The Forest of Love

Sion Sono ist pure und reine Liebe. Der japanische Regisseur hat in den vergangenen Jahren mit seinen Filmen gezeigt, wie wandelbar er ist. Er hat Highlights wie The Whispering Star gedreht oder für Amazon die Serie Tokyo Vampire Hotel. Hat seine Version eines Romano Porno mit Antiporno gedreht und noch viel mehr. Im vergangenen Jahr gab er bekannt, dass er für Netflix ein Projekt verwirklichen wird. Keiner wusste, was es werden würde. Dann vor ein paar Wochen gab es einen Namen, ein Termin und ein Trailer. Alles war mysteriös und es könnte alles sein. Wie man es von Sono gewohnt ist. Da ist er nun The Forest of Love, der neueste Film von Sion Sono. Was ist er? Wohin führt uns der Regisseur dieses Mal? Denn die Handlungsbeschreibung von Netflix gibt nicht viel her und der Trailer, zeigt auch nur den typischen Wahnsinn, den man von einem japanischen Film erwarten könnte. Doch dieser Streifen ist viel mehr.

Die Handlung beginnt mit Shin, der ist neu in Tokyo und tritt dort zufällig auf zwei junge Männer. Die nehmen ihn mit und erklären ihn, dass sie einen Spielfilm drehen wollen. Shin will dabei sein, als die beiden ihn erwischen wie er ein Pornoheft lieft, gibt er zu, das er noch Jungfrau ist. Die Jungs nehmen ihn mit zu Taeko, diese war schon in der Schulzeit Theaterregisseurin. Sie kennt auch die richtige Frau für Shin. So machen sie sich auf zu Mitsuko. Diese scheint auch noch Jungfrau zu sein. Doch ein altes Trauma lastet schwer auf ihr. Etwas später bekommt sie einen Anruf von Joe Murata, dieser erzählt ihr, dass er Mitsuko noch 50 Yen schuldet. Sie willigt einem Treffen zu. Im Park sehen die Jungs und Taeko wie sich Mitsuko mit Joe Murata trifft. Taeko erkennt ihn wieder. Er ist ein Betrüger. So wollen sie einen Film drehen um Mitsuko die Augen zu öffnen. Zur selben Zeit treibt auch noch ein Serienmörder sein Unwesen.

The Forest of Love ist alles!

Sion Sono schafft es wieder, dass wir Zuschauer in den Bann seines Films gezogen werden. Dieser ist in Kapitel unterteilt und je weiter die Geschichte läuft, desto tiefer sinken wir in diese Welt ein. Dabei wird der Spielfilm sehr unangenehm. Denn Joe Murata entpuppt sich als Perversling. Das alles wirkt so unangenehmen, weil die Szenen in langen Einstellungen gedreht sind. Wir sind nah dabei, wenn er eine Frau foltert und dies ist auch nur der Anfang. Immer wieder gibt es eine neue Wendung und wir schauen fassungslos zu, wie sehr alle Joe Murata folgen. Fast wie Sektenanführer benimmt er sich und lässt andere die Taten machen. Alles beginnt mit der Liebe zum Film. Hier zeigt Sono auch ab und an seinen Humor. Nur um uns dann direkt ins Gesicht zu schlagen.

Das alles muss an der Freiheit liegen, die Sion Sono genossen haben muss. Denn fürs Kino wär dieser Film fast undenkbar. Zwar drehte der japanische Regisseur schon einige Filme und Love Exposure geht fast vier Stunden. Doch die Themen und wie er es hier zeigt, sind schon heftig. Selbst für japanische Verhältnisse. Dazu gab es auch kein Studio, was ihm rein redet. Sono drehte The Forest of Love für Netflix. Dabei weicht der Film aber von den typischen Netflix Produkten ab. Es ist halt immer noch ein Sion Sono Film.

Wie schon erwähnt, lässt Sono bei vielen Szenen in The Forest of Love die Kamera laufen. Fast wie die Figuren im Film, wird mit Handkamera gefilmt. Nur um dann auch den Stil zu ändern. Immer wieder zum Thema, so hat man klassische Hollywood Momente. Das Finale schreit gerade zu, hier kommt Unheil. Alles wirkt zu friedlich. Dann hat man das Chaos aus dem Trailer. Doch auch die ruhigen Szenen. Wir sind bei den Figuren dabei, selbst bei den Szenen die Schocken sollen. Alles ist dabei. Der Regisseur holt alles hervor, was er vorher gemacht hat. Dabei wirkt es aber nicht wie Best Of, sondern immer noch wie etwas Neues. Dazu kleine Details, wie die weibliche Figur die ein Seinfeld and Chill T-Shirt trägt.

Fazit:

The Forest of Love ist alles. Liebeserklärung an das V-Cinema, eine art True Crime Drama. Dazu kommen viele Wendungen hinzu und fakten, die Figuren in ein neues Licht rücken. Sion Sono ist hier in Bestform.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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