Ende der 80er Anfang der 90er war Jackie Chan der größte Star Asiens, doch sein Ego und sein Perfektionismus war immer wieder im Weg. Denn man wollte Geld mit ihm machen und ihn in mehr Filme unterbringen. Doch Chan machte sein Ding, als er über ein Jahr für Armour of God 2 brauchte, sollte es bei seinem nächsten Film schneller gehen, er sollte am chinesischen Neujahr in die Kinos kommen. Man nahm hier Wong Jing, einen viel Filmer und für die Actionszenen war Ching Siu-Tung mit an Board, welcher zu der Zeit schon einige Hits im modernen Wuxia Kino gedreht hat. Dabei wagte man sich an die Live Action Umsetzung eines sehr beliebten Mangas und Animes. Denn Jackie Chan war auch ein großer Star in Japan, so entstand City Hunter. Doch Chan hatte kaum Lust auf den Film und am Ende übernahm sein Stuntman Mars ein paar Actionszenen für ihn.

Die Handlung dreht sich um den Privatdetektiv Ryu Saeba, dieser ist ein großer Frauenheld, was seiner Partnerin/Freundin/kleine Schwester seines toten besten Freundes Kaori missfällt. Ihre Eifersucht treibt sie so weit, das sie mit ihrem notgeilen Cousin auf eine Kreuzfahrt geht. Dort führt es aber auch Ryu hin, denn er soll die Tochter eines reichen Japaners zurückbringen, diese schleicht sich auch an Board des Luxusliners. Was alle nicht wissen, der Verbrecher Col. MacDonald und seine Leute sind auch auf dem Schiff und wollen die Reichen ausnehmen und Geld machen. So muss Ryu diesen nun auch aufhalten und Kyoko finden. Hilfe bekommt er da von Saeko und ihrer Freundin.

Was für ein Film, auch wenn Jackie Chan City Hunter nicht mag, der Film war seiner Zeit weit voraus. Er bricht die vierte Wand und das immer wieder, dazu baut man eine Musical Nummer ein, man versucht auch immer wieder der Vorlage gerecht zu werden. Dreht hier aber voll kommen ab, baut Popkulturelle Anspielungen ein. Alleine die Szenen mit Bruce Lee und Street Fighter.

City Hunter ist City Hunter

Wenn man Jackie Chan im Film hat, ist die Handlung schon fast egal, denn man hat einen charismatischen Hauptdarsteller, der die Leute zieht und den Film verkauft. Aber scheinbar dachte man sich bei City Hunter, hier muss was anderes her. Denn auch wenn die Vorlage Humor hatte, so ist dieser Film doch etwas anderes. Wir lernen Ryo im Vorspann kennen, wenn er seinem besten Freund verspricht, dass er sich um seine kleine Schwester zu kümmern. Diese wird aber schnell groß und hübsch. Ryo steht auf schöne Frauen, das zeigt uns auch der Traum, aus dem erwacht und dann ist sein Geburtstag und ein neuer Auftrag wartet. Doch erst Mal sind da viele Frauen in seinem Haus, diese wollen aber Rache und das ist der Anstoß für die Handlung.

Ryo ist dann auf und soll seinen Auftag erfüllen und landet auf einem Kreuzfahrtschiff. Hier beginnt dann alles wie bei Stirb Langsam ab zu laufen. Die Verbrecher übernehmen das Schiff und Col. MacDonald hat keine Farm, dafür aber den Charm von Hans Gruber. Doch noch etwas anderes passiert, der Film dreht voll kommen auf. Wir lernen die anderen Charaktere kennen und bekommen hier alles geboten, was der Humor her gibt. Die Helferin mit der großen Oberweite und damit Probleme hat. Auch der Cousin der dauernd Notgeil ist und den Oberalpha spielt. Doch viel mehr bricht der Film immer wieder mit der vierten Wand, Charaktere kommentieren die Situationen, schauen in die Kamera und sprechen uns direkt an. Es gibt sogar eine Musical Nummer, wo die Charaktere ihre Outfits ändern und tanzen und danach dann diese Kleidung anbehalten.

Im Grunde bekommen wir hier als die stereotypischen Charaktere geboten. Dabei ist das auch die Stärke von City Hunter, denn man spielt mit den Klischees und zeigt sie uns als Zuschauer, wir können erahnen was als nächstes passiert, nur um uns dann doch etwas anderes zu zeigen, was wir nicht erwartet hätten. So wird man durchgehend Unterhalten. So funktioniert der Film immer noch, auch wenn manche popkulturelle Anspielung heute etwas veraltet wirken mag. Doch der Film ist voll davon.

