©2016 KPP und Twentieth Century Fox

Denkt man an den deutschen Film, denkt man weniger an Actionfilme und falls doch dann eher an Til Schweiger Sachen wie Der Eisbär oder Schutzengel. Dabei gibt es auch immer wieder Martial Arts Action aus Deutschland die sich sehen lässt, wie Kampfansage 3 – Der letzte Schüler. Auch die kurzlebige RTL Serie Lasko zeigte einiges an guten Martial Arts Einlagen. Doch fürs Kino gab es langen keinen Film mehr, das Genre ist in den deutschen Kinos auch sonst eher selten vertreten. Dabei gibt es immer wieder Highlights. Eins was zeigt, dass der deutsche Film mehr kann ist genau so einer. Denn Plan B – Scheiß auf Plan A ist eine tolle Hommage an das Hongkong Action Kino der 80er Jahre. Dazu baut man auch viel Humor ein und schwimmt leider etwas auf der Retrowelle mit. Dennoch bekommt man hier sehr viel geboten und wird 100 Minuten lang gut unterhalten.

Die Handlung dreht sich um die vier Freunde Can, Cha, Phong und U-Gin. Diese sind Stuntmänner und wollen im Film groß raus kommen, doch als ihre Idee für eine Actionszene am Set abgelehnt wird, werden sie gefeuert. Doch U-Gin hat schon das nächste Casting an der Hand. Widerwillig gehen Can, Cha und Phong dahin. Was sie nicht ahnen, es ist die falsche Adresse und sie landen mitten in einer Entführung. Victoria ist die Ehefrau von Gabriel und der Gangster Eddy will an den Safe von Gabriel kommen. Denn dort drin sind viele Infos zu allen Menschen mit dem der Gangsterboss zusammenarbeitet. So wird Phong festgehalten und Can, Cha und U-Gin müssen sich auf eine Schnitzeljagd begeben um den Safe zu finden, damit sie ihren Freund retten können.

Kurz gesagt, Plan B – Scheiß auf Plan A befördert Deutschland wieder auf die Martial Arts Weltkarte. Denn man bietet hier sehr gute Kampfkunst Szenen und diese haben es in sich. Dazu gibt es viel Humor und einige Hommagen an das Hongkong Action Kino, von Bruce Lee bis John Woo ist alles dabei. Ab und an auch mal ein Actionfilm aus Hollywood.

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Vier Freunde haben Spaß in Plan B – Scheiß auf Plan A

Im Grunde ist es eine ganz einfache Handlung bei Plan B – Scheiß auf Plan A. Wir lernen Can, Cha, Phong und U-Gin kennen, wie sie gerade am Set sind. Dann gehen sie gemütlich einen Döneressen und U-Gin erklärt, dass es ein neues Casting gibt. Dabei zeigt man auch das Leben von Stuntmänner in Deutschland, sie wollen was zeigen, aber bei großen Produktionen gibt es kaum noch Martial Arts Action, hier soll es keine kleine billig Produktion werden. Doch was dann folgt ist etwas ganz anderes. Aus dem Off erzählt uns der Polizist immer wieder Dinge und erklärt uns die Figuren. Denn wir hören die Geschichte der vier Freunde und sind dann mitten drin.

Es ist ein großes Abenteuer, was sie durch ganz Berlin führt. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Abenteuerfilm. Dabei treffen die drei dann immer wieder auf verschiedene Figuren. Von einer Gruppe wütender Männer, bis hin zu einem Striplokal ist alles dabei. Ihr treiben bleibt nicht unbemerkt. Doch hier haben sie Glück im Unglück. Denn Gabriel hat erst mal andere Probleme. Er muss auf die Beerdigung seines Bruders. Das seine Frau entführt wurde weiß er auch noch nicht. Man baut hier ihn so langsam in die Handlung ein.

