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FIlmkritik

Anna

Luc Besson hat ein paar Probleme, nicht nur das seine Vergangenheit endlich diskutiert wird. Seine zwölf-jährige Freundin, welche ihn zu Leon inspiriert hat. Dann die Vorwürfe der Vergewaltigung, auch Darstellerinnen dieses Filmes haben ihn das vorgeworfen. Der Glanz des Cinéma du Look Regisseurs ist vorbei, war er doch mit Nikita oder Das fünfte Element eins die Hoffnung des europäischen Kinos. Dennoch darf er noch Filme drehen, vielleicht war Anna auch noch ein Produkt der Zeit davor. Jedenfalls wirkt es so, als ob Besson wieder zu viele Filme geschaut hat und dachte: „Das kann ich auch noch.“ Dabei entstand ein Spielfilm der viele andere zitiert und kopiert und dabei versucht clever zu sein. Ob diese Mischung noch funktioniert, gilt es nun zu erkunden?

Die Handlung dreht sich um Anna, eine Frau, die auf einem Moskauer Markt entdeckt wird und zu einem Model wird. Sie hat Erfolg und bringt dann einfach einen Mann um. Dann springt die Handlung immer wieder vor und Zurück, hier erklärt man uns dann, wer Anna ist. Dabei erfahren wir etwas mehr über ihr Leben und ihren Auftrag. Sie ist Spionin für das KGB. Doch da ist noch mehr und mehr und mehr Sprünge in der Zeit.

Mit Anna hat sich Luc Besson keinen gefallen getan. Das ganze ist pures Chaos. So als ob er seine wirren Gedanken niedergeschrieben hat und dann einfach auch so verfilmt hat. Dazu kommt, dass der Film auch kaum Action bietet. Man bekommt eine große Actionszene geboten, welche man schon aus dem Trailer kennt. Dazwischen müssen wir Handlung ertragen als Zuschauer. Ja ertragen. Alles ist so wirr erzählt und zum Teil lässt man auch Sachen einfach weg, dabei merkt man, als Zuschauer das hier bald der nächste Flashback kommen wird. Besson muss auch zu oft die Serie Quantico geschaut haben, anders kann man das nicht erklären.

Anna ein Best Of des Subgenres

Luc Besson hat 1990 mit Nikita damals das Genre des weiblichen Agenten Thrillers verändert. Er ging einen anderen Weg und drehte alles Linear ab. Danach gab es immer wieder diese Spielfilme. In den vergangenen Jahren versuchte Hollywood den Kalten Krieg wieder aufleben zu lassen. So bekamen wir Filme wie Red Sparrow oder Atomic Blonde geboten. Auch in der restlichen Welt gab es Spielfilme dieser Art wie The Villainess aus Süd Korea. Alle haben starke Frauen in der Hauptrolle. Diese werden aber mehr oder weniger zu ihrer Arbeit gezwungen und spielen immer noch ein falsches Spiel. Genau das bietet auch Anna. Nur kennt man das alles schon und der Film bietet nichts Neues. Das größte Problem dabei ist das Drehbuch von Besson.

Die Handlung von Anna wird so zerstückelt, dass man die Spannung zerstört. Denn nach dem ersten Mal ist die Luft raus, aber man springt immer wieder zurück. Damit man mehr Informationen bekommt. Doch zu diesem Zeitpunkt ist einem als Zuschauer klar, dass wieder so eine Szene kommen wird. Es gibt viele doppelte Böden, nichts ist, wie es scheint und jeder ist schlauer als der andere. Die Welt der Spione bei Luce Besson besteht aus Genies. Das Größte ist Anna, die einfach alles kann. Hier sieht man auf was für einen Typ Frau Besson steht. Er baut viele Szenen ein, die nur Sex ausdrücken. Wenn der Schritt von Anna in Großaufnahme zu sehen ist, wie sie eine Waffe zusammenschraubt, dann hat das keinen anderen Grund als Erotik. Besson lebt seine Fantasien hier wieder aus.

Die Action in Anna ist kaum vorhanden. Die einzig richtig große Actionszene kennt man schon aus dem Trailer. Im fertigen Film geht sie natürlich länger. Aber auch hier kopiert Besson nur andere Film. Sie ist modern gehalten und wirkt etwas wie John Wick, auch hier gibt es andere Spielfilme die es besser gemacht haben. Zwar ist diese Szene unterhaltsam, aber am Ende ist es das einzige im Film. Die anderen Szenen sind nicht so groß. Auch das Finale bleibt aus. Es gibt noch eine Montage mit Anna, aber auch hier, man zeigt mehr Bilder die an andere Filme oder Nikita erinnern, als etwas Neues zu schaffen.

Fazit:

Anna ist eine Enttäuschung. Luc Besson erschuf einen wirren Film, mit vielen Wendungen, die einem aber egal sind, weil die Präsentation nervig ist. Dazu gibt es kaum Action oder eine spannende Handlung. Besson kopiert sich durch das Genre der vergangenen 30 Jahre.

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