Bone Tomahawk

Einst war der Western, das Genre was die Kinos dominierte. Die Menschen wollten einen nach dem anderen sehen, in den 60ern hatte sich das geändert, der Western zog ins TV. Es gab aber noch die europäischen Western, meist aus Italien, welche dreckiger und rauer waren. Das Genre was öfter schon für Tod erklärt wurde, lebt immer noch. Immer wieder gibt es Beiträge für das Genre. Sei es von Quentin Tarantino oder anderen, auch der Postwestern, der Abgesang auf das Genre. 2015 erschuf Drehbuchautor S. Craig Zahler mit seinem Debütfilm als Regisseur einen düsteren Western, der langsam ins Horrorgenre abdriftet. Er verbindet die beiden Genres zu etwas neuen, obwohl alles doch bekannt ist. Mit Kurt Russell in der Hauptrolle ist der Film auch gut besetzt. Doch reicht das um den Zuschauer über zwei Stunde bei der Stange zu halten?

Die Handlung beginnt in dem kleinen Ort Bright Hope. Dort landet der Dieb Purvis, dieser hat schreckliches erlebt. Als er auf dem Sheriff im Salon trifft, wird Purvis angeschossen und landet im Knast. Sheriff Hunt ruft Samantha um Hilfe, die junge Ärztin soll Purvis versorgen. Am nächsten Morgen ist der Knast leer und es fehlt jede Spur von allen anwesenden. Sheriff Hunt macht sich auf dem Weg die Menschen zu finden. Er nimmt auch den verletzten Arthur mit, dieser ist der Ehemann von Samantha. Die kleine Gruppe verfolgt die Spur der Entführer und muss schnell feststellen, draußen in der Wildnis ist jeder der Feind.

Regisseur und Drehbuchautor S. Craig Zahler geht es bei Bone Tomahawk ruhig an. Wir lernen erst die Figuren kennen und dann geht die Reise los, auch hierbleibt alles in einem ruhigen Tempo. Es scheint so als ob wir als Zuschauer mitleiden sollen und uns fühlen, wie zäh und schwer die Verfolgung der Entführer ist. Denn der größte Twist kommt erst spät. Obwohl man ihn schon am Anfang andeutet und auch in jeder offiziellen Handlungsbeschreibung.

Bone Tomahawk als Horrorwestern!

S. Craig Zahler schafft etwas, was andere Regisseure vergessen oder nicht zeigen wollen. Er lässt sich zeit für seine Figuren. Wir lernen sie kennen und leiden mit ihn. Dabei wirkt alles doch sehr menschlich, auch wenn es auf dem ersten Blick anders wirkt. So geht er mit seinen Figuren sehr sorgsam um. Jeder Tod in Bone Tomahawk tut weh. Denn die Gegner sind unmenschlich, wir wissen nichts über sie. Nur eine kleine Szene erklärt etwas. Doch das mysteriöse bleibt Bestehen. Sind es wirklich Indianer? Oder etwas anders, etwas altes und Böses. Sind es wirklich Kannibalen? Was wollen sie? All die Fragen werden kaum beantwortet. Wir sehen nur das vorgehen. Wie grausam und ohne eine Regung Menschen getötet werden.

Die Gewalt in Bone Tomahawk ist brutal und sehr grafisch. Wir sehen sehr viel und die Kamera schwenkt selten weg. Am Anfang sind es noch die Geräusche, je länger der Film läuft, desto deutlicher wird alles. Manchmal nutzt man es sogar als Element für einen Twist. Hier und da zieht sich der Spielfilm dann doch. Dafür hat er diese düstere und raue Atmosphäre. Denn bevor der Streifen zu einem brutalen Horrorfilm wird, haben wir einen Western. Der Trip in die Wildnis ist dabei auch sehr gefährlich. Denn die Suche nach den Entführten wirkt hoffnungslos.

Fazit:

Bone Tomahawk ist ein langsamer brutaler Film. Der sich nach und nach entfaltet. Auch wenn alles hoffnungslos erscheint, so gibt es immer noch Menschlichkeit bei den Figuren. S. Craig Zahler zeigt sich als Regisseur und Drehbuchautor hier von seiner besten Seite.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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