Achja die Shaw Brothers und ihre Filme, dem Autor gehen langsam die Einleitungssätze für diese Filme aus. Jedenfalls, im Jahr 1978 war die Hongkong Actionfilm so langsam im Wandel, nach dem Bruce Lee sie dominiert hatte und man viel Kung Fu zeigte, kamen auch die Wuxia Filme zurück, die waren zwar nicht mehr so beliebt, dennoch drehte man immer noch einige. Man hatte genügend Stars. Einer der ganz großen war Ti Lung, der in Chang Cheh Filmen neben David Chiang berühmt wurde und auch immer wieder Solo auftrat. Einer dieser Filme ist Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache, wo der deutsche Verleih sicher gehen wollte, dass auch jeder Merkt, dass es ein Film mit Ti Lung ist. die original englische Übersetzung Soul of the Sword passt besser zu dem düsteren Schwertkampf Film. Denn man liefert neben viel Action auch die typische Handlung von dem Schwertmeister, der versucht der Beste zu werden, ab.

Die Handlung beginnt mit einem namenlosen Jungen, welcher mit ansieht, wie ein junger Schwertkämpfer versucht den Besten zu besiegen, doch er scheitert. Die mysteriöse Frau an der Seite des jungen Schwertkämpfers begeht Selbstmord. Der Namenlose trainiert darauf hin und versucht auch der beste zu werden. Die Jahre vergehen und aus dem Jungen ist ein Mann geworden, dieser scheint der beste Schwertkämpfer von allen zu sein. So fordert er den König der Schwerter heraus. Dieser nimmt aber noch nicht an, erst muss sich der Namenlose beweisen und andere trachten ihm auch nach seinem Leben.

Wie bei fast allen Wuxia Geschichten ist die Handlung düster und es geht um Rache, aber auch darum der Beste zu sein. Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache zeigt uns das auch sehr deutlich. Dabei bekommen wir aber nur unsympathische Figuren präsentiert, die ihre Ziele verfolgen und alle wollen der beste sein. Das führt aber zu viel leid und immer wieder einer merkwürdigen Bildsprache.

Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache: Unsymapthia als Stilmittel?

In Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache ist keiner der Charaktere sympathisch. Als Zuschauer sehen wir viele Menschen, die zwar interagieren. Doch alle wirken Arogant und wollen immer nur eins. Alle sind davon getrieben, außer der König der Schwerter. Der macht auch nur eins, seinen Berufung verteidigen und so seine Macht zu behalten. Wir lernen aber erst den Namenlosen kennen und der ist kein typischer Held. Als Zuschauer sehen wir nur zu, wer einen Gegner nach dem anderen erledigt und das ohne wirklich Gefühle zu zeigen, diese kälte behält er den ganzen Film über. Es fehlt uns dem Zuschauer schwer diese Person sympathisch zu finden, er nimmt sich alles was er will und zerstört damit noch mehr Leben, ohne das er es merkt.

Er nimmt sich sogar eine junge Frau und vergewaltigt sie, sie bleibt zwar bei ihm, weil sie wohl Gefühle für ihn hat, doch auch sie ist nie glücklich. Lachen gibt es in Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache nicht, alle schauen ernst und unfreundlich. Glück ist wohl nur dann da, wenn man der neue König der Schwerter ist. Dabei versuchen verschiedene Parteien hier auch dies zu bekommen und Namenloser ist der Feind. Er ist das Ziel, weil er so gut ist. Dabei lernen wir aber auch seine Philosophie und seine Moral kennen. Es gibt nur ein Ziel im Leben und das ist König der Schwerter werden. Dabei haben auch keine Frauen platz, das führt zu merkwürdigen Szenen im Film, vor allem im Finale. Denn wenn Namenloser hier doch eine Erleuchtung hat ist es zu spät.

Da man hier mit dem König der Schwerter zwar einen Gegner hat, aber keinen echten Bösen, baut man noch viele andere ein. Hier geht es auch noch um Rache, weil Namenloser jemanden das Mädchen gestohlen hat. Die Motive sind einfach, aber im ganzen von Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache endet alles im Unglück. Es gibt hier keine positiven Momente. Namenloser ist nur der Held in den Schwertkampfszenen, ansonsten ist er eine Person, die nur ein Ziel hat.

