Bel Ami 2000 oder Wie verführt man einen Playboy?

Filmproduzent Karl Spiehs, kennt man als Zuschauer wohl vor allem wegen Lisa Film, bevor er die Produktionsfirma gründet, hat er schon Filme mitfinanziert. Diese gehören heute auch zu der legendären Produktionsfirma aus München. Mitte der 60er war die Welt langsam im Wandel, auf der Leinwand wollte man mehr zeigen. Erotik war das Stichwort. Zwar sollte es erst in den 70ern richtig zur Sache gehen. So war man versucht, den Zuschauer in einen Film zu locken. Sex verkauft sich immer, warum also nicht eine Komödie mit Peter Alexander drehen, wo er ein Playboy Widerwillen spielt? So war wohl die Idee für Bel Ami 2000 oder Wie verführt man einen Playboy? Ein Spielfilm der Zukunftsvision zeigt, als wären sie Normal. Man tut so, als wär in den 60ern schon Bildtelefone möglich und ein Supercomputer ist auch dabei. Dazu Helga Anders (Mädchen Mädchen, Mädchen: Mit Gewalt) und viele andere hübsche Frauen.

Die Handlung dreht sich um Peter Knolle, einen einfachen Buchhalter. Er ist ein typischer Durchschnitts Mann. Doch durch einen Zufall wird er vom Supercomputer der Zeitung Bel Ami ausgewählt und ist der Playboy des Jahres. Das stellt die Macher vor eine große Herausforderung. Denn Peter hat kein Sex-Appeal und wirkt so harmlos und nicht bedrohlich, dass Frauen keine Angst haben, dass er ihnen an die Wäsche will. So macht man sich mit ihm auf und will sein aufregendes Leben zeigen.

Humor ist immer eine Frage des Geschmacks und was damals 1966 beim Publikum angekommen ist, muss heute nicht mehr funktionieren. Wahrscheinlich hatte Bel Ami 2000 aber auch schon zu seiner Erscheinung es schwer. Dabei ist es eine typische deutsche Komödie, jedenfalls auf den ersten Blick. Denn an manchen Stellen im Streifen versucht man viel zu viel. Als Zuschauer sieht man dieses Lustspiel nun 53 Jahre später und ist gefangen in einer Welt, die kaum anders ist als heute. Jedenfalls auf der Leinwand.

Bel Ami 2000 typisch deutsch oder was?

Wenn man bedenkt, dass Bel Ami 2000 schon im Jahr 1966 erschien. So ist es merkwürdig, das einige Gags und Ideen auch heute noch so genutzt werden. Im Grunde ist es eine typisch deutsche Komödie. Die Peter Alexander Fans werden aber enttäuscht sein. Bis auf dem Vorspann singt er nicht. Das ist erfrischend anders und tut dem Film auch gut. Ansonsten stolpert der Österreicher hier von einer Szene zur nächsten. Er ist unser Held und er ist uns egal, wie alle Figuren im Spielfilm. Alles was passiert, passiert einfach. Da kann keine Slapstick helfen oder auch ein paar nette Witze. Die Weltreise, ist zwar ein interessanter Ansatz, der uns die Wandlung von Peter Knolle zeigen soll. Doch er wird nie zu dem Playboy und will das auch nicht. Am Ende bricht man dann noch die vierte Wand und auch hier zündet der Funke nicht.

Die Idee mit dem Supercomputer am Anfang ist gut und hier kommt ein Hauch SciFi in die ganze Geschichte. Wie selbstverständlich, wird der Fachmann dann von der sexy Angestellten abgelenkt und macht einen Fehler, den niemand bemerkt. Hier gibt es dann auch Bildtelefone und das wirkt erfrischend. Leider ist es damit schnell vorbei und so setzt man auf Erotik. Dabei verzichtet man auf nackte Haut, die Damen sind höchstens in Unterwäsche. Einzig eine Szene bietet etwas mehr, hier ist alles aus der Ferne aufgenommen. Da traute man sich wohl noch nicht so viel zu.

Fazit:

Bel Ami 2000 oder Wie verführt man einen Playboy? ist eine deutsche Komödie, welche man schnell wieder vergisst. Es gibt ein paar nette Ideen, aber auch sehr viel was einfach langweilig ist.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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