In den vergangenen Jahren hat sich Asien zu dem Actionfilmmarkt der Welt entwickelt. Zwar dominierten die Honkkong Actionfilme schon die 80er und 90er. Doch aus anderen asiatischen Länder bekam man selten etwas zu sehen, während des Bollywood Booms anfang der 2000er, gab es auch Actionfilme aus Indien zu sehen. Dazu Tony Jaa der mit Ong Bak wieder einen anderen Stil einführt. Das wurde immer mehr und nun Leben wir in einer Zeit, wo wir fürs Heimkino bessere Actionfilme bekommen als die im Kino laufen. 2013 versuchte man in Indien aus Vidyut Jammwal eine art Tony Jaa zu machen, mit der Hauptrolle im Film Commando sollte das Gelingen. Der Film bot sehr viel Martial Arts und gut choreografierte Szenen. Doch der Mix war etwas merkwürdig. Vier Jahre später folgt nun Commando 2: The Black Money Trail, wieder mit Jammwal in der Hauptrolle. Doch dieses Mal ist alles etwas anders und man baut Thrillerelemente ein.

Die Handlung beginnt in Indien, das Land hat ein Problem mit Geldwäsche und Schwarzgeld, die Menschen leiden darunter. Während sich Karan auf die Suche nach dem größten Verbrecher macht, führt die Spur nach Malaysia, dort soll sich Vicky verstecken, der das ganze Schwarzgeld verwaltet. Karan will ihn fassen, doch man schickt auch ein Team los, welches Vicky beschützen soll. Man schleust Karan in das Team ein. Schnell wird aber klar, dass hier jeder ein falsches Spiel spielt.

Man merkt sehr deutlich, dass man die Kritik am ersten Teil ernst genommen hat. Denn Commando 2: The Black Money Trail kommt bis auf dem Abspann ohne Musical Nummern aus und gehört so zu dem neuen indischen Actionkino, welches auch für den internationalen Markt produziert wurde. Dabei bleibt man aber auch sehr patriotisch und Selbstjustiz gehört zum guten Ton. Dabei fährt man auch die Action etwas zurück und setzt dafür auf längere und spektakuläre Einlagen.

Auf welcher Seit stehst du? Commando 2: The Black Money Trail

Das man in einem Thriller auch gern mal den Zuschauer auf die falsche Spur führt, ist nichts neues und wurde durch Hitchcock perfektioniert. Seit dem versucht es jeder und man ist mehr und weniger Erfolgreich damit. Immer wieder kommt eine neue Wendung und am Ende ist nichts wie es scheint. Das versucht man auch bei Commando 2: The Black Money Trail. Denn um Vicky zu fassen wird alles genutzt. Doch der Verbrecher scheint immer einen schritt voraus zu sein. Dabei kommt es schnell zur ersten Wendung, dann zur nächsten und im Finale gibt es die Auflösung und noch mehr Wendungen. Als Zuschauer kann einem davon ganz schwindlig werden. Denn man gibt uns nie einen Tipp.

Viel mehr speilt man mit uns und führt uns immer auf die falsche Spur und das mit absicht. Man hält dem Zuschauer zwar nicht für so dumm, doch man will alles verschleiern was vor sich geht. Manche Wendung sieht man sogar kommen, doch was man Ende dann aufführt ist schon unfassbar. Zum Teil sehr konstruiert und dadurch werden auch ein paar Szenen davor sehr unlogisch und funktionieren nach dieser Wendung nicht mehr. Dennoch gibt man sich mühe bei Commando 2: The Black Money Trail.

Die Spannung flacht dabei aber immer wieder ab, vor allem in der ersten Hälfte des Films. Hier lernen wir alle Charaktere kennen, doch sind sie doch sehr stereotypisch. Nur Bhavna sticht etwas heraus, sie wirkt wie eine moderne Frau, die nur Shoppen will, also immer noch merkwürdiger Stereotyp, sie wirkt auch wie der lustige Sidekick, denn Humor gibt es auch immer wieder in Commando 2: The Black Money Trail. Ihr Charakter wirkt dennoch sympathisch. Man hofft auch etwas das sie und Karan doch zusammenkommen. Etwas Romantik muss auch sein.