Action

Während Jackie Chan und sein großes Ego bei Drunken Master II noch die Produktion übernehmen konnte, klappte das bei City Hunter noch nicht. Das merkt man dann auch bei der Action, denn es wird geballert was das Zeug hält und andere Charaktere haben auch ihren großen Auftritt. Auch wenn Chan in vielen Actionszenen zu sehen ist und auch viele Stunts macht, ist er nicht der einzige der hier was leistet. Ihm stiehlt alleine schon Gary Daniels die Show, die Einführung von ihm, beim Training ist ein Strong First Impression, wir sehen was dieser Charakter kann und was er dann von Ryo fordert. Denn man beendet es mit viel Humor und einer der Highlightsszenen im Film. Chan und Daniels schlüpfen in Outfits von verschiedenen Street Fighter II Charaktere und sind so immer noch näher an dem Viedeospiel als andere Verfilmungen.

Man sieht der Action auch an, dass Ching Siu-Tung dort die Regie geführt hat. Sein Stil ist deutlich erkennbar, das schnelle Tempo und die flotte Action, waren prägend für diese Zeit und darum funktioniert das alles bei City Hunter auch noch so gut. Dazu die Akrobatik von Jackie Chan, obwohl man hier auch merkt, dass bei einigen Szenen wirklich Mars das übernommen hat.

Im Finale darf dann Richard Norton seine Künste zeigen und erweist sich auch als harter Gegner. Hier bekommt man dann das geboten, was man von einem Jackie Chan gewohnt ist. Spekatkuläre Fights und Akrobatik. Dabei geht es rund an dem Set und alles ist wie gewohnt gut gemacht, auch die Waffenwahl. Hier wird der Film auch ernst und vergisst seinen Humor für einen Moment.  Jedenfalls zeigt sich City Hunter hier von der wohl typischsten Jackie Chan Seite. Was aber auch der einzige Moment des Films ist.

Optik

Der Film ist knallig Bunt, die roten Farben und auch Gelb, stechen immer wieder sehr deutlich hervor. Dazu zeigt er uns die Anfänge der 90er Jahre perfekt, wenn wir in Hongkong starten. Der restliche Film spielt dann auf ein Kreuzfahrschiff und dies scheint riesig zu sein. Hier gibt es alles, sogar ein Kino und man setzt eine Szene aus Bruce Lees letzten Film Game of Death ein, der Jackie Chan hilft. Was eine tolle Idee ist. Auch sonst sieht alles gut aus an dem Film. Wir sehen alles von dem Schiff und es gibt immer wieder Kontraste, vor allem bei dem Weiß was hier zu finden ist, interessant ist das auch bei den Charakteren, welche Farbe sie tragen. Jedenfalls hält man sich bei Jackie Chan und seinem Outfit an dem von der Vorlage. So erkennt man Ryo wirklich in Chan wieder.

Ansonsten ist die Action sehr gut gefilmt, man hat zwar ab und an das Gefühl in einem John Woo Film zu sein, denn es gibt viele Momente wo das Gunballett sehr stark durchkommt, aber es passt zu City Hunter. Hier sieht man die Erfahrung die Ching Siu-Tung schon hat und was er noch leisten wird. Ansonsten sieht man bei den Martial Arts Szenen alles und manchmal auch, dass es ein Stuntman war und wenn jemand die Szene nur am Anfang und Ende des Frames gedreht hat. Das stört aber weniger, denn was man gezeigt bekommt ist gut gemacht.

Fazit:

City Hunter nimmt sich nie wirklich ernst und spielt mit dem Zuschauer. Der Humor ist immer Haudrauf und funktioniert so erstaunlich gut. Auch die Action ist wie immer hervorragend. Für einen Jackie Chan Film wird hier sehr viel geschossen, dennoch bekommt man als Fan auch das geboten was man erwartet, dazu aber noch viel mehr. Der Film ist ein wilder bunter Mix, was damals angesagt war.

City Hunter

Movie title: City Hunter

Director(s): Wong Jing

Actor(s): Jackie Chan, Joey Wong, Chingmy Yau, Richard Norton, Michael Wong, Gary Daniels, Carol Wan, Tan Lap-Man, Kumiko Goto, Leon Lai, Mike Abbott, Eric Kot

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
7.6/10