Special Force Hong Kong

Hongkong nach 1997 ist bei Filmen ein schwieriges Thema, viele Schauspieler und Regisseure haben die Stadt verlassen Richtung Hollywood oder andere Länder. Manche junge Regisseure blieben aber und versuchten alles den alten Glanz aufrecht zu halten. Dabei wurde mit den Jahren aber deutlich, in China liegt das Geld und man muss sich dem Land beugen, um Erfolg zu haben. Doch 2001 war das noch etwas anders, vier Jahre nach der Übergabe zurück an China, war das Kino zwar im Wandel, aber man war noch kritischer. So auch Dante Lam, der aktuell wohl ein bekannter Name ist, damals noch unbekannter, drehte in diesem Jahr den Film Special Force Hong Kong. Hier nahm er noch Motive aus dem John Woo Film und etwas von dem Michael Mann Klassiker Heat. Dabei geht er auch kritisch mit der Polizei um und das hat für die Figuren im Film auch keine Konsequenzen, etwas was heute nur geht, wenn man den Film nur in Hongkong produziert.

Die Handlung dreht sich um eine Spezial Einheit der Hongkonger Polizei, die sich Hit Team nennt. Diese haben einen Polizisten in ein Gangstersyndikat eingeschleust. Dieser wird aber bei einem Einsatz verletzt und sitzt im Rollstuhl. Die Polizei entlässt ihn aber ohne Abfindung oder Geld für das Krankenhaus und seine Pflege. Sein Team will ihn helfen und überfällt eine Undergrundbank. Die Gangster wollen nun Rache und auch ein Polizeiermittler ist dem Team auf den Fersen.

Das wichtigste zuerst, Special Force Hong Kong ist kein Actionfilm. Es ist ein Thriller über Freundschaft und einem Raubüberfall mit Anleihen beim Heistfilm. Man sollte also nicht viel Action erwarten, zwar gibt es ein paar Szenen, viel mehr konzentriert sich der Spielfilm aber auf seine Figuren und wie die mit ihren Entscheidungen umgehen. Dabei gibt es typische Motive, wie Verrat und Freundschaft und das Trauma aus der Vergangenheit.

Special Force Hong Kong und die Kritik am System, mehr oder weniger!

Man spürt bei Special Force Hong Kong sehr deutlich, dass man hier die Polizei kritisiert, dies aber nur ganz leise. Die Figuren sind keine Helden, sie werden zu Verbrechern, um einen Freund zu helfen. Man zwingt sie dazu, weil es wohl keinen anderen Ausweg gibt. Das ist eine typische Genrelösung für diese Art von Problem. Das System ist nicht gut und die da oben sind eh die Bösen, man hat hier wieder das Thema aus den 70er Jahren zurück, was sich seitdem durch die Filme zieht. Die Selbstjustiz ist besser und einfacher für alle. Nur plant man hier einen Raubüberfall. Dabei nimmt man sich Anleihen beim Heistfilm. Man lässt die Planung aber aus, wir sehen nur den Überfall und was danach passiert. Hier zeigt Dante Lam seine stärkern als Regisseur. Er baut eine spannende Handlung auf.

Bei der Laufzeit von knapp 90 Minuten, ist alles schnell erzählt. So geht der Aufbau der Figuren schnell und man handelt bestimmte Punkte zu flott ab. Da bleiben manche Beziehungen auf der Strecke, alles wird hier aber typisch für das asiatische Kino durch die Bilder erzählt, man hat eh kaum Zeit für Dialoge. Dennoch schafft es Dante Lam bei Special Force Hong Kong, die Spannung hochzuhalten. Dabei setzt er dann auf gut platzierte Actionszenen, die sind gut in Szene gesetzt und liefern auch ein paar Blutspritzer, hier und da wirkt das alles wie im Heoric Bloodshed Film. Am Ende kommt zwar etwas die Moral durch, dennoch wirkt alles noch freier und ungezwungener als bei aktuelleren Filmen aus Hongkong oder besser gesagt aus China.

Fazit:

Special Force Hong Kong ist ein kleiner netter Film. Dante Lam zeigt als Regisseur hier sein Talent für eine spannende Handlung. Es gibt weniger Action, diese ist dafür aber sehr gut.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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