Action

Da wir es mit einem Wuxia Film zu tun haben, gibt es hier auch sehr viele Schwertkämpfe zu bestaunen. Dabei zeigt sich das man bei Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache auf sehr viel Action setzt, vor allem am Anfang des Films. Namenloser ist immer wieder in Gefahr und muss kämpfen und bekommt kaum einen Moment, wo er sich ausruhen kann. Es werden immer mehr Gegner und er muss hier seine Künste zeigen. Ti Lung schafft das wie kaum ein anderer. Dabei zeigt sich aber auch, die Schwertkämpfe haben sich geändert, hier wirkt alles viel dynamischer und mit mehr Tempo in Szene gesetzt.

Ein Highlight ist neben dem Finale, der Kampf im Bambuswald, welcher defintiv an King Hus Ein Hauch von Zen angelehnt ist. Hier kämpft sich Ti Lung durch viele Gegner und man holzt dabei den Wald ab, aber anders als bei dem King Hu Film, zerstört hier auch der Held teile des Bambuswaldes, er ist kein guter und diese Szene zeigt es perfekt.

Wie üblich in dieser Art von Filmen werden die Konflikte immer aus gekämpft und so muss man immer wieder Kämpfen, dabei gibt es auch unterschiedliche Stile und Schwerter. Man springt und hüpft hier schon sehr stark durch die Gegend, aber nutzt noch keine Kabel. Man ist aber nah dran am WireFu. Auch geht es immer wieder blutig zur Sache. Es spritzt zwar kein Blut, aber man sieht Wunden und das Schwert von Namenloser wird blutiger im Verlauf der Kämpfe.

Optik

Es ist ein Shaw Brothers Film, also kommt hier der Moment, wo erwähnt wird. Dass der Film im Shawscope gedreht wurde und auch in den Shaw Studios, es gibt ein paar kleine Ausnahmen und das führt zu einem merkwürdigen Schnitte, direkt am Anfang die Montage, man sieht das es zwei unterschiedliche Seen sind, einer im Studio und einer wohl echt. Ansonsten sind es schöne Studiobauten, auch der Bambuswald entstand im Studio. Man kann durch die Sets auch andere Kamerafahrten und einstellungen machen. Was man hier auch nutzt. Die Action ist auch gut gefilmt und man nutzt ein paar Schnitte um mehr Tempo zu zeigen und ab und an kommt die Peking Oper noch durch, man sieht alles von weiter entfernt und die Figuren kämpfen im Hintergrund. Hier gibt es den nächsten merkwürdigen Schnitt. Sie sind eben noch im Haus und springen dann und landen in einem Wald. Man hat keine Ahnung wie weit dieser nun entfernt ist.

Die Bildsprache in asiatischen Filmen ist immer etwas anders, weil man auch viel über die Bilder erzählt, vor allem die Konflikte und die Beziehung der Menschen und was er für eine Person ist. Dazu gibt es hier auch die Vergewaltigung und andere Szenen die Sex andeuten, immer wieder schneidet man dann auf eine Nahaufnahme von einer Lotosblüte, wo Regen drauf tropft oder einen See mit Enten. Entweder hatte der Cutter Humor oder man will hier den Sex andeutet. Die Lotosblüte, wir in Asien oft genommen als Symbol für die Vulva.

Fazit:

Ti Lung – Das blutige Schwert der Rache ist ein Film der uns nur unsympathische Charaktere vorstellt und auch der Held, wirkt sehr unfreundlich. Dadurch bekommen wir eine Distanz zu dem was passiert und erleben eine Welt, in der nur zählt, dass man der beste ist. Dabei stützt man aber alle ins Unglück. Ansonsten bekommt man gut choreografierte Schwertkämpfe geboten. Ein etwas anderer Shaw Brothers Film aus dem Wuxia Bereich.

Ti Lung - Das blutige Schwert der Rache

Movie title: Ti Lung - Das blutige Schwert der Rache

Director(s): Hua Shan

Actor(s): Ti Lung, Lin Chen-Chi, Ku Feng, Norman Tsui Siu-Keung, Yu Yung, Liu Hui-Ling, Lily Li Li-Li, Chan Shen, Chiang Han, Lin Huihuang, Wang Ching-Ho, Chan Jun Ho

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 7/10
    Action - 7/10
  • 6/10
    Spannung - 6/10
7.2/10