In den 80er Jahren war im Film noch alles möglich, nachdem man sich in den 70er Jahren ausgetobt hatte und sehr viel auf Exploitation gesetzt hatte und das neue Hollywood, war in den 80er Jahren auch bei Studio Filmen noch mehr möglich. Zwar gab es immer wieder Probleme mit Produzenten, die unbedingt etwas drin haben wollte, aber Regisseur konnten freier arbeiten. John Carpenter hatte dennoch Probleme und so ist Big Trouble in little China sein letzter Studio Film in den 80ern gewesen. Seine Vision konnte er wohl nie so umsetzen. Dennoch entstand ein Film, der heute als Retrohommage durch gehen würde. Denn Carpenter nahm Mythen und Legend aus China und packte sie in einen Abenteuerfilm, dabei gibt es viele Szenen und bauten die an die 70er Jahre und Shaw Brother Filme erinneren, vor allem das Wuxia Kino scheint eine der Grundlagen gewesen zu sein, auf der anderen Seite aber auch der Western.

Die Handlung beginnt mit Egg Shen der befragt wird zu einem Vorfall. Denn in San Francisco ist etwas explodiert und es gab grüne Flammen. Vor allem soll erzählen, was Jack Burton damit zu tun hat. Jack ist von Beruf Truckfahrer und eines morgens spielt er mit seinem Freund Wang Chi, doch dieser hat nicht genug Geld dabei, so begleitet ihn Jack zum Flughafen, dort will Wang seine Freundin Miao Yin abholen. Diese wird aber entführt und so machen sich beide los sie zu befreien. Doch sie geraten in einem uralten Kampf zwischen Gut und Böse und treffen dort auf David Lo Pan, welcher auch Miao Yin haben will. Denn sie hat grüne Augen, was extrem selten ist für eine Chinesin. Auch die Anwältin Gracie Law hat grüne Augen und will helfen Miao Yin zu befreien. So macht sich die Gruppe los um Miao zu retten.

John Carpenter hat mit Big Trouble in Little China etwas erschaffen, was in den 80er Jahren noch selten war. zwar wurden damals schon den Genres gemixt, aber er drehte seine Verison eines Martial Arts Film und verband das mit dem Western. Denn der 70er Jahre Martial Arts Film, war sehr nah dran an dem typischen Western. Dazu kommen aber auch viele Elemente aus dem Wuxia Genre und man baut sehr viel Fantasy mit ein.

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Big Trouble In Little China, Kurt Russell, Kim Cattrall, Suzee Pai, Dennis Dun
Film and Television

Wer ist der Held in Big Trouble in Little China?

Man spricht bei einem Film gern von den Strong First Impressions, bei John Carpenter hat man das immer wieder, man erinnert sich nur an Kurt Russell in Das Ding aus einer anderen Welt. In Big Trouble in Little China ist das etwas anders, wir lernen hier zwar auch Jack Burton kennen, aber so eindrucksvoll ist er am Anfang nicht. Er wirkt hier immer wieder total Fehl am Platz. Doch genau das soll seine Figur auch sein. Denn er wird in ein Abenteuer gezogen, von dem er keine Ahnung hat. Jack Burton lernt hier eine Welt kennen die ihm total Fremd ist. Er ist aufeinmal in einem Kampf zwischen Gut und Böse. Dabei ist es aber nicht der klassische Kampf, denn es ist eine fremde Mythlogie und er muss versuchen damit klar zu kommen.

Dabei ist Jack Burton hier der typische US Westernheld, der lieber mit einer Waffe schießt als mit Händen und Füßen zu kämpfen. Das ist auch einer der Witze im Film, man drückt ihn ein Revolver in die Hand, damit er sich besser fühlt, obwohl dieser nicht nützlich ist. Denn der Feind hat übernatürliche Mächte und ist über 2000 Jahre alt. Immer wieder lässt sein Freund Wang Chi Informationen aus, damit Jack nicht zu viel nachdenkt oder es nicht wissen muss. Wir als Zuschauer sind auch immer wieder in derselben Position, wir wissen nie mehr als Jack. Irgendwann wird uns aber alles erzählt und wir fragen uns wie Jack, was das ganze soll.

