Frankfurt Kaiserstraße

Lisa Film ist eine der berühmt berüchtigten Film Produktionsfirmen Deutschlands. Sie hat einige Spielfilme produziert und damals den Genrefilme bereichert. Man hat von typischen Schlagerfilmen bis hin zu Thomas Gotschalk und Mike Krüger Filme, alles produziert, was bei drei nicht auf dem Baum war. Viele dieser Spielfilme hatten auch ein Hauch Erotik oder waren gar Sexploitationsfilme. Im Gegensatz dazu sind die Filme von Roger Fritz, welcher zwar auch Nacktheit in seinen Spielfilmen hatte, dies aber immer anders zeigte. Mit Mädchen Mädchen und Mädchen: Mit Gewalt, drehte Fritz zwei Highlights des deutschen Genrefilms. 1980 lockte ein Angebot von Lisa Film und daraus entstand dann Frankfurt Kaiserstraße. Ein Streifen, wo die Produktionsgeschichte immer wieder interessanter ist, als das Produkt selbst. Warum das so ist, werden wir versuchen in den nächsten Zeilen zu ergründen.

Die Handlung dreht sich um Susanne, welcher auf einem Dorf lebt. Doch sie will in die Großstadt. Ihr Freund Rolf muss zum Bund und ist 15 Monate weg. Nach einer gemeinsamen Nacht und streit mit dem Vater, beschließt Susanne, dass sie wegwill. Sie zieht zu ihrem Onkel nach Frankfurt. Dort lernt sie das Leben auf der Kaiserstraße kennen. Während Rolf beim Bund festellen muss, dass die Bundeswehr kein schöner Ort ist. Die Kaiserstraße hat aber auch viele dunkle Orte …

Die Entstehung von Frankfurt Kaiserstraße, stand unter keinem guten Stern. Roger Fritz, sah es als Experiment an, einen Film für Lisa Film zu drehen. Das Drehbuch hat er fast komplett umgeschrieben. Doch es gab Probleme mit dem Kameramann, da der noch bei der UFA gelernt hat und von der alten Schule war. Auch am Ende mit dem fertigen Schnitt war Fritz nicht zu frieden. Denn auch wenn man den Stil des Regisseurs immer wieder bemerkt, so ist es am Ende ein Lisa Film. Zwischen all dem Chaos befindet sich aber immer noch ein interessanter Spielfilm.

Frankfurt Kaiserstraße Milieustudie oder doch nur Exploitationfilm?

Das Merkwürdige an Frankfurt Kaiserstraße ist, dass er sich langsam öffnet. Wir tauchen mit Susanne in diese Welt ab. Wir lernen so immer mehr Figuren kennen. Alles wirkt dabei aber auch sehr platt. Was hier an dem Drehbuch liegen könnte und wie sich Lisa Film vorgestellt hat, was es werden könnte. Denn mit Rolf bei der Bundeswehr bekommen wir ein sehr linkes Bild geboten, was perfekt zu Roger Fritz passt. Dabei auch diese typische Romantisierung von Lisa Film. Es gibt die rot haarige junge Kantinenfrau, welche sich nimmt, was sie will. Sie will auch Rolf. Es gibt auch den bösen Vorgesetzten. Das zieht sich durch den ganzen Spielfilm. Figuren, sind entweder gut oder böse. Etwas dazwischen gibt es nicht. Auch der schwule Onkel, welcher hier zwar etwas übertrieben dargestellt wird. Dennoch sehr positiv. Bis auf eine Szene. Diese gehört wohl aber auch zum eigen artigen Humor des Streifens.

Im Verlauf des Films lernen wir auch das Nachtleben kennen, da gibt es Prostituierte, Zuhälter und Kneipenwirte. Am Ende wird alles versucht zusammen zubringen. Das wirkt dann sehr gehetzt, weil es zeigt, wie Susanne abstürzen soll. Das passiert aber nicht. Dieser Zufall und auch das Hinhalten, ruiniert etwas den Film. Es gibt nie eine Gefahr für Susanne oder Rolf. Alles wie immer bei Lisa Film. Hier fehlt dann die Konsequenz, die Roger Fritz sonst immer hatte.

Rein optisch bekommt man sehr viel 80er Jahre Schick geboten. Es gibt Neonlichter in den Nachtklubs und auch sonst schreit alles nach diesem Jahrzehnt. Hier sieht man dann auch, wenn Roger Fritz einen anderen Kameramann hatte und seine Vision umsetzen konnte. Viele Szenen wirken aber auch wie bei jedem anderen Lisa Film. Es gibt Aufnahmen von nackten Frauen, immer wieder und scheinbar waren BHs nicht im Budget des Films. Die Erotik funktioniert hier aber auch selten. Auch wenn Michaela Karger die Unschuld vom Lande gibt. Am Ende ist es halt ein Spielfilm über Menschen, die in einem Rotlicht Viertel leben.

Fazit:

Frankfurt Kaiserstraße ist ein Film, in dessen Brust zwei Herzen schlagen. Man sieht ihm an, dass es eine Lisa Film Produktion ist, aber auch Roger Fritz Handschrift ist zu erkennen. Am Ende ist es aber ein seichter Film mit ernsten Themen, der unterhält, aber hätte Fritz mehr freie Hand gehabt, wär etwas Besseres entstanden.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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