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FIlmkritik

Bleeder

Ende der 90er Jahre in Dänemark, ein junger Regisseur hatte gerade erste Erfolge mit seinem Film Pusher gefeiert und nun sollte der nächste Spielfilm folgen. Damals wusste noch niemand, was aus Nicolas Winding Refn werden würde. Er wahrscheinlich selber auch nicht. Doch mit seinem ersten Langfilm hatte er Erfolg. Film studiert hatte er nie, er lehnte sogar ein Angebot einer Filmhochschule ab und drehte lieber Pusher. Er bildete sich durch das schauen von Filmen, also was lag näher als in Bleeder eine Figur auftauchen zu lassen. Die Refn selbst war. Hier aber gespielt von Mads Mikkelsen, der auch schon bei Pusher dabei war. Dennoch geht es in diesem Streifen nicht nur um Spielfilme und das Arbeiten in einer Videotheke. Sondern es gibt auch das Drama und ein paar Wendungen. Die ganze Gangstergeschichte bleibt aber nur am Rande.

Die Handlung dreht sich um die Freunde Leo, lenny, Louis und Kitjo. Leo ist mit Louise zusammen, der Schwester von Louis. Als er erfährt, dasss Louise schwanger ist, ändert sich für ihm alles. Er hasst seinen Job und sein Leben. Immer mehr bröckelt es zwischen den Beiden. Nur seine Freunde geben ihm halt. Doch Louis hat ein paar Probleme mit Leo. Lenny ist introvertiert und liebt Filme, er arbeitet in einer Videothek mit Kitjo, dort schauen die Freunde gemeinsam Filme. Leo ist aber auch an der Kellnerin Lea interessiert.

Ein Film wie Bleeder ist selten. Denn er hat einer Energie und erzählt eine Geschichte, die Films anspricht und ohne dabei auf Fanservice aus ist oder gar nerdig wirkt, weil die typischen Nerdfilme ausbleiben. Es ist viel eine Handlung von einer Figur, die man Nachvollziehen kann. Das ist aber nur ein Teil des ganzen. Die andere Seite ist viel düsterer und auch brutaler. Hier erlebt man eine Abwärtsspirale. Diese Mischung ist auch ungewohnt, passt aber perfekt.

Bleeder mehr als nur liebe zum Film oder auch als nur ein Drama

20 Jahre nach der Entstehung von Bleeder und wir als Zuschauer können einige Dialoge immer noch verstehen. So unterhalten sich Lenny und Leo vor der Videotheke über Filme. Lenny ist für Fred Williamson und Leo für Steven Seagal, weil dieser die besseren Actionfilme dreht. Seagal ist hier das Sinnbild der 90er Jahre Actionhelden und was damals IN war. Fred Williamson hat aber Seagal überdauert und hat immer noch einen Kultstatus, welchen Steven Seagal zwar auch noch hat, dennoch redet man nun mehr über die Filme von Williamson, welche hier für das Genrekino der 70er Jahre steht, welches Lenny liebt. Es ist ein Dialog, der immer noch so stattfinden könnte. Denn Filmfans kennen das. Denn an einem Punkt hat man seinen Freunden schon mal versucht zu erklären, das alte Filme nichts Schlimmes sind und diese auch gesehen werden sollten.

Das Drama um Leo, louise und Louis ist der Kontrast zu der von Lenny. Hier gibt es keine Hoffnung, alles wirkt düster und wir erleben wir frustriert Leo wird und das immer mehr. Das alles endet in einem brutalen Höhepunkt. Hier zeigt sich Nicolas Winding Refn von seiner düsteren Seite, welche in späteren Filmen noch extremer werden sollte. Dabei bietet Bleeder ein paar echte optische Highlights. Schon die ersten Szenen, wir sehen alle Figuren nur mit Schuhen und hören unterschiedliche Musik. Was schon Hitchcock bei der Fremde im Zug machte, wir erkennen an den Schuhen, was es für eine Person ist. In Bleeder wird das noch durch die Musik unterstützt. Dann gibt es eine schnelle Kamerafahrt durch die Videothek, an den VHS-Tapes vorbei. Immer wieder gibt es rote Ablenden, bis auf eine Ausnahme.

Fazit:

Bleeder ist ein sehr interessanter und guter Film. Nicolas Winding Refn lässt Mads Mikkelson hier sich spielen. Es geht um Filme und Liebe und wie schwer es für introvertierte Filmfans es sein kann. Da neben gibt es das düstere Drama. Dieser Kontrast funktioniert perfekt.

 

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