Montrak

Deutschland hat den Vampirfilm mitbegründet. Nosferatu gehört zu den wegweisenden Horrorfilmen der Filmgeschichte. Doch danach übernahm Hollywood und die restliche Welt das Ruder und zeigte die Blutsauger in unterschiedlichen Formen. Zwar versuchte man es in Deutschland immer wieder, man denke nur an das Nosferatu Remake von Werner Herzog mit Klaus Kinsik oder Wir sind die Nacht. Doch der Genrefilm hat in Deutschland einen schweren Stand. Immer wieder versucht es ein Filmemacher dennoch. So auch Stefan Schwenk, der sich mit Montrak einiges vorgenommen hatte. Man bringt erstaunlich viele bekannte Namen und Stimmen zusammen.

Man lässt sich beim erzählen der Handlung auch viel Zeit, im verlauf des Films lernen wir immer wieder neue Figuren kennen. So springt man durch die Zeiten und Kapitel. Am Anfang wirkt das noch etwas befremdlich, doch anstatt alles in großen Rückblicken zu erzählen, erfahren wir am Anfang wer Montrak ist und warum das alles passiert. Dabei gibt es im Drehbuch aber noch einige Wendungen und Informationen die uns nach und nach zu dieser Figur erzählt werden.

Hier hat der Film auch seine Probleme. Denn wir werden mit Figuren beworfen und es kommen immer wieder neue hinzu. Es dauert sehr lange bis Montrak seine Handlung erzählt. Dabei kommt man dann sehr schnell zum Finale. Vorher führt man die Figuren ein und immer wieder bricht die Handlung an manchen Punkten auch ab. Hier muss man sich aber auch drauf einlassen. Denn dieser etwas sperriger und langsamer Erzählstil lohnt sich am Ende auch. Dabei gibt es aber auch ein paar Wendungen die man vorher sehen kann. Ansonsten sind die Figuren gut geschrieben. Da es aber ein Episoden Film ist, kann man es verkraften.

Montrak und der Vampirmythos

Man kann sich Vampire ja erfinden wie man will, das haben die vergangenen 100 Jahre im Film sehr deutlich gezeigt. Von Monstern bis hin zu harmlosen Wesen die im Sonnenlicht glitzern war alles dabei. Bei Montrak geht man etwas altmodisch vor, viel wird aber über die Kinder der Nacht erklärt, sie scheinen ein Problem mit Silber zu haben. Ansonsten trinken sie Blut und haben einen Meister der erweckt werden will. Das erinnert an den ein oder anderen Hammer Dracula Film.

Das interessanteste an dem Film ist die Geschichte rund um den Ring und dem Meister. Denn scheinbar ist das die Quelle der Macht und am Ende soll ja auch der Meister wieder erweckt werden. Dabei gibt es dann auch noch eine Überraschung.

Ein weiblicher Vampir übernimmt auch etwas die Rolle der Jungfrau in Nöten, obwohl das nicht genau passt. Viel mehr ist sie das Loveinterest einer Person im Film und hier vermischt sich dann auch neue Mythen mit alten, weil sie auch am Tag gesehen werden kann. Interessant ist dabei die Wahl ihres Kleides. Denn sie ist in dieser Szene der Mittelpunkt, die Kamera ist auf ihren Schuhen und dann erst sehen wir sie. Typisch wär es wenn sie noch ein rotes Kleid tragen würde, das könnte ihre Gefahr schon zeigen. Man entschied sich hier aber für ein blaues Kleid, was eine interessante Wahl. Dazu zeigt sie den Typ von einem der Hauptfiguren in Montrak, denn er lässt sich später auf einen weiblichen Vampir ein, der so ähnlich aussieht.

Blut und Effekte

Montrak hat einiges zu bieten, immer wieder gibt es kurze Szenen wo das Blut nur so spritzt. Hier und da bekommt man gute Spezial Effekte zu sehen. Man merkt das hinter der Kamera fähige Leute gearbeitet haben, für einige Effekte war auch Olaf Ittenbach zuständig. Im Finale legt man sich dann nochmals ordentlich ins Zeug und lässt die Kugeln so fliegen. So gibt es ein paar gut gemachte Actionszenen. Wobei die Nahkampf Action etwas langsam wirkt und man hier und da die Vampire zu schnell erledigt. Hier wär sicher mehr drin gewesen. Was sicherlich das Budget aber nicht hergab.

Fazit:

Montrak zeigt das man in Deutschland auch noch Vampirfilme drehen kann. Der Genrefilm lebt. Auch wenn der Streifen ein paar schwächen hat, so zeigt er doch was möglich ist und man wird in den zwei Stunden Laufzeit gut unterhalten.

 

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BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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