Es gibt zwei Filme, welche die Karriere von Jackie Chan ins rollen brachten, da wär Die Schlange im Schatten des Adlers und Drunken Master (In Deutschland als Sie nannten ihn Knochenbrecher). Es war auch eine neue Welle im Martial Arts Film, denn man brachte viel Humor und Akrobatik mit in den Film, etwas was Chan so berühmt gemacht hat. 16 Jahre nach dem Erfolg von Drunken Master, wagte man sich an eine Fortsetzung. Doch im Grunde ist es ein eigenständiger Film, welcher nur den Drunken Boxing Stil nutzt. Viel mehr ist Drunken Master II ein weiterer Film der den chinesischen Volkshelden Wong Fei-Hung zeigt, ein Charakter der in über 100 Filme auftaucht. Die bekanntesten sind sicherlich die Once Upon a Time in China Filme von Tsui Hark. Hinter der Kamera gab es zwischen Regisseur Liu Chia-Liang, legendärer Regisseur der Shaw Brothers, der Die 36 Kammern der Shaolin drehte, und Jackie Chan. Das ging soweit das Liu aufhört und Chan das Finale alleine drehte.

Die Handlung dreht sich um den jungen Wong Fei-Hung, welcher mit seinem Vater gerade unterwegs ist. Sie haben Besorgungen gemacht, doch Wong will den Zoll nicht zahlen und schmuggelt in fremdes Gepäck den Ginseng. Der Zug wirde aber von einem Fremden überfallen und dieser klaut auch die Schachtel. Wong verfolgt ihn und kann die Schachtel wiederbekommen. Doch da ist kein Ginseng mehr drin, sondern ein Siegel. Sein Vater darf davon nichts erfahren, mit Hilfe seiner Mutter kann er es vertuschen. Doch da wartet schon der nächste Ärger, denn scheinbar betreiben ein paar Chinesen in einem Stahlwerk Schmuggel mit Antiquitäten. Dabei ist Wong aber ein Dorn im Auge, denn er stößt immer wieder auf die Personen und hat noch das Siegel was sie suchen.

Als Zuschauer merkt man sehr deutlich, dass man sich bei der Handlung sehr deutlich an Wong Fei-Hung erzählungen orientiert, nur hier soll er ein junger Mann sein, der gegen seinen Vater rebelliert und dennoch für China eintritt. Etwas was auch sehr befremdlich wirkt, diese Propaganda für China. Die hier immer wieder deutlich wird. Auch wenn man die Ungerechtigkeit des Landes anprangert, wie mit dem Zoll.

Drunken Master II: Volksheld und Rebell

In China kennt jeder Wong Fei-Hung und im Westend ist er durch die Once Upon a Time in China auch bekannt geworden. Er ist ein Held und es gibt viele Legenden um ihn. Er taucht in so vielen Filmen und Geschichten auf, das alles möglich ist. Auch in Drunken Master II bekommen wir ihn in Form von Jackie Chan als Held der Geschichte präsentiert. Hier aber in form eines jungen Mannes, was mit Chan sehr befremdlich wirkt. Sein Filmvater ist gerade mal acht Jahre älter. Jedenfalls ist er ein junger rebellischer Mann, der einen eigenen Kopf hat, aber seinen Vater respektiert, dennoch immer wieder gegen seine Regeln verstößt. Das zieht sich durch den ganzen Film, er wird sogar mal enterbt und verstoßen, aber wieder aufgenommen. Mit diesem merkwürdigen Familienbild kämpft der Film bis zum Finale, dort verschwindet das und wir haben einfach einen anderen Film.

Man merkt auch immer wieder sehr deutlich, wenn sich Chan im Film durchsetzt und seinen Charakter die typischen Merkmale verleiht und wenn Liu CHia-Liang seinen willen bekommen hat. Dieser Kampf hinter der Kamera wirkt sich auch auf den Film aus. Denn wir bekommen immer wieder eine unausgewogene Geschichte erzählt. Man baut die Charaktere langsam auf und kommt erst viel zu spät zu dem Punkt. Man will uns Wong zeigen und wie er kämpft und seinen Alltag. Das einflechten der Bösen in diesen Alltag, funktioniert aber nicht, weil Wong Fei-Hung nur am Rande mit dem Stahlwerk zu tun hat und was dort passiert. Der Aufstand der Arbeiter und die verletzen. Sie hätten auch zu seinen Vater in die Klinik kommen können und so hätte man die Handlung dort hin lenken können. Viel mehr geht es um die Schachtel und den Inhalt.

