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The Dead Don’t Die

Jim Jarmusch hat vor ein paar Jahren mit Only Lovers Left Alive schon seine Version eines Vampirfilms gedreht. Was liegt also näher als ein Zombiefilm? Nicht viel. Genau das ist mit The Dead Don’t Die dann entstanden. Der amerikanische Regisseur ist bekannt dafür, dass er mit den Genrekonventionen spielt und es für sich nutzt. Immer wieder gibt es von ihm auch ein Kommentar dazu. Beim Zombiefilm ist das nicht anders. Nur war dieses Horror Subgenre schon immer politisch. In Night of the Living Dead gab George Romereo seinen Kommentar zum Vietnam Krieg ab. In Dawn of the Dead folgte dann Sozialkritik, jedenfalls in seiner Version, im Argento Cut wirkt das alles etwas anders. Im Lauf der Zeit wurde das Zombiefilm Genre aber zum Popcornkino und Mainstream und zu einer Seifenoper mit blutigen Effekten. Jim Jarmusch nahm all das und gab nun seinen Senf dazu.

Die Handlung des Films könnte generischer nicht sein. In einer Kleinstadt in den USA scheinen die Toten wieder aufzustehen. Das müssen die Sheriffs Cliff Robertson, Ronnie Peterson und Mindy Morrison schnell feststellen. Als sie eines Morgens in einem Diner zwei Leichen finden. Doch das ist nur der Anfang und es sollte schlimm enden …

Als Zuschauer muss man bei The Dead Don’t Die aufpassen. Denn Jim Jarmusch erklärt seinem Zuschauer nichts. Also fast nichts, nur die Idee woher die Zombies kommen. Doch das war es dann schon. So gibt es viele Figuren, die immer wieder über Zombies reden oder Horrorfilm. Es werden Filme zitierte, man bricht die vierte Wand und es gibt Handlungsstränge, die scheinbar ins Nichts führen und einfach nicht mehr angesprochen werden. In all dem merkt man aber auch, was Jim Jarmusch uns hier sagen will. Dabei sollen wir denken, sollen über die Witze gar nicht lachen. Denn der Humor ist so trocken wie eine Wüste.

The Dead Don’t Die und der Zombiefilm!

Wie schon erwähnt, hat es der Zuschauer nicht einfach bei The Dead Don’t Die. Jim Jarmusch kaut einem nichts vor und lässt einfach passieren. Das geht soweit, dass die Figuren sich sogar über das Drehbuch unterhalten und wissen, das es ein Spielfilm ist. Das erklärt die Motivation einer Figur. Diese verhält sich so, als ob sie genau wüsste, was passiert und ihr ist das Chaos egal. Auch die Figur von Tilda Swinton ist so merkwürdig wie es nur gut. Hier kommt es zu einer Wendung aus dem nichts, die nicht erklärt wird, aber einiges erklären kann. Es ist ein Kommentar über uns den Zuschauer und dem Genre. Denn wenn wir ehrlich sind. Der Zombiefilm ist so ausgelutscht, wie es nur geht. Das zeigt Jarmusch mit diesem Film sehr deutlich.

Das Adam Driver in Star Wars mitspielt versteckt man auch nicht, es gibt zwei Szenen die genau darauf anspielen. Auch eine Szene mit Tilda Swinton kann man als Kommentar auf ihre Rolle in Marvel Filmen deuten. Das ist der Reiz von The Dead Don’t Die. Er ist eine Projektionsfläche, wo man das Offensichtliche sieht und dennoch seine eigenen Gedanken machen kann. Denn neben dem ganzen Zitieren von Zombiefilmen, gibt es noch viel mehr. Die kleinen Details im Hintergrund. Die drei Hipsters, die einfach auftauchen und ein paar Filmkommentare machen, so wie man es von dieser Art Figuren erwartet. Jim Jarmusch drückt uns das direkt ins Auge, damit zeigt er aber auch, wie das Genre und seine Figuren funktionieren und was wir erwarten.

Fazit:

The Dead Don’t Die ist Jim Jarmusch Kommentar zur Zombiefilm Welle. Eine sehr trockene Komödie, die dem Zuschauer nichts erklärt, das ist aber auch der Reiz an dem Film.

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