Gruselgeschichten gibt es viele und im Internet werden es auch immer mehr. Es gibt auch immer wieder Spiele, welche erzählt und erklärt. Dabei gibt es sehr viele urbane Legenden und jedes Land hat seine eigenen. In Japan wurde bei 2Chan ein gruseliges Spiel berühmt was Hitari Kakurenbo heißt und wohl am besten mit alleine Versteck spielen übersetzt werden kann. Hierbei beschwört man einen Geist mit Hilfe eines Teddybärs und spielt dann Verstecken mit dem Geist. Es wurde ein Phänomen und sehr beliebt, vor allem in Japan. Diese Geschichte bietet auch Stoff für einen Film und so entstand Creepy Hide and Seek. Regie führte Kaoru Adachi, welcher mit Mad Video seit den 80er Jahren, vor allem im Untergrund und sehr Nischenfilmbereich tätig war, produzierte er auch die Guinea Pig Reihe oder führte bei dem Mondo Gesichter des Todes 4 Regie. Die Hauptrolle übernahm Ayane Suzukawa, welche ein AV Idol ist und die Hauptrolle in Your Rope. hatte, die Pornoparodie von Your Name.

Die Handlung beginnt in einem Online-Chat wo Akane mit anderen Frauen über ein Video spricht, dort gab es ein Ritual, wo mit Hilfe eines Stofftiers ein Geist beschworen wurden. Sie ist davon fasziniert und findet auch andere die Mitmachen wollen, doch sie wollen es am Originalschauplatz machen. Nach einem Albtraum bekommt sie einen Anruf und eine Frau sagt das sie den Ort kennt. Nun ist der Tag gekommen, Akane und die andern beiden, eine Studentin und eine Schülerin treffen sich in einem alten verlassenen Haus. Dort beginnen sie das Ritual und so leicht gibt es kein Entkommen mehr von dem Ort.

Japanische Horrorfilme sind immer etwas anders, denn die Kultur des Horrors ist eine andere. Die Geistergeschichten erzählen von anderen Figuren und umständen. Das zeigt auch Creepy Hide and Seek. Als westlicher Zuschauer, muss man sich auch an den Stil des Films gewöhnen. Denn Regisseur Kaor Adachi bleibt der Linie der neuen J-Horrorfilme treu und erzählt alles sehr ruhig. Dabei wird es aber am Anfang sehr anstrengend, wenn man einen Chat mitlesen muss. Das ist ein sehr zäher Start für den Film.

Creepy Hide and Seek und das typisch japanische

Akane, Nozomi und Aya sind drei ganz normale Frauen. Jedenfalls am Anfang, doch irgendwas stimmt nicht. Akane ist zwar der Hauptcharakter, aber durch ihre zurückhaltende Art rückt sie immer in den Hintergrund. Wir lernen sie aber als erstes kennen und erfahren, dass sie die Person ist, die gechattet hat. Durch einen merkwürdigen Anruf, landet sie an dem Ort von dem Video. Dort trifft sie auf Nozomi, welche eine Stundentin ist und gerne Fotografiert. Beide unterhalten sich, vor allem Nozomi redet und redet und wir erfahren, so mehr über sie und wie sich bei dem allem fühlt. Sie glaubt da nicht dran und will es nur ausprobieren. Dann taucht Aya auf, eine Schülerin, welche die Schule schwänzt um mit zu machen. Sie war aber unentschlossen.

Über Akane wissen wir nur, dass sie eine ganz normale Büroangestellte ist. In Creepy Hide and Seek sind auch die Charaktere sehr mysteriös, man sagt es sogar, man will die Privatsphäre bewahren und nach dem Ritual, will man sich nie wieder sehen. Das ist ein interessanter Ansatz aber in den 71 Minuten Laufzeit, ist das noch zu wenig. Es reicht aber aus, damit wir als Zuschauer am Ball bleiben und wissen wollen wie es ausgeht. Denn der Mythos des Spiels ist interessant und man nutzt ihn gut. Auch wenn die Charaktere nicht so interessant ist.

