In ihrer Hochphase haben die Shaw Brothers so viele Filme produziert, das man sich mit ihnen Monate beschäftigen kann und man wird immer wieder ein Highlight entdecken. Das Niveau für diese Filme war immer hoch, obwohl man in einem Studio schnell und kosten günstig drehte. Dennoch bot man den Zuschauer eine gewohnte Qualität, was diese Produktionsfirma bis heute so beliebt macht. In Deutschland kam die Welle von Martial Arts Filmen auch in den 70ern an, das lag vor allem am Bruce Lee, der viel zu früh von uns ging und so erschienen auch vele Shaw Filme in den deutschen Kinos. Einer war Das Todesduell der Tigerkralle. Zwar gibt es keine Tigerkralle im Film, aber das war egal. Denn es ist eine Verfilmung des Buches von Lung Ku. Dazu spielte jeder Mit der gerade irgendwo in den Shaw Brothers Studio rumstand, von Größen wie Ti Lung und David Chiang und damals noch unbekannten wie Yuen Biao, der eine kleine Rolle im Film hat.

Die Handlung dreht sich um den dritten Meister, doch dieser ist untergetaucht und versteckt sich irgendwo. Dabei wird er gesucht. Schwertmeister wollen sich mit ihn messen. Denn er scheint der Beste von allen zu sein. In der zwischen Zeit versucht der junge Chi mit einen Job in einem Bordell etwas Geld zu verdienen. Dort lernt er auch Hsiao Li kennen, ein Mädchen aus armen verhältnissen. Um sie zu schützen lässt Ah Chi seine Deckung fallen. Denn er ist der dritte Meister. Da taucht dann auch Mu-Yung Chiu-Ti auf, eine Kriegsherrin, welche schon 46 Männer verloren hat wegen Ah Chi. Sie will mit ihm zusammenarbeiten und das Land übernehmen. Doch Ah Chi lehnt danken ab, das kann Mu-Yung aber nicht so einfach hinnehmen.

In das Das Todesduell der Tigerkralle bekommt man als Zuschauer eine sehr komplexe Story aus dem Wuxia Genre geboten. Hier tauchen viele Menschen auf und die arbeiten entweder zusammen oder gegeneinander, es gibt Wendungen und man kämpft immer alles aus. Geredet wird nur wenn es nötig ist.

Der Schwertmeister der nicht mehr kämpfen will in Das Todesduell der Tigerkralle

Es ist die Geschichte eines Helden, der keiner mehr sein will, dabei stützt er aber all ins Unglück die er mag. Es ist eine tragische Geschichte. Dabei ist sie auch sehr Komplex, als Zuschauer werden wir ins geschehen geworfen und lernen, erst Mal den Antagonist kennen. Denn Yen Shi-San will der beste Schwertkämpfer sein, doch so einfach ist das nicht. Wie er von Mu-Yung erfährt, gibt es da noch den dritten Meister, welcher das göttliche Schwert besitzt und dieser muss besiegt werden. Es ist der Startschuss für ein Spiel aus Intrigien, die alle von Mu-Yung kommen. Sie hegt einen großen greul gegen den dritten Meister, wir als Zuschauer wissen aber nicht wieso. Auch lässt man uns im Dunkeln wer er ist. Zwar wird das schnell deutlich, wenn wir Ah Chi kennenlernen. Doch es dauert etwas bis die Handlung fahrt auf nimmt.

Ah Chi ist der perfekte Held, er will nicht mehr kämpfen und lebt nun als armer Mann, der einfach seine Ruhe haben will. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Denn als er Hsiao Li rettet wird auch der Feind auf ihn aufmerksam. Das stürzt alle um ihn ins Unglück. Es scheint kein Glück zugeben in der Welt von Das Todesduell der Tigerkralle. Die Katharsis die Ah Chi durchlaufen könnte, ist zwar da aber er ist am Ende auch gebrochen und unglücklicher als vorher. Frieden hat er zwar dann gefunden, aber um welchen Preis?