Dabei zeichnet uns Big Trouble in Little China aber auch ein Bild des Bösen, David La Pao ist mehr als nur Böse, er hat eine Vergangenheit und eine Geschichte, die wir auch erfahren. Er ist zwar hier das ultimative Böse, aber wir stehen auch seine Bedürfnisse und sein Verlangen. Die anderen Wesen die auftauchen bleiben aber mysteriös und das ist auch gut so. Man erklärt nicht jede Figur, sondern lässt alles etwas im dunklen. Es ist eine Legende einer anderen Nation, die jetzt in den USA lebt seit Jahrzehnten und ihre eigene kleine Welt aufgebaut hat.

Mythen, Legenden und Martial Arts

Die Verbdingung von zwei Kulturen in einem Film ist immer schwer, denn das westliche Publikum, kommt meist nicht damit klar, was so in Asien passiert. In den 80er Jahren war es noch schwerer. So ist das was John Carpenter mit Big Trouble in Little China gemacht hat, schon eine Meisterleistung. Denn er zeigt dem Zuschauer eine neue Welt. Es gibt das uralte Böse, was ohne menschliche Hülle lebt und unbedingt eine Frau mit grünen Augen braucht. Grüne Augen sind in der Welt des Films sehr selten, sie sind es auch in der Wirklichkeit. Durch den Zufall des Films haben wir aber gleich zwei Frauen mit grünen Augen. Dazu ist Miao aus China und Gracie aus den USA. Hier trifft dann Ost auf West und dem Bösen ist es auch egal wen er nimmt. Obwohl es auch sehr vorteilhaft ist für seine Prophezeiung.

Auch die anderen Legenden im Film, stammen aus China und wurden von den Menschen die little China in San Francisco aufgebaut haben mit gebracht. Wir tauchen in eine kleine Subkultur ab in einer großen Stadt. Das zeigt der Film dann im Finale auch nochmal sehr deutlich, die Bildsprache zeigt es hier sehr wirkungsvoll.

Auch verzichtet John Carpenter nicht auf Martial Arts Einlagen in seinem Film und so verbaut man alles was nur geht in dem Film. Hier merkt man dann auch die treue zu dem Genre, denn die Stuntmänner geben alles und die Choreografie ist gelungen. Alleine das Finale, hier gibt es Referenzen zum Wuxia Film und auch dem Western. Hier treffen beide Welten wieder aufeinander.

Optik

Die 80er Jahre, eine Zeit voller Neonlichter und eine Welt im Wandel, alles sollte modern und wie die Zukunft wirken. Bei Big Trouble in Little China, tauchen wir aber in eine Welt voller Studiosets ab und sehen eine kleine Welt, die sich deutlich abhebt. Wir sehen immer wieder Häuserfassaden von Chinatown und sehen Hinterhöfe und was im Untergrund passiert. John Carpenter entführt uns in diese Welt. Am Anfang ist noch alles normal, doch so bald Jack und Wang Chinatown betreten ändert sich alles. Hier zeigen uns die Bilder alles ist möglich. Hier und da leuchten die Reklameschilder, wir sehen Lagerräume und immer tiefer tauchen wir in die Welt und Boom. Wir sind aufeinmal in China oder was es hier sein soll. Eine kleine geheime Welt unter Chinatown.

Das John Carpenter weiß was er tut, zeigte er schon in den Filmen davor. Interessant wird es hier aber bei den Martial Arts Szenen und die funktionieren immer noch sehr gut. Man bekommt sogar typische Einstellungen aus Hongkong geboten. Die gebrochenen Knochen oder wenn Schläge treffen. Es ist zwar immer noch geschnitten wie ein Hollywood Film, aber es ist schon sehr nah an den Vorlagen dran.

Fazit:

Big Trouble in Little China ist ein wunderschöner und unterhaltsamer Film, hier trifft Western auf Martial Arts Kino. John Carpenter verbindet die beiden Genres gekonnt mit einander und zeigt uns eine Welt in einer Welt, wo auf einmal alles möglich ist.

Big Trouble in Little China

Movie title: Big Trouble in Little China

Director(s): John Carpenter

Actor(s): Kurt Russell, Kim Cattrall, Dennis Dun, James Hong, Victor Wong, Kate Burton, Donald Li, Carter Wong, Peter Kwong, James Pax, Suzee Pai, Chao Li Chi

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 9/10
    Unterhaltung - 9/10
8.0/10