Magnum 45

Der italienische Genrefilm war in den 70er Jahren auf seinem Höhepunkt, auch wenn die 80er noch einige Perlen lieferten. So war es doch das Jahrzehnt für Fans. Neben Giallo gab es Horror und Eurocrime. Genreprägende Filme oder die xte Kopie eines erfolgreichen Filmes. Das Exploitationkino ist eine Fundgrube für Ideen und Geschichten, abseits des modernen Hollywood Kinos. Ab und an vermischen auch die Grenzen der Genres, wie auch bei Magnum 45. Der klingt im deutschen Titel, wie ein Eurocrime Film. Entpuppt sich aber schnell als ein Giallo, der aber nicht wie Giallo abläuft. Obwohl alle Zutaten da sind, so ist es doch etwas anders, weil wir hier die Polizei bei der Arbeit sehen. Regisseur Paolo Cavara mischt hier also zwei Genres zusammen, wie man es auch von Der Tod trägt schwarzes Leder kennt. Hier nur mit viel mehr Sleaze.

Die Handlung dreht sich um Inspektor Lorenzo. Dieser wird mit der Aufklärung einer merkwürdigen Mordserie beauftragt. Verschiedene Personen werden getötet, immer auf eine andere Art. Einziger Hinweis ist ein Bild aus dem Kinderbuch Der Struwwelpeter. Die Spur führt zu einem Tod einer Prostituierten, die in der Villa Hoffmann ums leben kam. Dort feiern reiche Männer immer wieder Orgien, schauen Pornos und treiben makabere Spiele mit den Frauen. Doch wer ist der Mörder?

Wie bei vielen Genreproduktionen muss man immer genau hinschauen. Denn auch Magnum 45 lockt uns mit viel Gewalt und Nacktheit am Anfang. Doch so bleibt der Film nicht. Am Anfang geht es ab und dann flacht das alles ab. Scheinbar ging dem Drehbuchautor oder Regisseur, irgendwann die Ideen aus oder die Figuren waren genug gezeichnet und es geht um den Fall. Als Zuschauer sitzt man da und betrachtet das Werk, was eine merkwürdige Mischung ist. Im Grunde ist es ein Giallo, auch wenn es wie ein ganz gewöhnlicher Thriller wirkt. Etwas Eurocrime ist dennoch dabei.

Magnum 45 und der Wandel zwischen den Genres!

Ja, der Film wandelt zwischen den Genres hin und her. Man nutzt neuste Technologien, um Personen zu beobachten. Dass alles wirkt, wie eine Nebenhandlung die schnell im Sand verläuft und am Ende dann doch wieder wichtig wird. Dazwischen gibt es Morde an verschiedenen Menschen. Alles wirkt wahllos und ist immer so gefilmt, als sei es ein Giallo. Denn wir sehen den Täter nicht und haben keine Ahnung warum der Mord passiert. Das Einzige was fehlt, ist eine Person, die alles gesehen hat und sich nicht genau erinnern kann. Das Besondere hier ist aber, dass die Polizei den Fall löst. So sind wir im Eurocrime Genre.

Wie schon erwähnt, geht der Film am Anfang in die vollen. Hier versucht man, so viel wie möglich unter zu bringen. Sogar einen Zeichentrick Porno sieht man, dieser läuft auf der Party in der Villa von Hoffmann. Auch vorher gibt es immer wieder Sex und Nacktheit. Inspektor Lorenz lässt keine Gelegenheit aus, um eine Frau anzubaggern. Das alles wirkt sehr befremdlich zum Teil. Er geht direkt zu und wirkt wie ein typischer Macho. Dennoch ist er als Polizist nicht so typisch. Er setzt sich nicht über das Gesetz und redet von dennen da oben und greift auch nicht zur Selbstjustiz. Er will nur den Fall klären und dabei mit ein paar hübschen Frauen schlafen.

Fazit:

Magnum 45 ist ein unterhaltsamer Genrevertreter, der zwar nicht so genau weiß was er sein will, dennoch macht er Spaß.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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