Nach The Raid wurde der Actionfilm Markt in Asien wieder beflügelt, viele junge Filmemacher versuchten auch wieder Action zu drehen. Der Fan dürstet nach neuem, was wieder Action zeigt und man sie nicht nur erahnen muss, wie es bei vielen Hollywood Produktionen der Fall war. Die neue Welle an Actionfilmen bietet daher immer auch ein Rückgang zu den alten Formeln. Der Aufschwung war da und auf einmal gab es wieder Filme, die an die alten Zeiten erinnern, wo man jeden Stunt noch genau erkennen konnte. Immer größer und mehr wurden die Filme. Auch auf den Philipien gibt es Regisseure wie Erik Matti, der schon mit einigen Filmen, sich einen kleinen Namen machte. Sein neustes Werk ist es aber, was hier wohl in die Geschichte des Actionfilms eingehen könnte. Denn Buybust nimmt die Idee von The Raid, verlegt sie in ein Slum und als Zuschauer sind wir nah dran.

Die Handlung dreht sich um Nina Manigan, welche neu bei einer Spezialeinheit der philippinischen Polizei ist. Im Kampf gegen Drogen soll ihr Team den Drogenboss Biggie Chen fangen. Dieser versteckt sich in einem Slum in Manilia. Ihr Plan scheint auch zu klappen. Doch es gibt einen Verräter im Team und sie landen in einem Hinterhalt, von hier an gibt es kein Weg zurück mehr. Nina und das restliche Team müssen um ihr Leben kämpfen und hinter jeder Ecke oder auf dem Dach kann der Feind lauern.

Nach einem kurzen holprigen Anfang geht BuyBust in die Vollen. Die Idee mit dem Slum und das man scheinbar nicht entkommen kann, entwickelt sich zu einer extremen Situation. Dabei gibt es kaum Atempausen. Man hat das Gefühl das man neben The Raid auch den Anfang von Police Story als Vorlage genommen hat. Dabei gibt es aber auch einige schwächen in der Handlung, welche aber durch die Spannung und viele Action hier ausgebügelt werden. Leider ist aber auch offensichtlich, dass der Charakter von Anne Curtis der wichtigste ist.

In BuyBust gibt es kein Entkommen

So Dünn die Handlung von BuyBust auch klingen mag, wir bekommen hier eine runde Geschichte erzählt. Denn alles steigert sich nach und nach. So wird schnell deutlich, dass Nina Manigan die Hauptfigur ist. Wir sehen sie beim Training mit ihrer neuen Einheit. Mitglieder glauben sie sei verflucht, weil bei ihrem letzten Einsatz alle Teammitglieder von Nina ums leben kamen. Dabei denkt sie aber, dass es ein Judas im Team gibt. Das spitzt sich im Verlauf der Handlung auch weiter zu, weil der Einsatz schief geht und sie in einen Hinterhalt geraten. Hier hat Nina auch einen verdächtigen. Dabei stößt sie aber auch in ein Wespennest und die Verschwörung ist größer als sie dachte. Das ist einer der roten Fäden die sich durch die Handlung des Films ziehen. Als Zuschauer ist uns klar, dass Nina es überleben wird. Sie wird als Heldin aufgebaut.

Die restlichen Charaktere aus der Spezialeinheit sind uns egal, selbst Rico Yacto, welcher hier auch ein paar spektakuläre Szenen bekommt und sich immer wieder aufopfert um Nina zu schützen. Dieser Charakter macht das noch mehr deutlich, wie wichtig für die Geschichte Nina ist. Auch die Bösen bleiben unbekannte Figuren im Hintergrund, wir wissen nicht wer sie sind und was sie wollen. Sie arbeiten für die Drogendealer und so nutzt man das gleiche Prinzip wie in Alamo oder eher noch wie in John Carpenters Das Ende – Anschlag bei Nacht. Wir erfahren nur, dass in diesen Slums sich der Drogenboss Biggie Chan versteckt.