Die Bösen sind Verräter an China, ihnen geht es nicht um ihr Vaterland, sondern nur um das Geld. Was für einen Film aus Hongkong, schon sehr progressiv ist, bzw. eher rückschrittlich. Denn es zeigt den Trend, welche die Filme ab 97 dann genommen haben. Man versucht sich hier also mit dem Festland gut zustellen. Diese Momente kommen aber erst in Jackie Chans Finale vor. Jedenfalls, wissen wir auch nicht viel mehr über die Bösen, als das sie Böse sind und ihr Land verraten wegen Geld.

Action

Während die Handlung von Drunken Master II so einige Probleme hat, so sind die Martial Arts Szenen so gut wie es nur geht. Wir bekommen hier ein paar wirklich gute Szenen zu Gesicht. Schon der Anfang wenn Wong gegen den Dieb kämpft, das ist am Anfang alles geduckt unter einem Zug oder unter dem Bahnsteig, dann in einer Scheune. Als Zuschauer sind wir drin und merken die Erfahrung von Liu Chia-Liang als Regisseur und seinen Stil, dennoch merkt man auch die Erfahrung von Chan und wie er sich eine Szene vorstellt.Hier kommt auch das Drunken Boxing zum Einsatz, dennoch nur in kuren Momenten.

Im Film selbst ist Wong Fei-Hung bekannt für das Drunken Boxing, aber darf es nie einsetzen, weil er dazu betrunken werden muss und dies gefällt seinem Vater nicht. Doch als seine Mutter bestohlen wurde und die Typen aus dem Stahlwerk das erste Mal ärger machen, muss er zur Flasche greifen. Hier ermutigt ihn seine Mutter zum trinken und wir sehen den Stil in seiner vollen Pracht. Danach bleibt er aber im Hintergrund bis zum Finale. Der Kampf in dem Teehaus, ist auch ohne Drunken Boxing ein Highlight, hier kämpft Chan gegen eine Horde von Bösen und das mit Hilfe eines Bambusrohrs. Dazu gibt es hier auch schon gefährliche Stunts, alleine die Szene wo die Treppe zusammenbricht und der Sprung aus dem Fenster auf ein einstürzendes Dach.

Das Finale ist dann ein Highlight unter den Jackie Chan Martial Arts Szenen, es ist lang und es gibt Stunts mit Feuer und glühend heißen Kohlen. Dazu einen langen und harten Kampf, hier kommt auch das Drunken Boxing wieder zum Einsatz. Der Dreh dieser Szene dauert wohl gut vier Monate und ist laut Chan auch eine seine Meisterleistungen.

Optik

Bei den Bildern merkt man, dass Liu Chia-LIang sehr viel Erfahrung bei den Shaw Brothers gesammelt hat und das kommt auch Drunken Master II zu gute. Denn der Film sieht im Cinemascope sehr gut aus. Man merkt auch, dass man viel On Location gedreht hat und nicht im Studio. Das verleiht dem Film auch etwas die Authentizität, denn es spielt ja irgendwann so um 1900 rum und China wird von den Engländern besetzt, welche hier als die Bösen dargestellt. In der Bildsprache merkt man die Kritik an diesen Menschen noch deutlicher. Vor allem in dem Stahlwerk, hier wird der Klassenkampf sehr stark verbildlicht, was aber nicht zum restlichen Film passt.

Bei den Martial Arts Einlagen bekommt man alles mit, die Schnitte sind mit Tempo versehen und vieles ist in einer Einstellung gedreht, auch verlangsamt man die Stelle, wenn ein Stunt besonders krass ist oder man zeigt eine zweite Kameraeinstellung. Vor allem beim ersten Kampf zeigt man uns Zuschauer immer wieder, das beide Charaktere wirklich in der Hocke sich befinden.

Fazit:

Drunken Master II bietet zwar sehr gute Martial Arts Einlagen, aber die Handlung ist hier echt ein Schwachpunkt. Die Darstellung von Wong Fei-Hung als rebellischen jungen Mann, mag zwar nette Idee sein, doch funktioniert nie so richtig, weil man die Moral immer mit dem Schlaghammer präsentiert bekommt. Auch andere Dinge im Film sind sehr fragwürdig, vor allem das Porträt der Bösen.

Drunken Master II

Movie title: Drunken Master II

Director(s): Liu Chia-Liang

Actor(s): Jackie Chan, Ho Wing-Fong, Mark Houghton, Chin Kar-Lok, Ti Lung, Anita Mui, Felix Wong, Liu Chia-Liang, Ken Lo, Andy Lau, Ho-Sung Pak, Lau Kar-Yung

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
7.4/10