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FIlmkritik

Coconuts

Lisa Film aus München ist eine der berühmt berüchtigten deutschen Produktionsfirmen. Die uns Jahrzehnte lang mit deutschen Genrefilmen beliefert hat. Dabei war alles, von dem Schlagerfilm über Komödie, Sexploitation bis hin zum Actionfilm. Dabei sind die Spielfilme umstritten und manche sind aber auch Kult. Es war aber immer eine Bereicherung für den deutschen Film. 1985 produzierte man die deutsch österreichische Co-Produktion Coconuts. Hier versuchte man, eine Komödie mit einem Actionfilm zu mischen, was Mitte der 80er angesagt war. Dabei trifft hier aber der typische Humor aus Thomas Gottschalk und Mike Krüger Filme, auf eine ernste Thriller Handlung. Mit dabei ist Mario Adorf in einer Nebenrolle und Olivia Pascal (Vanessa), welche in vielen Lisa Film Produktionen mit dabei war und immer auch etwas Erotik versprach. Also lasst uns den Wahnsinn des Films ergründen und schauen, ob er unterhaltsam und Gut ist?

Die Handlung dreht sich um den Ex-Boxer Grein, welcher für Siemann einen Auftrag erledigen soll. Dabei lernt er Vera kennen. Sie ist die Tochter von Siemann. Er bekommt Hilfe von dem Schauspieler Bosch. Die Drei begeben sich auf der Flucht. Siemann hat sie reingelegt und nun wollen sie Rache. Vera verschwindet und Grein und Bosch sind weiter auf der Flucht. In Italien finden sie Vera wieder, sie ist bei ihrem Vater und der will Grein und Bosch wieder für einen Bankraub benutzen.

Diese Lisa Film Produktion muss man erst mal verdauen. Denn Coconuts geht komplett Nüsse. Dabei ist alles aber so ernst gehalten, wie es nur geht. So erlebt man als Zuschauer ein Roadmovie durch Länder und immer wieder baut man Action ein und dann absurden Humor. Alles ist aber gespielt und gedreht wie ein ernstes Drama. Das wirkt auf den ersten Blick befremdlich und irgendwie hat man das Gefühl, der Spielfilm will einen verarschen. Doch irgendwo ist da mehr und dies macht diesen Streifen so interessant.

Coconuts abgedreht und dabei total ernst!

Im Grunde kann das Erlebnis, was man bei Coconuts hat, kaum beschreiben. Denn alles wirkt so wahllos und schnell zusammengeschustert. Das scheint aber das Konzept des Films zu sein. Denn ist der Schnitt am Film wie eine Montage, obwohl es keine ist. So wird das alles besser. Immer wieder gibt es die Verbildlichung des Gesagten. Da redet jemand von einem einstürzenden Haus und es gibt einen Schnitt, auf ein Haus was zusammenfällt. Dies zieht man durch den ganzen Spielfilm. Hier und da baut man auch einfach absurde Witze ein. Da fliegen Instrumente aus dem Zug und am Ende sogar ein Konzertflügel. Alles lässt man unkommentiert und spielt diesen Witz sogar noch weiter. Dabei wirkt das alles aber so trocken und ernst.

Die Beziehung der Figuren ist auch sehr progressiv. So deutet man an, das Grein und Bosch bei der Suche nach Vera auch etwas haben, jedenfalls würde es Bosch gern haben. Dann wär da noch Vera, die hier immer wieder zum Sexobjekt wird, dabei sich dagegen wehrt, nur um in der nächsten Szenen dann Bosch zu verführen, der vorher aber als homosexuell dargestellt wird. So endet man in einer polyamorösen Beziehung. Alles passiert aber so bei läufig, dass man es als Zuschauer auch hinnimmt und nicht hinter fragt. Olivia Pascal zeigt dann mit ihrer Rolle als Vera, dass diese mehr ist als nur ein Objekt. Obwohl es dennoch nicht so einfach ist und Coconuts und sie immer wieder nackt zeigt.

Der Film bietet ein paar Actionszenen. Da explodieren Autos am Anfang und dann wird geballert. Eine Szene in Italien ist wirklich gelungen, hier kommt Action und Spannung auf. Wenn die Polizei nach dem Bankraub auftaucht. Hier zeigt Mario Adorf dann sein ganzes können und spielt hier den typischen Gangster. Dabei hat man schon das Gefühl, dass wir hier nicht mehr Coconuts sehen.

Fazit:

Coconuts ist ein absurder deutscher Genrefilm. Der es dem Zuschauer nicht leicht macht. Dennoch hat man Spaß beim schauen. Was an den Schauspielern liegt und den abstrusen Ideen, die immer wieder verbaut werden.

 

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