Auch gibt es so viele Wendungen, wenn man eben mal niest, könnte aus einem Freund schon ein Feind geworden sein. Auf seiner Reise trifft Ah Chi auch immer wieder auf Menschen, die ihn helfen wollen oder ihn töten wollen. Das hält die Spannung immer wieder hoch, doch irgendwann ist es auch zu viel. Vor allem die Szene mit dem Arzt, der ihn retten soll, weil Ah Chi angeblich vergiftet ist. Es muss an der Vorlage liegen. Zwar ist Das Todesduell der Tigerkralle immer noch ein Wuxia Film, aber Helden gibt es hier nicht.

Action

Wie gewohnt haben die Schwertkämpfen in Das Todesduell der Tigerkralle ein gutes Niveau, es gibt auch reichlich davon. Dennoch fehlt ihn etwas. Man hat es schon besser gesehen in anderen Filmen. Irgendwas fehlt. Als Zuschauer muss man auch hier die Bildsprache lesen, wer kämpft gegen Wen und warum. Das sind Fragen die immer wieder aufkommen. Probleme werden immer ausgetragen. Das einzige Problem, es fehlt die Spannung, man sieht zwar gute Wuxia Szenen aber es fehlt das Tempo, vor allem beim Schnitt. Es gibt ein paar Szenen die herausstechen, dennoch ist der Film vor allem bei den Moment die wuchtig sein sollen, zu langsam.

Im Finale gibt es dann das aufeinander Treffen und hier gibt es auch nochmals eine Unterbrechung und noch eine Wendung. Der Kampf ist gut gemacht und man merkt, wie stark beide sind. Dennoch fehlt es auch hier etwas. Zwar kommt hier auch Spannung auf, doch als Zuschauer ist einem fast klar, wie es ausgeht. Da hilft dann auch die letzte Wendung nichts mehr. Dennoch sind die Schwertkämpfe unterhaltsam.

Optik

Wie gewohnt ist auch Das Todesduell der Tigerkralle  im Shawscope Fromat gedreht. So bekommt man tolle Bilder geboten. Vor allem die Studiosets passen zur düsteren Stimmung des Films. Alles wirkt herbstlich, mit den roten Blättern und der Sonne die scheinbar immer am untergehen ist. Wir bekommen hier Wälder zu sehen und auch ein paar Ortschaften. Immer wieder ist auch ein Fluss da oder ein See. Man zeigt den Held gern an diesen Orten. Das soll seine ruhiglosigkeit verkörpern und die Orte sind dann genau das Gegenteil, immer ruhig und abgeschieden, doch er bringt das Unheil hier hin.

Wie schon erwähnt, die Action ist typisch für die Zeit, mit langen Einstellungen und wenigen Schnitten, das mag zwar funktionieren, aber an manchen Stellen wünscht man sich als Zuschauer mehr Tempo oder eine andere Einstellung. Sehr oft passiert die Action weit hinten im Bild und wir sehen das Set. Das ist ein ungewohnter Stil, passt aber perfekt zur Peking Oper. Dennoch irgendwas fehlt. Ansonsten ist es ein typischer Shaw Film. Es gibt Zooms und Kamerafahrten und Schwenks, damit Geld sparen kann.

Fazit:

Das Todesduell der Tigerkralle ist ein düsterer Wuxia Film, der mit seiner komplexen Handlung, die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert. Die Schwertkampfeinlagen sind gut gemacht, aber es fehlt ihnen etwas an Tempo und auch Abwechslung. Das schadet der Spannung. Dennoch wird man unterhalten, weil die Shaw Brothers Produktion immer noch ein sehr gutes Niveau hat, was diese Martial Arts Einlagen betrifft.

Das Todesduell der Tigerkralle

Movie title: Das Todesduell der Tigerkralle

Director(s): Chu Yuan

Actor(s): Derek Yee Tung-Sing, Ling Yun, Candice Yu, Ku Feng, Ouyang Shafei, Chen Ping, David Chiang, Norman Tsui Siu-Keung, Ku Kuan-Chung, Ai Fei, Chin Lu, Fan Mei-Sheng

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 6/10
    Action - 6/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
7.0/10

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