Tokugawa III – Im Rausch der Sinne

Wie auf der ganzen Welt war das japanische Kino Ende der 60er Jahre im Wandel. Denn die Menschen blieben lieber zu Hause und schauten TV. So musste man mit etwas kommen, was man im Fernsehen nicht zeigen konnte, das war Gewalt und Sex. Der Pink Violence Film war geboren. Film die Toei gern produzierte, doch viele Regisseure wollten nicht, sie hatten ein Problem mit der Nacktheit. Doch einem war das egal, er machte aus allem etwas. Dieser Mann war Teruo Ishii, der japanische Regisseur hat mit seinen Werken auch die Filmlandschaft verändert. Er versuchte, ein gewisses Niveau zu halten. Bei den Pink Violence baute er auch immer eine Bildästhetik ein, die zwar nicht notwendig war aber die Spielfilme etwas besonders machen. So war es auch bei Tokugawa III – Im Rausch der Sinne oder auch als Orgies of Edo bekannt.

Da die Handlung in drei Geschichten aufgeteilt ist, werden wir diese auch getrennt betrachten. Denn Ishiis Werk verdient das, denn es bietet mehr als den Schauwert, den man sich erhofft und den Toei dem Publikum versprach.

Oito

Die erste Geschichte beginnt mit Oito, die schwer verwundet zu einem Arzt kommt, welcher das Verbindungsstück aller drei Geschichten ist, dort erfahren wir in einer Rückblende ihre Geschichte. Es ist das typische Drama, eine junge Frau in den Fängen der Yakuza. Sie verliebt sich in einen Mann, der sie beschützt. Doch er treibt sie in die Prostitution. Dieses Drama ist so ernst und tragisch, dass es dem Zuschauer herunter zieht. Nach dem Vorspann und dem Ero-Guro, bekommen wir hier das ernsthafte Stück aller drei geboten. Oito ist so naiv, dass sie ihrem Freund alles glaubt und sie immer tiefer abrutscht. Sie lässt alles über sich ergehen.

Teruo Ishii führt den Zuschauer langsam an alles heran. Wir werden nicht mit merkwürdigen Szenen beworfen. Sondern in der ersten Geschichte ist alles noch etwas harmloser. Dabei bekommen wir hier aber schon die volle Breitseite Drama ab. Denn das gibt es viel in allen drei Geschichten von Tokugawa III – Im Rausch der Sinne. Oito tut einem Leid, weil wir als Zuschauer wissen was passieren wird. Wir wollen gar nicht das die junge Frau so leidet. So ist die Szene der Folter hier besonders schmerzhaft. Ishii baut aber immer wieder Nacktheit ein. Da man damals in Japan noch nicht so viel zeigen konnte. Heute geht immerhin etwas mehr. Ist der Schambereich immer verdeckt und Sex wird auch nur angedeutet. Dafür gibt es eine Szene, wo Achselhaar in Großaufnahme gezeigt wird.

Schon in der ersten Geschichten merkt man, dass Ishii mehr zeigen wollte. Er gestaltet das Bild so, wie er es gern hätte. So schneit es bei der Folter einfach. Das Wetter war sonst nie Thema. Doch der Schnee verleiht dieser schmerzhaften Szene etwas Poetisches, etwas Ruhiges. Es ist ein starker Kontrast zu dem, was gerade passiert. Auch die Szene wenn der Mann Oito das erste Mal nimmt, besser gesagt vergewaltig. Sie wehrt sich sehr. Alles ist voller langer Stoffstrecken ausgelegt und wir beobachten das Ganze aus der Ferne.

Ochise

Die zweite Geschichte dreht sich um Ochise und die gibt schon mehr Gas als die erste. Bietet aber auch wieder Drama. Denn Tokugawa III – Im Rausch der Sinne ist immer noch ein Periodenstück. Ochise ist sexbesessen und steht auf außergewöhnliche Dinge. Das erste was wir sehen, sind zwei kleinwüchsige Männer, die über sie herfallen und sie am Ende der Szene beide auspeitscht. Sie hat Spaß daran, es sind ihre Spielchen. Ihr Diener hat daran keine Freude. Er ist in Ochise verliebt und bittet den Arzt um Hilfe. Denn er soll ergründen, warum Ochise so ist. Dieser kommt auch und wendet Hypnose an. Hier gibt es wieder eine Rückblende zur 17 jährigen Ochise, welche eine Freakshow besucht. Hier kommt dann das Ero-Guro in den Film. Wir sehen einen Mann der eine Schlange verschlingt und sie wird von einem entstellten Typen entführt und misshandelt und gefoltert.

Teuro Ishii bewirft hier den Zuschauer mit allen den Szenen. Ochise ist durch die begnung mit dem entstellten Mann anders und ihre Vorlieben sind besonders. Das sagt sie ihrem Diener auch direkt ins Gesicht. So will sie auch Sex mit einem farbigen Mann haben. Sie liebt alles was anders ist. Ihr Diener ist zu Normal. Das führt hier auch zu dem Drama. Wieder benutzt Ishii die Kamera anders. Er muss immer noch sehr kreativ sein. In einer Szene beobachten wir Ochise durch ein kleines Aquarium. Damit wir ja nie ihrem Schambereich sehen, muss sie sich kreativ bewegen. Was einem nicht mehr loslässt, ist aber der Typ mit der Schlange, das ist ekelerregend. Das passt perfekt in diesen Pink Violence Film.

Omitsu

Die letzte Geschichte von Tokugawa III – Im Rausch der Sinne bietet dann alles, was Ihr wohl von dem Film erwartet habt. Denn hier geht es um einen Shogun, der gern grausame Spiele spielt. Bei einem lernt er Omitsu kennen und sie wird seine geliebte. Doch sie hat ein paar Geheimnisse, welche nach und nach ans Tageslicht kommen. Da eine Frau aus seinem Harem, aber davon nichts hält und versucht nicht getötet zu werden, schlägt sie dem Shogun ein Spiel vor. Auch hier kommt dann der Arzt wieder ins Spiel.

Sex, Gewalt und schlechte Laune. Das ist dass Motto von der dritten Geschichte. Teruo Ishii fährt hier alles auf. Szenen voller nackter Frauen, wie immer meist nur Brüste und ein paar Ärsche. Viel Folter, welche heute etwas veraltet wirkt. Vor allem das der Körper mit Goldfarbe bestrichen wird und so die Frau langsam stirbt. Dafür gibt es eine Szene mit Stieren. Die auf eine Gruppe Frauen losgelassen wird, die Rot tragen. Ishii zeigt hier genau das, was man von einem Pink Violence Film erwartet. Das Blut spritzt in dieser Szene. Das Finale ist dann eine Grausamkeit und zeigt den Wahnsinn des Shoguns. Selbst der Arzt kann nur fassungslos zuschauen.

FAZIT:

Tokugawa III – Im Rausch der Sinne zeigt die Stärken von Teruo Ishii. Hier mischt er Drama mit Ero-Guro. Für Toei drehte er hier einen Pink Violence Film, der aber mehr ist als man denkt.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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