Indonesien war zu VHS Zeiten eins der Länder wo man billig Filme drehen konnte und so entstanden da einige Actionkracher fürs Heimkino. In den vergangenen Jahren hat sich das aber auch etwas geändert, das Land wurde durch The Raid zurück auf die Filmlandkarte geworfen und so auch andere Filmemacher. Scheinbar ist aber 2018 das Jahr für das Land, denn Netflix bringt immer wieder aktuelle Filme aus Indonesien heraus und so bekommt man einen Einblick in die Filmwelt des Landes. Mit Im Fokus bekommen wir eine Thriller Komödie geboten. Die Hauptrolle hat Cinta Laura Kiehl, eine junge Schauspielerin die Ihr vielleicht aus The Philosophers kennt. Ihr deutscher Name kommt daher, das sie auch halb deutsch ist und hier in Deutschland geboten wurde. Der rest des Cast ist noch unbekannter, aber genau da spielt man hier wohl etwas ab. Denn man parodiert auch etwas und will am Ende unterhalten.

Die Handlung dreht sich um neun indonesische Schauspieler, die alle haben ein Drehbuch zu dem Film Target bekommen und sollen mitspielen. Als alle am Drehort ankommen, stellen sie fest das etwas nicht stimmt. Sie essen dennoch fröhlich weiter und werden betäubt. Als sie aufwachen, befinden sie sich in einem verlassen Gebäude wieder. Es scheint kein entkommen zu geben. Der Regisseur will ein böses Spiel mit allen spielen und jeder Raum bietet eine neue Aufgabe. Immer muss jemand sterben, denn es kann am Ende nur einer üerbelen. Doch wer steckt dahinter und dreht diese Person wirklich einen Film?

Etwas erinnert die Handlung von Im Fokus an SAW und andere Film. Das ist scheint hier aber pure Absicht zu sein. Denn man verflechtet die Thriller Handlung auch mit einer Komödie, so parodiert man bestimmte Stereotypen auch. Das sieht man schon an die neun Schauspielern die dabei sind. Man hat von der Filmdiva bis hin zum älteren Actionstar alles dabei.

Im Fokus: Wenn Schauspieler sich selber spielen

Die einfachste Lösung für einen Film wie Im Fokus ist, die Schauspieler spielen sich selbst und so kann man die Charaktere etwas ihren echten ich anpassen. Man denke nur an Das ist das Ende, hier spielte jeder Schauspieler sich selbst, natürlich etwas ander sund enfernt von der Realität. Doch man konnte Dinge ein bauen die wirklich passiert sind. So ist es auch bei dem indonesischen Film Im Fokus. Denn Cinta Laura Kiehl, war für ein paar Jahre weg, zwischen 2013 und 2018 gibt es kein Eintrag in ihre IMDb Liste. Sie sagt im Film auch, dass Target ihr erster indonesicher Film seit langen sein wird. Man erklärt auch ihren dialekt und warum sie immer wieder englisch spricht. Da sie auf der ganzen Welt lebt und viele Sprachen sprechen musste. Im Grunde dreht sich der Film um sie und ein paar andere. Es muss halt auch bei neun Schauspielern einen Hauptdarsteller geben.

Die restlichen Charaktere bleiben etwas im Hintergrund, sie haben zwar auch ihre Momente. Doch im Grunde sind sie nur Opfer für die Spiele. Es dauert auch etwas bis sich das ganze verdichtet und wir auf das Finale zusteuern. Hier sind dann auch die Charaktere versammelt, welche man schon erahnen konnte. Auch der Ex-Freund von Cinta, hier versucht man auch eine Geschichte der Beiden zu erzählen. Es verleiht beiden etwas mehr Tiefe und gibt der Geschichte auch eine kurze Pause.

Wer am Ende ist der alles geplant hat, ist eine der Fragen und hier lässt man sich noch mal etwas Zeit mit der Auflösung. Dabei wissen wir es als Zuschauer es zu dem Zeitpunkt schon. Die Wendung die kommt, ist sehr vorhersehbar, weil es eine Stelle gibt im Filme, die schon darauf hindeutet, hier könnte es aber auch wieder pure Absicht gewesen sein. Denn man spielt mit diesen Momenten und versucht darüber auch immer wieder lustig zu machen.

Action, Spannung & Humor

An den Humor von Im Fokus muss man sich erst mal gewöhnen. Es ist typischer asiatischer Humor und der kommt hier auch sehr direkt rüber. Manches funktioniert dann auch erstaunlich gut. Wenn der alte Actionstar Schleichwerbung macht und das im TV, dies wird kommentiert. Am Set von Target macht er es auch einfach so und keiner versteht warum. Es kommt auch aus dem nichts. Manche Szenen werden auch mit Humor gelöst, vor allem je näher wir dem Finale kommen und hier und da eine Actionszene zu sehen ist. Man verbindet hier die Spannung immer wieder mit dem Humor, in den wichtigen Momenten lässt man den Humor aber weg und baut nur Spannung auf, was der Geschichte auch gut tut und als Zuschauer man alle Zusammenhänge wissen will, die einem hier auch im Erklärbär Modus erklärt werden.

Um die Erwartung von uns dem Zuschauer zu erfüllen, gibt es im Finale auch ein paar Martial Arts Einlagen. Wahrscheinlich erwartet man das noch von einem Film aus Indonesien, oder man wollte halt zeigen, dass es dazu gehört und wenn man schon an ähnlichen Sets wie The Raid dreht, muss auch etwas Action her. Die Darsteller machen das gut und der alte Actionstar darf zeigen was er drauf hat. Das führt zu etwas Humor und paar guten Kampfkunstszenen, auch Cinta Laura Kiehl muss hier ran.

Optik

Der Film macht es den Zuschauer auch einfach, man unterteilt die Verschiedenen Ort ein Farbe. Die reale Welt, außerhalb des Sets von Target hat normale Farben, Die Villa wo alle ankommen, hat eine rote Färbung und dann das Set wo der Film die meiste Zeit spielt ist Blau. So merkt man auch immer wieder, wenn Im Fokus uns einen Flashback zeigt, oder wann wo etwas spielt. Jeder neue Ort hat eine andere Färbung, wenn es wichtig für die Handlung ist. Da das ganze auch als Flashback erzählt, aus der Sicht eines Charakters, wie er alles erlebt hat. Denn er wird von der Polizei befragt. Man spielt hier auch etwas mit der Bildsprache, denn nach den ganzen Wendungen, könnten die Farben auch eine größere Rolle spielen.

Die Kameraarbeit ist gut und man merkt zwar etwas das Regisseur Radity Dika hier auch eine Rolle im Film übernommen hat, doch er hat alles unter Kontrolle. Man merkt auch sehr deutlich, dass Saw 2 hier das Vorbild war, oder andere Thriller die ähnlich verlaufen. So ist dann auch die Kameraarbeit, immer dann wenn Spanung aufkommen soll, setzt man die Bilder auch so ein, bei dem Humor hat man seine eigene Bildsprache.

Fazit:

Im Fokus ist ein netter kleiner Thriller, der mit Humor daher kommt. Man nutzt auch immer wieder die Parodie. So ist man sich als Zuschauer nicht so sicher ob einiges nicht mit purer Absicht so gezeigt wird und passiert.

Im Fokus

Movie title: Im Fokus

Director(s): Raditya Dika

Actor(s): Raditya Dika, Cinta Laura Kiehl, Samuel Rizal, Abdur Arsyad, Hifdzi Khoir, Ria Ricis, Anggika Bolsterli

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Spannung - 7/10
  • 6/10
    Unterhaltung - 6/10
7.2/10