und bieder aus. Eva sticht mit ihren platin bonden Haaren hervor und trägt dabei immer Leder. Wie gesagt die Metal Video ästhetik zieht sich durch den Film.

Etwas merkt man Necropolis an, dass es der erste Film von Bruce Hickey ist. Er nutzt viele ruhige und lange Kameraeinstellungen, wenn es um Dialoge geht. Umschnitte funktionieren zwar aber der Charakter schaut dann immer noch in die selbe Richtung wie bei einer anderen Einstellung. So sind wir wirklich Beobachter. Dann gibt es aber auch Momente in Necropolis, wo der Schnitt wirklich gut ist, alleine der Anfang mit der Hochzeit und wie man immer wieder zum Ritual von Eva schneidet. Hier zeigt sich dann doch etwas Talent und was Charles Band damals wohl auch in den Film gesehen hat.

Fazit:

Necropolis hat seinen Charm. zwar bringt der Film den Horror niemals wirklich rüber, aber dank der Handlung rund um Eva und ihren Plan wird man dennoch unterhalten. Das alles im New York der 80er Jahre und man wird mit einer kleinen Perle belohnt, die sicherlich besser sein könnte, aber das Endprodukt weiß auch zu überzeugen, auch wenn es viele schwächen hat.

Necropolis

Movie title: Necropolis

Director(s): Bruce Hickey

Actor(s): George Anthony-Rayza, LeeAnne Baker, Vicki Bell, Michael Conte, Norris Culf, Jacquie Fitz, Anthony Giola, Nadine Hartstein, Jett Julian, Adriane Lee, Glenn Danzig

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 7/10
    Regie - 7/10
  • 5/10
    Spannung - 5/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
5.8/10

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