Die Folterkammer des Hexenjägers

In den 60ern war Regisseur und Produzent Roger Corman für seine Edgar Allan Poe Verfilmungen bekannt. Doch er hatte 1963 keine Lust darauf und nahm sich eine andere Vorlage. So verfilmte er H.P. Lovecrafts Der Fall des Charles Dexter Wards. Das nächste Mal sollte Geschichte erst 1991 als Evil Dead – Die Saat des Bösen verfilmt werden. Da man in den USA wohl nicht glaubte, dass Lovecraft zieht, packte man den Namen Poe mit in den Vorspann. Corman bleibt aber Lovecraft treu in dem Horrorfilm und mischt auch paar andere Geschichten des Autors mit ein. Dazu haben wir Vincent Price in der Hauptrolle. Wie funktioniert H.P. Lovecraft in den 60ern und als Gothic Horror? Das sind Fragen, welche Die Folterkammer des Hexenjägers aufwirft.

Die Handlung beginnt in der Kleinstadt Arkham, dort treibt Joseph Curwen sein Unwesen. Er macht Experimente mit jungen Dorfbewohnerinnen. Eines Nachts reicht es den Bewohnern und sie stellen Curwen und verbrennen ihm auf dem Scheiterhaufen. Er verflucht sie aber vorher. 110 Jahre später, Charles Dexter Ward und seine Frau Ann kommen in Arkham an. Sie merken schnell, dass etwas mit dem Ort nicht stimmt. Ward will sein Erbe antreten, er hat das Schloss von Joseph Curwen geerbt. In Arkham ist er nicht besonders willkommen. Auch mit dem Schloss stimmt etwas nicht, nach und nach benimmt sich Charles Dexter Ward merkwürdig.

Es ist interessant, wie gut Die Folterkammer des Hexenjägers immer noch funktioniert und wie man doch versucht hat H.P. Lovecraft um zusetzen. 1963 war das in Zeiten von Gothic Horrorfilmen, wohl die Ideale Umsetzung. Obwohl manches damals sicherlich nicht umsetzbar gewesen ist. Vor allem die Monster und das unbeschreiblich Böse. Roger Corman nimmt mit Der Fall Charles Dexter Ward aber eine Geschichte, welche davon kaum etwas hat. Er packt dafür aber viele Lovecraft Elemente in den Film und macht daraus eine Perle des Gothic Horrors.

Die Folterkammer des Hexenjägers: H.P. Lovecraft als Gothic Horror

Nebel und viel Dunkelheit, das ist was man bei Die Folterkammer des Hexenjägers sieht. Es hebt die Atmosphäre und verspürt den Charme des Gothic Horrors. Arkham wirkt wie ein Ort aus einem H.P. Lovecraft Buch und das ist das faszinierende daran. Denn für das Jahr 1963 und diese Art von Horror, muss es für das Publikum, wohl doch etwas bekanntest gewesen sein, obwohl man etwas anderes sieht. Denn die entstellten Menschen erinnern eher an Wesen aus Innsmouth. Auch das Necronomicon kommt vor. Jospeh Curwen ist hier ein böser Hexenjäger, wahrscheinlich damit es passend zum deutschen Titel ist. Ob die Lust an Lovecraft 1963 so groß war, wie heute darf man an dieser Stelle bezweifeln.

Die Geschichte hält sich dabei an die Vorlage, hat aber auch viele Änderungen. Dennoch kommt einiges bekannt vor. Vincent Price als Charles Dexter Ward ist toll. Er verkörpert den Mann, der langsam besessen wird von seinem Vorfahren perfekt. Das bis zur letzten Szene. Hier muss man mit einem Poe Zitat enden, weil AIP wohl nicht dran glaubt, dass man mit Lovecraft etwas reißen könnte. Price aber macht es super, wir nehmen ihn die Figur ab und es ist erstaunlich, wie er uns in den Bann zieht, selbst als Böser.

Fazit:

Die Folterkammer des Hexenjägers ist eine tolle Verfilmung einer H.P. Lovecraft Geschichte. Die das alles in einen Gothic Horrorfilm packt.

 

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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