Man hätte durchaus mehr machen können, was hat Aya gemacht und warum taucht sie erst so spät auf, sollte es nur ein Schock sein? Warum klingt ihre Aussage das sie eine ganz normale Schülerin ist, sehr unglaubwürdig? Es könnte am Schauspiel liegen, aber alles hat diese unheimliche Grundstimmung und alles wär möglich. Man wartet auch auf eine Wendung, die nicht kommen wird. Alles bleibt für den Horror im Dunklen und wir als Zuschauer sind am Ende immer noch sehr unwissend.

Der Horror in Creepy Hide and Seek

In Japan gibt es eine andere Form der Geister, darum erscheinen sie meist in weiß und haben lange schwarze Haare, es sind Geister, die auf der Erde herumwandern, weil sie noch ein Greuel gegen jemanden haben. Koto in Creepy Hide and Seek, scheint auch so ein Geist zu sein. Wir lernen sie schnell im Film kennen und immer wieder taucht sie auf. So bald das Ritual los geht, geht auch die Horror im Film los. Dann gibt es kein halten mehr, wir sind in der Welt des japanischen Horrorfilms und die Bedrohung kommt immer von dem Unbekannten. Denn wo Koto auftaucht, da passiert etwas schlimmes. Das lernen die drei Mädels sehr schnell. Wir als Zuschauer müssen dabei machtlos zu schauen. Das ist die Stärke des Films. Die Spannung steigt immer wieder mit diesen Szenen.

Es gibt auch eine kleine Hommage an Cannibal Holocaust in Creepy Hide and Seek. Dabei wird der Film niemals wirklich blutig, es spielt sich viel in unseren Köpfen ab, es gibt zwar ein paar Effekte und etwas Blut gibt es auch. Ansonsten ist es aber der Grusel der hier im Vordergrund steht. Dazu kommt aber auch etwas Erotik, das wirkt hier zwar sehr morbide. Dennoch sieht man dauernd das Höschen von Aya und im Finale zeigt man uns auch den Schlüpfer von Koto, der eindeutig erotisch sein soll. Dazu gibt es eine kurze Bondage Einlage. So gibt es hier doch etwas Erotik im Film. Auch Brüste baut Regisseur Kaoru Adachi mit ein. Das ist genauso japanisch auch, wenn Creepy Hide and Seek nicht ins Ero Guro abdriftet.

Optik

Das verlassene Gebäude in Creepy Hide and Seek ist ein toller Ort um einen Horrorfilm zu drehen. Alleine diese Haus bietet eine morbide und unheimliche Grundstimmung, alles wirkt kaputt und dennoch scheint es so, als ob noch jemand dort leben könnte. Nach und nach sehen wir auch mehr von dem Ort und entdecken mit den Charakteren etwas neues. Jeder Raum ist anders, wir sehen ein Bad, wo sie Aya aufhält, einen Wandschrank, wo sich Nozomi versteckt und dann wär da noch Akane, welche auch ihren Ort hat und dann aber durch das Gebäude fliehen muss. Alles wirkt auch so staubig und alt.

Regisseur Kaoru Abachi schein ein Fan von langen Einstellungen zu sein, viel Kamerabewegung gibt es in Creepy Hide and Seek nicht. Man lässt gern mal eine Einstellung für Minuten laufen, das spart natürlich Zeit und wär der Film in den 80ern erscheinen auch Material. Es ist jedenfalls auch eine Kostenfrage, denn man braucht keine 20 Einstellung einer Szene drehen. Dennoch gibt es auch schnelle Schnitte und andere Einstellungen, diese sind hier aber besonders und werden für den Horror genutzt.

Fazit:

Creepy Hide and Seek hat eine unheimliche morbide Grundstimmung. Auch wenn die Handlung schwach ist, so bekommen wir einen tollen Horrorfilm geboten, der von seiner Atmosphäre lebt und dem schleichen Unheil was sich anbahnt und sich im Finale langsam entlädt. Auch wenn die erotischen Momente, etwas befremdlich wirken, passen sie auch in den Film.

Movie title: Creepy Hide and Seek

Director(s): Kaoru Adachi

Actor(s): Ayane Suzukawa, Luna Amemiya, Akari Misaki, Kaoru Ôshima

  • 5/10
    Handlung - 5/10
  • 6/10
    Schauspiel - 6/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
  • 8/10
    Atmosphäre - 8/10
7.0/10