Alles kommt dann im Finale von Plan B – Scheiß auf Plan A zusammen. Hier gibt es dann noch ein paar Wendungen, welche man aber auch vorhersehen kann. Dennoch unterhält die Geschichte des Films. Das liegt vor allem an den sympathischen Hauptcharakteren. Es sind dufte Typen mit den man abhängen würde. Passend zum Trend auch etwas nerdig angehaucht. Hier und da, merkt man dann diesen Trend auch etwas zu stark im Film, das stört aber weniger.

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Action

Der Film legt gleich mit einer Actionszene los und lässt, damit einige Filme hinter sich, wir lernen unsere drei Helden kennen. U-Gin ist nur der Manager. Hier fliegen die Fetzen, es wird geschoßen, als hätte John Woo wieder bock auf Heroic Bloodshet. Dann kommt ein Gag, es war nur eine Vorstellung, wie eine Actionszene aussehen sollte. Doch im Verlauf von Plan B – Scheiß auf Plan A sehen wir immer wieder solche Szenen. Dabei steigert sich das alles. Hier ist alles dabei, was man sich vorstellen kann. Heidi Moneymaker hat auch einen Gastauftritt, sie ist das Stuntdouble von Scarlett Johnason in ihren Marvelfilmen und hat einiges drauf. Was sie eindrucksvoll zeigt.

Im Finale des Films ist dann alles dabei, wir haben John Woo Momente, mit einer kleinen Wendung. Dann unglaublich lange und harte Martial Arts Kämpfe. Man ist voll drin und freut sich. Dabei hat alles ein sehr gutes Niveau und man vergisst immer wieder, dass Plan B – Scheiß auf Plan A eine deutsche Produktion ist. Denn die Kampfkunstszenen können sich sehen lassen.

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Optik

Auch bei der Optik von Plan B – Scheiß auf Plan A hat man sich nicht lumpen lassen. Denn man drehte im Cinemascope Format, wie sehr viele Martial Arts Filme gedreht wurden. Dabei zeigt man auch große Bilder und man sieht immer wieder Berlin von anderen Seiten. Das Bildformat kommt vor allem sehr gut bei den Kampfszenen zur geltung. Man nutzt das ganze Bild dafür, ab und an laufen auch gleich zwei Kämpfe im Bild. Man verzichtet auf Wackelkamera und zeigt alles in ruhigen Einstellungen, die aber immer noch genug Tempo haben und die Action unterstützen. Manche Stunts wiederholt man dann auch, weil sie so Krass sind und es halt ein typisches Stilmittel der Martial Arts Filme ist.

Ansonsten nutzt man die Umgebung gut und bindet Berlin und seine Eigenheiten sehr gut in den Film ein. Etwas wirkt Plan B – Scheiß auf Plan A wie ein Zeichentrickfilm, mit Worteinbledungen, als ob man Edgar Wright über die Schulter geschaut hat, als der Scott Pilgrim vs. The World gedreht hat. Diese Effekte unterstreichen aber auch den humoristischen Ton des Films und das man hier nicht alles so ernst nehmen sollte.

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Fazit:

Plan B – Scheiß auf Plan A ist einer der besten Actionfilme aus Deutschland. Man bekommt sehr gut gemachte Martial Arts Szenen geboten. Eine unterhaltsame Geschichte wird auch erzählt. Manchmal ist das Retrofeeling etwas zu viel, dafür gibt es aber tolle Hommagen an John Woo und co.

Plan B

Movie title: Plan B - Scheiß auf Plan A

Director(s): Ufuk Genc, Michael Popescu,

Actor(s): Can Aydin, Cha-Lee Yoon, Phong Giang, Eugene Boateng, Laurent Daniels, Julia Dietze, Gedeon Burkhard, Henry Meyer, Florian Kleine, Jennifer Bischof, Linda Gegusch, Norbert Ghafouri

  • 7/10
    Handlung - 7/10
  • 8/10
    Schauspiel - 8/10
  • 8/10
    Regie - 8/10
  • 8/10
    Action - 8/10
  • 8/10
    Unterhaltung - 8/10
7.8/10
Author

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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