Kategorien
FIlmkritik

Das Dorf der Verdammten

John Carpenter in den 90ern, es war eine andere Zeit für die Filmfans und auch für den Regisseur. Die Welt hatte sich geändert und Horror war nicht mehr so angesagt, auch der Actionfilm hatte sich verändert. Das merkte man auch an den Filmen von Carpenter. Zu einem versuchte es mit Flucht aus L.A. ein Sequel zu Die Klapperschlange zu produzieren, was bei den Fans einen kleinen Kultstatus hat, im Grunde aber nichts anderes ist als eine Kopie des Originals. Dann wär da noch seine Hommage an Lovecraft mit Die Mächte des Wahnsinns. Auch ein Vampirfilm gab es und dann wär da noch das Remake des 60er Jahre Horrorfilms Das Dorf der Verdammten. Es ist einer der Filme von John Carpenter über die man heute kaum noch spricht. Dabei bietet der Film alles, was man gewohnt ist, nur ist es halt auch etwas anders.

Die Handlung spielt in der Kleinstadt Midwich. Alles deutet auf einen ganz normalen Tag hin. Die Menschen feiern ein kleines Fest. Doch dann passiert das Unvorstellbare, alle fallen in einen tiefen Schlaf. Auch Stunden später liegen alle regungslos da. Polizei und andere Behörden bewachen die kleine Stadt. Aus dem nichts wachen alle wieder auf. Alles scheint wieder normal zu sein. Ein paar Tage später stellen viele Frauen fest, dass sie schwanger sind. Neun Monate später bringen sie Kinder auf die Welt, diese sind merkwürdig. Ein paar Jahre Später, die Kinder haben die Stadt fest im Griff und immer merkwürdige Unfälle passieren. Was sind die Kinder und was wollen sie?

John Carpenter macht aus Das Dorf der Verdammten etwas anderes. War das Original sicher sehr reaktionär auf die Zeit und die Angst vor Veränderung und dem Kommunismus, wenn Menschen alle gleich sind. Der Individualismus muss überleben. Dieses Thema steckt auch noch in der Carpenter Version. Hier geht es aber auch darum, was wollen die Kinder und wieso tun sie das alles? Es sind Fragen von Moral und Ethik die hier aufgeworfen werden. Ohne sie dabei aber wirklich auszudiskutieren.

Das Dorf der Verdammten und der Horror der 90er!

Die 90er waren anders, die Filme entwickelten sich weiter. Der Kalte Krieg war vorbei und man brauchte neue Feinde. Das bedeutet aber auch für die Spielfilme, man musste andere Themen verarbeiten. Die Ängste der Menschen waren anders. Das spiegeln die Horrorfilme wieder. Die 90er werden immer belächelt, wenn es um dieses Genre geht. Man findet hier weniger Perlen als in den Jahrzehnten davor. Dennoch gibt es sie. Das Dorf der Verdammten ist eine davon.

Kinder sind immer ein Symbol für die Unschuld. Darum sind Horrorfilme mit Kindern immer problematisch. Denn der Zuschauer schlägt sich automatisch auf die Seite der Kinder. Sie verkörpern das Gute und die Reinheit. Was aber passiert, wenn sie die Bösen sind? Das zeigen Filme wie Das Omen sehr gut. Man ist immer noch auf ihrer Seite und hofft, sie überstehen es. Der Exorzist zeigt es hier am besten, wenn das unschuldige Mädchen von Dämonen befallen wird und zu dem Bösen wird. Hoffen alle Zuschauer auf Erlösung. Dem ist sich auch John Carpenter bewusst. Denn die Kinder in Das Dorf der Verdammten sind die Bösen. Dennoch baut man einen doppelten Boden ein, damit man etwas Hoffnung hat. Sonst wär es wohl zu düster für viele Zuschauer.

Die Kinder sind eine Bedrohung von innen, die man nicht kommen sieht. Es dauert auch, bis wir sie sehen und dann marschieren sie durch die Stadt. Das setzt John Carpenter perfekt in Szene, dazu sein stimmiger Soundtrack. Wenn die Kinder da sind, wird es böse. Die Augen glühen und Menschen verletzten sich. Sie können Gedanken lesen und sie sind schlau. Sie agieren wie eine Einheit. Immer in Paaren. Dennoch gibt es eine Anführerin. All das zeigt uns Das Dorf der Verdammten, nachdem wir alle Bürger kennengelernt haben. So entwickelt sich die zweite Hälfte, zu einem effektvollen Horrorfilm.

Fazit:

Das Dorf der Verdammten ist einer der weniger beachteten John Carpenter Film. Dabei kann der Film immer noch überzeugen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.