Leichen muß man feiern, wie sie fallen

Regisseur Sergio Corbucci hat mit Django einen der Italowestern gedreht, doch seine Filmografie bietet noch viel mehr. Ein paar weitere Western und auch einige Bud Spencer und Terrence Hill Filme. Nur beim Giallo war er nie wirklich dabei. Dennoch wagte er sich an das Genre, als es schon tot war. Mit Leichen muß man feiern, wie sie fallen, erschuf er seinen Beitrag für das Genre. Obwohl der Originaltitel Giallo Napoletano hier etwas verspricht, was so nicht passt. Denn der Film ist eine Krimikomödie und erinnert an andere Filme dieser Zeit. Dennoch bekommt man einen Genrefilm zu Gesicht. Der hat auch Ornella Muti (Recht und Leidenschaft) in der weiblichen Hauptrolle und ist somit für viele schon Wert den Spielfilm zu schauen. Dazu gibt es einen sehr merkwürdigen Soundtrack von Riz Ortolani.

Die Handlung dreht sich um den Straßenmusiker Raffaele, dieser soll in Auftrag eines Unbekannten vor einem Haus eine Sonate spielen. Doch dann fallen Schüsse und ein Mensch stürzt in den Tod. Am nächsten Tag fällt noch jemand aus dem Fenster. Raffaele wird von der Polizei verdächtig. Doch er fängt an selbst zu ermitteln. Alles deutet auf dem Maestro hin, der erpresst wird. Auf seiner Suche nach dem Täter trifft Raffaele auf die wunderschöne Lucia, sie ist Krankenschwester in einer Irrenanstalt. Doch wer ist nun der Mörder?

Man merkt sehr deutlich, was Regisseur Sergio Corbucci mit Leichen muß man feiern, wie sie fallen zeigen will. Er dreht eine Krimi Komödie mit vielen Verwechselungen und ein Unschuldiger wird der Verdächtige. Das erinnert etwas an Der Große Blonde mit dem schwarzen Schuh und andere Komödien dieser Art. So nutzt er diese Genremuster für sich und bringt einen sehr eigenwilligen Humor mit. Das alles muss man als Zuschauer dann auch erst mal verdauen. Dabei bekommt man aber, wenn man genau schaut einen netten Genre Beitrag geliefert.

Leichen muß man feiern, wie sie fallen als Komödie oder doch Giallo?

1979 war der Giallo tot und die Menschen wollten andere Dinge im Kino sehen. Der Exploitationsfilm war immer noch in seiner Hochphase. Was muss also Sergio Corbucci geritten haben, als er die Idee für Leichen muß man feiern, wie sie fallen hatte? Wahrscheinlich inspiriert durch andere Werke und dem Trend, aus allem eine Komödie zu machen oder es auf die Metaebene zu bringen und so das Genre zu erklären. Im Grunde bietet dieser Film fast alles, was einen Giallo ausmacht. Nur das die Hauptperson kein Ausländer ist. Hier haben wir einen armen Musiker, der auf eigene Faust ermittelt. Es gibt Morde und bis zum Finale ist unklar, wer der Mörder ist. Alles was die Handlung von einem Giallo ausmacht, ist dabei. Nur bei der Optik nicht, es fehlen die ausschweifenden Morde oder Szenen mit schwarzen Handschuhen. Hier lässt man es weg und konzentriert sich auf die Krimihandlung.

Etwas Humor bringt man in den Film und das ist auch das größere Problem. Denn nicht jeder kann damit warm werden. Alles ist sehr trocken und nicht die typische Haudrauf und verlach Komödie, wie sie ende der 70iger aus Italien in war. Es gibt ein paar Wortwitze und hier und da eine Bemerkung. So ist Leichen muß man feiern, wie sie fallen wohl ernster als gedacht aber weit davon ein fieser kleiner Giallo zu sein. Dennoch wird man als Zuschauer unterhalten. Was auch an dem Zusammenspiel von Marcello Mastroianni und Ornella Muti liegt. Sie gibt wie immer die unschuldige aber unnahbare Schönheit. Die hier aber auch eigene Geheimnisse hat.

Fazit:

Leichen muß man feiern, wie sie fallen ist ein interessanter Film. Sergio Corbucci vermischt hier Komödie mit Giallo. Macht daraus aber etwas Eigenes. Was aber sehr sperrig wirkt, durch den trockenen Humor. Man bekommt tolle Bilder und dazu Ornella Muti, die jede Szene einnimmt.

 

 

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.