Dafür erfahren wir aber mehr über die Bewohner des Slums, sie alle leiden unter den Drogendealer. Sie wollen das auch nicht mehr und genau in dieser Nacht entfesselt sich diese Wut. Sie werden immer wieder Opfer von der Polizei und von den Dealern. Für sie sind beide das Böse und das wird deutlich. Die Polizeieinheit ist nicht willkommen, auch nicht wenn sie hilfe brauchen. Schon bei der Ankunft sie man in BuyBust wie Eltern um ein totes Kind trauern.

Action

Wenn BuyBust los legt geht es fast ununterbrochen weiter. Denn die Anspanung steigt und steigt. Denn hinter jeder Ecke könnte ein Feind lauern. Irgendwo taucht immer ein Horde von Menschen auf, welche der Einheit ans Leder will und diese wird immer weiter deziemiert. Dabei zeigt sich auch, dass sie für diesen Vorfall nicht trainiert waren. Wir sehen zwar am Anfang wie sie in einem Labyrinth üben. Doch diese Ausbildung hilft dann im echten Slum auch nicht mehr weiter, weil alles sehr nah ist. Hier gibt es keine stylische Martial Arts choreografie. Hier ist alles rau und brutal. Wir sehen einen überlebens Kampf und die Munition wird knapp.

Die Action ist auch ein Mix aus langen Shootouts und Verfolgungsjagden. Wir sind mit den Charakteren in den Slums gefangen, alles wirkt eng und nirgendwo gibt es ein Ausweg. Die Figuren werden immer wieder gezwungen zu kämpfen. Lange und harte Kämpfe. Das steigert die Spannung immer wieder und dann kommt eine Verschnaufpause und die brauchen wir. Wir müssen das verdauen was wir gerade durch gemacht haben. Das zieht sich bis zum Finale durch.

Optik

Die Slums in BuyBust werden als düsterer und enger Ort dargestellt, wir sind immer nah dran und spüren die Enge immer wieder. Alles ist sehr beklemmenden, dazu kommt, dass der Film in einer einzigen Nacht spielt. Immer wieder steht in großen roten Lettern da, welche Uhrzeit gerade ist. Wir merken dadurch auch, wie anstregend es für die Charaktere ist. Dazu ist alles in wunderschönen Neonfarben getaucht. Dieses unnatürliche Licht, was überall leuchtet, verleiht den Slums auch das Gefühl von einer fremden Welt. Wir tauchen wie die Figuren in diese Welt. Hinter jeder Ecke kann das Böse lauern. Die Hoffnung wird uns durch die Bilder genommen.

Regisseur Erik Matti lässt seine Kamera immer nah an seinen Figuren, das wird aber durch Luftaufnahmen unterbruchen oder von Weitwinkel aufnahmen. Dann sind wir aus dem geschehen draussen. Doch bis wir sehen wie das Giebt aussieht erfahren wir erst am Ende. Sonst haben wir wie die Charaktere keine Ahnung wo der Ausgang ist. Es ist ein labyrinth aus Hütten und Schrott. Ein echter Slum, hier gibt es eine Disco, neben ein Drogenlabor und überall sind Menschen. Es gibt sogar eine längere One-Take Szene, wo Nina flieht und versucht eine Horde von Menschen zu entkommen. Wir folgen ihr durch die Gänge, rauf ein Dach und weiter. Es ist eine schöne Aufnahme, die hier in dem Film auch perfekt funktioniert.

Fazit:

BuyBust ist Spannungskino pur. In den zwei Stunden Laufzeit, gibt es zwar immer kurze Moment wo wir Luft holen können. Doch Regisseur Erik Matti hält die Anspannung hoch und wir sind nah dran in dem Überlebenskampf. Es ist etwas Schade, dass man uns sehr schnell deutlich macht, welche Charakter hier wichtig ist. Ansonsten bekommt man sehr viel Action geboten, die rau und brutal daher kommt.

BuyBust

Movie title: BuyBust

Director(s): Erik Matti

Actor(s): Anne Curtis, Brandon Vera, Victor Neri, Arjo Atayde, Levi Ignacio, Nonie Buencamino, Lao Rodriguez, Alex Calleja, Joross Gamboa, Sheen Gener, Mara Lopez, AJ Muhlach

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 9/10
    Regie - 9/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 8/10
    Spannung - 8/10
8.0/10