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Rabid

David Cronenberg gilt als Meister des Körperhorrors, 1977 drehte er mit Rabid einen Film, der ein Teil des Rufs werden sollte. Da man aber von jedem Spielfilm ein Remake drehen kann. War es 2018/2019 soweit, die Soska Schwestern sollten die Regie übernehmen und wirkten auch am Drehbuch mit. So sollte die Geschichte eine weibliche Note bekommen. Jen und Sylvia Soska kennen sich im Horrorgenre auch gut aus und haben schon ein paar Werke gedreht, wie American Mary oder See no Evil 2. Auch wenn die beiden in Sozialnetzwerken immer wieder ein paar fragwürdige Dinge posten, beeinflusst ihre persönliche Haltung selten ihre Werke. Viel mehr kommt ihre Vorliebe für die WWE wieder zum Vorschein, auch wenn C.M. Punk und AJ Lee nicht mehr teil der Company sind, haben beide einen Auftritt im Rabid Remake.

Die Handlung dreht sich um Rose, eine unscheinbare Modedesignerin, welche für Haüs of Günter abreitet. In der Firma wirkt sie immer fehl am Platz. Was an ihrem Aussehen liegen könnte. Auch ihre Freundin Chelsea kann ihr nicht helfen. Als sie aber einem Date mit Brad zusagt, sollte sich ihr leben ändern. Auf dem Klo hört sie eine Konversation und sie stürmt aus dem Klub, nach dem sie Chelsea mit den Fakten konfrontiert hat. Draußen hat sie einen schweren Unfall, sie wird entstellt. In der Klinik von Dr. Burroughs nimmt sie teil an einer experimentellen Operation Teil. Sie erwacht als neuer Mensch, doch irgendwas stimmt nicht.

Jen und Sylvia Soska versuchen alles um die Geschichte von Rabid in unsere Zeit zu bringen. Auch wenn das Cronenberg Original zeitlos wirkt. So ist der neue Ansatz interessant. Denn die Models und deren Welt dreht sich nur um das Aussehen. Man kann es nutzen, um Sozialkritik zu üben, das Menschen nur auf ihr Aussehen reduziert werden und was sie dafür alles tun. Doch dieser Horror rutscht irgendwann in den Hintergrund.

Rabid: Remake, Neu Interpretation oder doch ein Best Of von allem?

Die Soska Schwestern mögen Horrorfilme, das wurde schon erwähnt. In den Filmen davor, wurde das zwar auch schon deutlich, da waren die Referenzen aber noch andere. Hier haben wir es mit einem Remake zu tun und man merkt, wie sehr man sich angestrengt hat, etwas Neues zu erschaffen, dass dem Original aber Ehre zollt. Das funktioniert aber nur bedingt. Denn es dauert sehr lange, biss Rabid fahrt aufnimmt. Es ist zwar gut, dass wir Zeit mit Rose verbringen und ihre Welt kennenlernen, aber irgendwann ist alles erzählt und dann sollte es losgehen. Auch nach der Operation bleibt alles im Hintergrund. Hier merkt man, dass versucht wird, die Geschichte so zu erzählen wie im Original. Nur fehlt dem Film hier das Körperliche, die Sexualität. Alles wirkt Sterile und steif. Die einzige Emanzipation, die man zeigt, ist, wenn Rose kreativer wird bei dem Entwerfen der Mode.

Der Horror im Rabid wirkt auch sehr gezwungen. Manche Szenen erinnern an andere Film. Ein Moment muss eine Hommage an Silent Hill sein. Auch wirkt es so, als ob man die Idee von RAW gut fand, und so wirkt der Horrorfilm, eher wie das Remake davon, als von dem Cronenberg Film. Der einzige Momente der an einem David Cronenberg Spiefilm erinnert, ist die OP-Szene. Hier ist es aber Dead Ringers und nicht Rabid. Es gibt zwar ab und an ein paar blutige Effekte und die Verletzung von Rose sieht gut aus. Dennoch sollte man kein Schlachtwerk erwarten. Auch der Ekel hält sich in Grenzen.

Fazit:

Rabid ist eine interessante Idee, doch das Remake hat auch viele Probleme. Jen und Sylvia Soska liefern mit ihre Version des David Cronenbergs Original, einen unterhaltsamen Horrorfilm ab, der ein paar Längen hat. Dafür aber auch Momente, die an H.P. Lovecraft oder John Carpenter erinnern.

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