Kategorien
FIlmkritik

Unmoralische Novizinnen

Die 70iger Jahre, ein Jahrzehnt wo alles möglich war. Der Exploitationsfilm boomte und man versuchte alles um das Publikum zu schocken. Die Menschen sollten wieder ins Kino gehen und man wollte der Konkurrenz dem Fernsehen einen Strich durch die Rechnung machen. So zeigte man Dinge, die im TV nie zu sehen sein würden, also jedenfalls damals. Ein besonderes Subgenre des Exploitationsfilm ist der Nunploitation. Hier wird es blasphemisch. Denn man zeigt Kloster und junge Nonnen, dabei ist alles auf Sex aus. Die Filme schreien gerade zu, hier gibt es Sex und nackte Menschen. Regisseur Walerian Borowczyk drehte einige erotische Meisterwerke, wie Unmoralische Geschichten oder La Bête – Das Biest. 1977 versuchte er sich mit Unmoralische Novizinnen auch am Nunploitationsgenre. Ob dies gelungen ist und ob man Olivia Pascal irgendwo wirklich im Film entdecken kann, wir werden es sehen.

Die Handlung spielt in einem Kloster, hier leiden die jungen Novizinnen unter der strengen Mutter Oberin. Doch die jungen Frauen finden immer einen Weg, ihrer sexuellen Lust Freienlauf zu lassen. Dabei vergessen sie aber, wo sie sind. Die strenge Hand führt dazu, das einige Novizinnen durch drehen und glauben Jesus zu sehen. Dabei ist es nur der Liebhaber einer Nonne.

In der Reihe der Nunspoiltationsfilme ist Unmoralische Novizinnen sicherlich nicht der beste oder gar Bekannteste. Denn es fehlt der Sleaze und auch der Unterhaltungsfaktor. Viel mehr wirkt der Film dokumentarisch. Walerian Borowczyk filmt mit der Handkamera viele Szenen und so sind wir nah dran. Das bewirkt aber auch, dass diese Distanzlosigkeit uns dem Zuschauer zeigt, dass Figuren keine Tiefe haben. So macht sich die Langeweile breit und auch die Szenen mit Nacktheit oder Sex sind nicht erotisch. Es wirkt alles so, als ob es das nicht sein soll. Man will provozieren und dies schafft man auch. Doch zu welchem Preis?

Unmoralische Novizinnen und das Spiel mit dem Nunsploitationsgenre

Im Grund liefert Waleria Borowczyk mit Unmoralische Novizinnen genau das ab, was einen Nunsploitationsfilm aus macht. Dennoch ist irgendwas anders. Es ist zwar ein Borowczyk Film und es gibt Barock Musik und Orgelklänge. Dazu gibt es Weichzeichner Aufnahmen und dennoch irgendwie will der Funke hier nicht zünden. Alles schlägt einen ins Gesicht. Der Film ist derbste Kritik an der katholischen Kirche. Man prangert mit dem Holzhammer die Methoden an. Man zeigt minutenlang Frauen beim Beten und im Kontrast dazu, welche die Masturbieren und sich ihren Trieben hingeben. Das passt perfekt zum Genre. Alles wirkt aber so lieblos und so langweilt man sich schnell.

Die Darstellung der Nonnen scheint akkurat zu sein. Sie tragen immer ihre Robe, so erkennt man auch kaum Olivia Pascal. Die Erotik im Film ist wie gesagt, kaum vorhanden. Alles ist ein Mittel zum Zweck. Man will ein paar alte Priester schocken. Vielleicht verarbeitet Walerian Borowczyk hier auch seine eigenen Erfahrungen mit der Kirche. Am Ende ist es aber für uns als Zuschauer kaum ersichtlich, was hier passiert und dann ist der Nunsploitationsfilm vorbei.

Fazit:

Unmoralische Novizinnen ist ein langweiliger Nunsploitationsfilm. Der nur dank des Talents von Walerian Borowczyk etwas besser wirkt.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.