Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß

Die 60er Jahre ein Jahrzehnt, was wegweisend war für viele Filme. Auch wenn es noch etwas dauerte, bis Hollywood die Filmwelt komplett eroberte, so merkte man den Einfluss aus den USA deutlich. Einige Filmemacher wollten aber einen anderen Weg gehen. Jean-Luc Godard war einer davon. In vielen seiner Filme, steckt die Wut und der Zeitgeist, man will Dinge anders machen und anders erzählen. Dabei entsandten einige Film. Doch nach seiner Hochphase bis 1965, wurden seine Filme wieder anders. Ein Abgesang auf die Filmkunst.Sehr deutlich zeigte er es bei Weekend. Doch davor drehte er noch andere Spielfilme. Einer davon ist: Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß.

Was passiert im Alltag einer Prostituierten? Einer Ehefrau, die nach einem neuen Lebensstil lebt und so Probleme bekommt? Es klingt nach einer sehr interessanten Geschichte, doch der Alltag sieht anders aus. Denn Jean-Luc Godard nimmt alles, was exploitativ sein könnte und verbannt es aus Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß. Es geht um Juliette und ihr Alltag. Alles ist hier möglich. Wir befinden uns in einer Phase von Godard, wo ihm die Handlung egal ist und er sich treiben lässt, wie bei anderen Filmen auch. Hier aber noch viel mehr. Man greift aktuelle Probleme auf und bespricht sie.

Immer wieder diskutieren die Menschen über die Sprache und was sie bedeutet. Es gibt dafür aber keinen Grund. Aus dem Off flüstert uns eine Stimme, aktuelle Probleme von Frankreich ins Ohr. Menschen reden über den Vietnamkrieg. Ein Thema was sich durch den Film zieht. Das Leben von Juliette ist dabei nur Schauplatz für alles, ihr Leben ist viel zu langweilig. Es ist für Godard nur mittel zum zweck. Das macht er gleich am Anfang deutlich, die Stimme aus dem Off erklärt uns, dass es eine Schauspielerin ist und dann erst ihre Rolle. Man bricht die vierte Wand und nimmt die Distanz. Alles wirkt wie eine Dokumentation. Figuren sprechen direkt in die Kamera und erzählen uns von ihrem Leben. Schauen auch verdutzt in die Kamera, als ob sie keine Lust auf den Witz haben, der hier gespielt wird.

Fazit:

Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß ist ein typischer Jean-Luc Godard Film, der aber auch etwas anders ist. Die Geschichte ist ihm egal und wir bekommen knapp 90 Minuten Alles entgegen geworfen, was dem Regisseur 1966 bei den Dreharbeiten bewegt hat. Sehr lohnenswert.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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