Im hohen Gras

Eine Einleitung zu einem Horrorfilm schreiben ist schwer. Denn irgendwann hat man alles gesagt und wiederholt sich. Was einem neuen Leser dieser Seite nicht auffallen wird. Für den Autor ist es aber schwer. Wie muss sich also Stephen King fühlen? Der Mann veröffentlicht jedes Jahr ein neues Buch, diesen Output muss man erst mal schaffen. Im Jahr 2013 tat er sich mit seinem Sohn Joe Hill zusammen und schrieb die Kurzgeschichte im hohen Gras. Ein Geschichte die es in sich hat und auf die Kürze dem Leser schockiert zurücklässt. Jetzt gut sechs Jahr später, läuft der passende Film dazu nicht im Kino, sondern auf Netflix. Denn auch wenn King Verfilmungen den Menschen im Kino immer noch das fürchten lehren, so hat der Streaminganbieter auch ein paar parat und die neuste wurde von Vincenzo Natali (Cube) gedreht.

Die Handlung beginnt mit dem Geschwistern Becky und Cal DeMuth, sie wollen nach San Diego. Als die schwanger Becky aus dem Auto kotzt, hört sie einen Jungen um Hilfe rufen. Dieser scheint sich im hohen Gras verlaufen zu haben. Becky will ihm retten, so machen sich beide auf. Doch irgendwas stimmt nicht, es gibt kein Weg mehr raus und der kleine Jung ist auch verstummt. Irgendwas lauert in dem Gras und es will nichts Gutes.

Schon in den 80er Jahren schrieb Stephen King ein Sachbuch über das Genre des Horrors, wo er uns seine sicht auf die Dinge erklärt. Das Buch wirkt anhand seiner Beispiele vielleicht etwas veraltet, dennoch funktioniert es immer noch sehr gut, als Ratgeber für uns. Denn so verstehen wir die Welt von King etwas besser. Im hohen Gras ist kein einfacher Horrorfilm. Es ist ein düsterer Trip und für uns Zuschauer gibt es kein entkommen. Der Horror wandelt sich im Laufe der Handlung auch immer wieder. Am Ende bleibt man fragend zurück und das ist gut so.

Im hohen Gras und das Horrorgenre!

Regisseur Vincenzo Natali muss es schwer gehabt haben, die Wörter von King und Hill als Bilder umzusetzen. Denn der Horror der im Gras spielt, ist nicht einfach. Doch Natali gelinkt das Kunststück und alles wirkt bedrohlich und das von Anfang an. Wir fühlen mit den Figuren, wie sie sich verlaufen und nicht mehr wissen, wo sie sind. Dabei scheint das Entkommen so nah zu sein. Schritt für Schritt entfaltet sich die Welt von Im hohen Gras und wir erfahren mehr. Immer nur ein bisschen, damit die Geschichte vorangehen kann. Der Wahnsinn nimmt dabei immer mehr gestallt an und bald schon ist die Bedrohung von Außen, obwohl die Figuren im Gras sind und es die Bedrohung ist, eine von innen. Dieser Wechsel passiert schlagartig. Wie alles im Horrorfilm.

Die größte Hilfe für den Horror im Film ist die Kamera, denn die schafft es alles einzufangen und zu verdeutlichen. Die langsamen Kamerafahrten durch das Gras, nur um den Horror zu enthüllen. Das verspielte, wenn die Kamera die Spiegelungen in einem Wassertropfen einfängt und sich langsam dreht und dieser Tropfen auf einen anderen trifft und dann fällt. Diese Momente der Ruhe und Schönheit brauchen wir bei Im hohen Gras auch. Denn es ist sehr intensiver Trip den wir als Zuschauer erleben. Auch wenn der Horrorfilm nicht alle Gewalt der Kurzgeschichte zeigt, so ist das, was wir sehen, schon heftig genug und so umgesetzt das es auch schockt.

Fazit:

Im hohen Gras ist ein guter Horrorfilm, der die Welt von Stephen King und Joe Hill sehr gut umsetzt.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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