Action

Der Anfang von Commando 2: The Black Money Trail lässt auf mehr hoffen, was dann aber erst Mal nicht kommt. Doch hier kann Vidyut Jammwal sein Talent zeigen. Er kletter und springt und erledigt viele Gegner. Das geht auch sehr lange und wir sind mitten drin. Dabei kommen auch seine Pakourkünste zum Einsatz und man merkt, wer hier alles vorbild war. Leider wird dann der Film etwas langsamer. Doch die Action am Anfang kann überzeugen und man merkt, dass man hier mehre Highlights setzen will. Das geht dann weiter mit einem Überfall auf dem Schiff und hier dürfen alle Charaktere etwas schießen und Karan den rest erledigen.

Man steigert sich dann wieder, auf einem alten US-Militär Flugzeugschrottplatz in Thailand, muss man gegen Gegner antreten die Springstelzen an haben, was eine coole Idee ist. Im Finale fährt man dann wieder richtig auf und nutzt die POV Perspektive und wir sind Karan der Gegner erledigt. Vorher darf er aber Tony Jaa spielen und in Thailand etwas rum hüpfen und unter einem Auto durch rutschen. Das sieht alles sehr gut aus und macht auch Spass. Der letzte Gegner ist dann härter und Karan muss auch hier etwas mehr einstecken.

Wenn in Commando 2: The Black Money Trail geschossen wird, sterben die Gegner auch immer wieder etwas blutig. Man merkt auch, dass man sich hier an ein erwachseneres Publikum richtet. Dennoch ist die Gewalt im Film sehr merkwürdig. Man erledigt die Gegner immer wieder, dabei übt man auch Selbstjustiz aus, was man hier auch gut heißt. Auf der anderen Seite tötet man den Gegner nicht immer, sondern lässt ihn sogar entkommen. Dafür opfert man aber auch immer wieder Personen.

Optik

Man merkt Commando 2: The Black Money Trail sehr deutlich an, dass es der Debütfilm von Regisseur Deven Bhojani ist. Er experimentiert hier immer wieder, nutzt Splitscreens um die Spannung zu steigern und bei der Action geht es wild her. Dabei Film man aber alles so, das wir alles sehen können. Der Schnitt ist schnell. Highlight ist neben dem Finale mit der POV Szene, auch der Kampf auf dem US-Militär Flugzeugschrottplatz. Denn die Kamera dreht sich um Karan und Bhavna und bei jedem Treffer bei einem Gegner, verlangsamt man das Bild und die Kamera dreht sich weiter. Das sieht sehr stylish aus.

Interessant ist bei Commando 2: The Black Money Trail auch, wie man bestimmte Dinge zeigt. Man trinkt zwar Bier, aber die Dosen sind unscharf gemacht worden. Dazu zeigt man immer wieder das man in Thailand ist, mit Holzhammerbildern. Das stört zwar weniger, denn die Orte an den man dreht sind hübsch und sind gut eingefangen. Warum man hier aber im Verlauf des Films immer mehr Hightech zeigt, ist nicht verständlich. Es sieht zwar Cool aus, aber hat keinen anderen Grund als da zu sein.

Fazit:

Commando 2: The Black Money Trail ist ein netter Actionfilm aus Indien, der auf die Musical Einlagen verzichtet, was dem Film gut tut. Dafür gibt es aber sehr viele Wendungen, welche am Ende doch etwas zu viel sind. Die Actionszenen sind gut gesetzt und das Highlight des Films. Vidyur Jammwal kann sein Talent zeigen und man hofft immer noch, dass er auch international bekannter wird.

Commando 2: The Black Money Trail

Movie title: Commando 2: The Black Money Trail

Director(s): Deven Bhojani

Actor(s): Vidyut Jammwal, Adah Sharma, Esha Gupta, Freddy Daruwala, Suhail Nayyar, Thakur Anoop Singh, Shefali Shah, Satish Kaushik, Ivan Rodrigues, Adil Hussain, Kannan Arunachalam, Siddharth Kher

  • 6/10
    Handlung - 6/10
  • 7/10
    Schauspiel - 7/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
  • 7/10
    Unterhaltung - 7/10
6.8/10