A Snake of June

Die Welt des Pinku Eiga ist groß und ab und an veröffentlicht man in Japan einen erotischen Film ohne das er in das Pink Genre passt. Ein Regisseur wie Shin’ya Tsukamoto ist einer, welche keine Konventionen kennt und seine Filme dreht, wie er will. Dabei kann es ein Rausch aus Metall, Metal und Industrial wie bei Tetsuo oder beklemmend wie bei Haze. Erotik im Film kann in allen Formen und Farben kommen. Es ist etwas, das den Zuschauer ansprechen soll, am einfachsten geht es mit nackter Haut, welche man im Pinku Eiga sehr oft zu sehen bekommt. Dabei ist das aber nur die Oberfläche. Hier stößt Tsukamoto tiefer und liefert mit A Snake of June seine Version des Genres ab und färbt alles in einem Blauton.

Die Handlung dreht sich um die Telefonseelsorgerin Rinko, diese führt ein langweiliges Leben. Ihr etwas älterer Ehemann arbeitet viel und ist vom Putzen besessen. Als sie eines Tages Post bekommt, verändert sich ihr Leben. Denn sie erhält von einem unbekannten Erpresser Bilder. Auf diesen lebt sie ihre sexuelle Lust aus. Doch der Unbekannte will von ihr, dass sie dieses auch nach Außen trägt.

Die Welt in A Snake of June ist voller Regen und scheinbar hört es nie auf. Das hat auch eine besondere Ästhetik, welche Shin’ya Tsukamoto hier benutzt. Das fließende Wasser lässt einem nie zur Ruhe kommen. Auch wenn alles ruhig anfängt, so ist am Ende alles voller Symbolik. Dazu ist der Film in 4:3 gedreht und die Bilder sind Monochrome mit einem Blaustich. Dies verleiht dem Spielfilm auch etwas Mysteriöses. Denn alles bleibt einfach so stehen, wie man es sieht. Man muss ihn deuten und versuchen die Symbolik zu verstehen. So ist dieses Werk von Tsukamoto sehr vielsichtig und man kann, das was man sieht sehr unterschiedlich interpretieren. Eine ultimative Wahrheit gibt es.

A Snake of June: Pinku Eiga, Erotik oder nur ein blauer Film?

Blau kann eine warme und beruhigende Farbe sein. Sie kann uns aber auch wach halten, wie bei Handys. Wozu sonst gibt es denn Blaufilter. Auch kann sie im englischen für Traurigkeit stehen. Bei A Snake of June ist sie permanent da. Denn das Bild hat einen Blaustich. Alles ist gehüllt in diese Farbe. Sie lässt uns nicht los. Verleiht dem Film auch eine Dunkelheit. Denn Blaufilter werden auch für Nachtaufnahmen genommen. Hier ist es aber etwas anderes. Denn die Geschichte hat ein paar Wendungen, große Wendungen. Momente die zeigen, dass es hier auch um Trauer gehen muss. Denn alle wichtigen Figuren haben ein schweres Schicksal. Das alles ist in den Bildern eingefangen.

Es geht aber auch um Erotik, so nutzt Shin’ya Tsukamoto den Pinku Eiga für sich, zwar kann man A Snake of June nur schwer diesem japanischen Genre zuordnen. Er geht aber in diese Richtung. Wenn Rinko gezwungen einen Vibrator zu kaufen und ihn dann benutzen. Fremdkontrolliert von dem Erpresser, dann driftet der Spielfilm in den Pinku ab und nutzt Elemente des BDSM. Auch später passiert das noch mal. Hier ist es aber die Befreiung, im Regen und Blitzlicht, windet sich Rinko voller Lust. Dazu gibt es surreale Szenen, welche sehr schwer zu deuten sind. Die Symbolik ist da und man muss sie interpretieren. Es geht um Krankheiten, zwänge, die Befreiung und die Angst.

Fazit:

A Snake of June ist ein Meisterwerk, gehüllt in monochromen mit einem Blaustich.

BastitheEnd

Filmfan, Autor dieser Seite.

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